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d. Das Lehrerkollegium.
Einen ſehr ſchweren Verluſt hat die Klingerſchule durch den Tod eines ihrer tüchtigſten Lehrer, des Herrn Dr. Friedrich Bräutigam erlitten. Vom 16. Februar 1878 an mußte derſelbe wegen eines Lungenleidens ſeinen Unterricht aufgeben und konnte bei Beginn des neuen Schuljahres denſelben nicht wieder aufnehmen. Nur durch längere Ruhe und ſorgfältige Pflege konnte eine Beſſerung des kranken Kollegen gehofft werden, weshalb auch von den Schulbehörden bereitwilligſt eine Beurlaubung desſelben für das Sommerſemeſter ausgeſprochen wurde. Allein bald nahm die Krankheit eine ſolche Wendung, daß die Hoffnung auf Beſſerung des Erkrankten mit jedem Tage mehr ſchwand. Derſelbe erlag männlich gefaßt und bis zum letzten Athemzug für die Zukunft der Seinen bedacht am 17. Juni ſeinen ſchweren Leiden.—
Dr. Fr. Bräutigam war im Jahr 1859 in das Lehrerkollegium der früheren höheren Bürgerſchule eingetreten und hatte zu der Entwicklung und Hebung dieſer Anſtalt weſentlich mit beigetragen. Er vereinigte in ſich alle Eigenſchaften eines guten Lehrers, ſo daß es ihm leicht gelang, ſich die Hochachtung und Liebe ſeiner Schüler zu erwerben und durch ſeinen Unterricht überraſchende Erfolge bei denſelben zu erzielen. Mit Recht ſchätzte das Lehrerkollegium der Klingerſchule, in welches er an Oſtern 1878 übertrat, in ihm eine der Hauptſtützen der jungen Anſtalt, achtete ihn hoch wegen der Biederkeit ſeines Charakters und des Reichthums ſeines Wiſſens, und ſah mit dem aufrichtigſten Schmerze, wie dieſe hervorragende Kraft von einer tückiſchen Krankheit verzehrt wurde.— Dem Dahingeſchiedenen bewahren Schüler und Kollegen ein ehrendes Andenken.—
Im Herbſte 1878 wurden die bis dahin für die höhere Gewerbeſchule nöthigen Lehrkräfte für die Klingerſchule verwendbar und in Folge hiervon ſchied an dieſem Zeitpunkt Herr Heinrich Marzell, welcher ſeit Oſtern 1877 als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer an der Klingerſchule beſchäftigt war, aus dem Lehrer⸗ kollegium, um die Stelle eines Lehrers der Naturwiſſenſchaften an der Realſchule zu Oberſtein zu übernehmen.—
Herrn Edelmann, welcher ſchon bei der Erkrankung des Herrn Dr. Bräutigam einen Theil ſeines Unterrichtes übernommen hatte, wurde vom Sommerſemeſter 1878 an, der mathematiſche Unterricht in Oberprima, Unterprima a und Secunda a proviſoriſch übertragen.
e. Bibliothek, Sammlungen, Apparate und ſonſtige Lehrmittel. 1. Bibliothek. A. Geſchenke.
Von dem Verfaſſer: Lehrbuch für den evangeliſch⸗proteſtantiſchen Religionsunterricht von C. Otto Schäfer 3. Theil, 1878.— Von Herrn Böhm: Euler, Verordnung, das Turnweſen in Preußen be⸗ treffend.— Von Herrn Schrozenberger: Das Großherzogliche Lyceuni Carolinum in Frankfurt.— Fichard, Seinen Mitbürgern.— Wenzel, Ueber Natur und Kunſt in der Arzneiwiſſenſchaft.—
B. Anſchaffungen.
Klinger's Werke. 12 Bände.— Herder’s ſämmtliche Werke, herausgegeben von Suphan. Band 1—4. — Schoch, Beſtimmen der Käfer.— Pagenſtecher, Allgemeine Zoologie. Band 3.— Katz, die Urſachen der Erblindung.— Böttcher, der Turnunterricht an Gymnaſien und Realſchulen.— Rein, pädagogiſche Studien. Lieferung 19— 22.— Schmid, Encyklopädie des geſammten Erziehungs⸗ und Unterrichtsweſens. Band 11, Lieferung 105— 107.— Pädagogiſche Bibliothek, herausgegeben von Richter. Band 14.— Dieſterweg, Ausgewählte Schriften. Band 3 und 4.— Ranke's ſämmtliche Werke. Band 40— 42.— Heeren und Uckert, Geſchichte der europäiſchen Staaten. Band XXXIX, Theil 1 u. 2, XXXX, 1 u. 2, und Ergänzungslieferung VI. 1.— Brehm, Thierleben. Lieferung 49— 94.— Murspratt, Encyklopädiſches Handbuch der techniſchen Chemie. Band 2.— König, deutſche Literaturgeſchichte. 3 Theile.— Goedecke,


