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danken heraus sind„die Mitteilungen“ für ehemalige Schüler und Schülerinnen*) entstanden, die in erster Linie auswärtige Zöglinge zur Anteilnahme an den Bestrebungen und Sorgen unserer Schule anregen, zugleich aber auch den Zusammenhalt unter ihnen, etwa durch einen Verein ehemaliger Schüler unserer Anstalten, pflegen und beleben wollen.
Wenn wir eben auf„neue Verhältnisse“ angespielt haben, so hatten wir die Neuordnung des höheren Schulwesens im Auge, wie sie durch„die Richtlinien für die
Lehrpläne der höheren Schulen Preußens“ vom 6. April 1925 eingeleitet und durch die von jeder Schule geforderten Anstaltslehrpläne im Berichtsjahre verwirklicht worden ist.
Unter Verzicht auf Vollständigkeit der Lehrstoffe und auf allgemeine Bildung ge- währen diese Lehrpläne bei aller Verbindlichkeit der Jahresziele doch in der Auswahl der Bildungsstoffe eine den Begabungen der Lehrer und der Leistungsfähigkeit der Schüler mößlichst weit angepasste Bewegungsfreiheit, die aber doch geeignet ist, die Einheit des Er- ziehungs- und Bildungswillens der Lehrerschaft zu gewährleisten. Wenn demgemäéß die „Kernfächer“(Religion, Deutsch, Geschichte) in den Mittelpunkt aller höheren Schulen treten sollen, so muß an unseren Schulen dem Hebräischen der Rang eines solchen Faches in noch weiterem Maße als bisher zugebilligt werden. Kommt doch gerade in seinem Betriebe fast jede Forderung zu ihrem Recht, die der„Arbeitsunterricht“ aufstellt wenn er das Ziel der Lehrarbeit nicht in der Stoffübermittlung allein erblickt, sondern die Kräfte des Zöglings entwickeln und steigern, besonders die Selbständigkeit des Urteils, die Betätigung von Gemüt, Phantasie und Willen und so die Erlangung sicheren Wissens und die Fähigkeit selbständigen Arbeitens sicher stellen will. Auch die in den neuen Lehrplänen erstrebte„Konzentration“ der Lehrfächer, durch die eine Zusammenfassung der Einzelfächer zu organischem Gesamtunterricht erzielt werden soll, ohne daß das Eigenrecht des Einzelfaches zu kurz kommt, ist geeignet, die Sonderstellung des Hebräischen zu kräftigen, die der Gesamtarbeit an unserer Schule ihr eigentümliche Ziele setzt. Daß ein so gearteter Unterricht an die Arbeitskraft jedes Lehrers gesteigerte Anforderungen stellt, bedarf nicht der weiteren Ausführung, muß aber doch erwähnt werden, um zu begründen, wie die Opferfreudigkeit unserer Elternschaft sich betätigen muß in der Förderung der materiellen Interessen unserer Schulen, deren Gedeihen nicht zum wenigsten auf der Berufsfreudigkeit ihrer Lehrkräfte beruht.
Zu den Lehrgängen, die das Provinzialschulkollegium zur Durchführung der Schulreform für die Lehrer der neueren Sprachen in unserer Provinz veranstaltet hat, um sie praktisch in ein tieferes Verständnis der neuen Lehrpläne einzuführen, sind auch von unserer Lehrerschaft zwei Mitglieder einberufen worden: Herr Studienrat Dr. Schüler war zu diesem Zwecke vom 6. bis 11. Dezember 1926 nach Marburg Herr Studienrat Kaufmann vom 24. bis 20. Januar 1927 an die hiesige Muster- schule beurlaubt.
Einen längeren Urlaub aus Gesundheitsrücksichten mußten die Oberschul- lehrerinnen Fräulein Kratzenberger im Anfange des Schuljahres und Frl.⸗Oppen- heimer im Winterhalbjahr in Anspruch nehmen. Leider haben beide Damen nicht die volle Herstellung der Gesundheit gefunden und deshalb beim Schlusse des Schuljahres ihre Versetzung in den Ruhestand gewünscht. Schüler- wie Lehrerschaft sehen diese
*) Die„Nitteilungen“ werden an auswärts wohnende ehemalige Schüler und Schülerinnen ver- sandt; sie werden aber auf Wunsch auch jedem Frankfurter Interessenten zugestellt.


