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allgemein beliebten und geschätzten Mitarbeiterinnen mit lebhaftem Bedauern aus unserem Kreise scheiden, dem sie länger als ein Vierteljahrhundert hindurch freue und ersprießliche Dienste geleistet haben. Wir werden dieser hilfsbereiten und zuverlässigen Genossinnen unserer Arbeit ebenso stets in Liebe gedenken wie runsere Schülerinnen, deren geistige Entwicklung günstig zu beeinflussen und nachhaltig zu fördern ihnen beschieden war.
Auch bei unseren Kindern ließ der Gesundheitszustand viel zu wünschen übrig. Schon bald nach dem Beginn des Unterrichts im Berichtsjahre traten mehrfach Erkrankungen an Scharlach unter unseren Kindern auf, die aber gottlob in allen Fällen harmlos verliefen, wenn sie auch infolge der in jedem Einzelfalle vorgeschriebenen sechswöchigen Unterbrechung des Schulbesuchs von empfindlichen Lücken im Fort- schritt begleitet waren.
Viel härter aber wurde unsere Schülerschaft von der Grippe-Epidemie getroffen, die kurz nach Schluss der Winterferien sich bei uns ausbreitete. Als Mitte Januar die Zahl der Erkrankungen den beängstigenden Hundertsatz von 30 überschritt, bemäch- tigte sich unserer Elternschaft, deren Teile mehr als an andern Schulen durch nahe verwandtschaftliche und freundschaftfliche Beziehungen eng unter einander verknüpft sind, eine so fiefgehende Beunruhigung, dass im Einverständnis mit der Patronatsbe- hörde und dem zuständigen Kreisarzt die Schule für fünf Tage geschlossen wurde— eine Massnahme, der auch die vorgesetzte Behörde die Billigung nicht versagte. Nicht zum wenigsten waren die Besorgnisse unserer Eltern genährt durch den tief beklagens- werten Heimgang von Grete Marx y, einer besonders begabten Schülerin der V des Lyzeums, die nach nur dreitägigem Krankenlager der tückischen Krankheit erlegen war. Mit den hartgeprüften Eltern dieser zarten, viel verheissenden Menschenknospe trauerte in tiefer Wehmut die ganze Schulgemeinde, denn wie sie ihren Kameradinnen eine treuherzige, zuverlässige Freundin, so war sie uns Lehrern ein lichter, heiterer Sonnen- schein, eine prächtig aufgehende, herrliche Blüte, die der unerbittliche Tod leider nur allzufrüh uns entführt hat. Am Grabe gab der Unterzeichnete diesem Mitgefühle der Schule tröstenden Ausdruck.
Auch des Heimgangs einiger Männer unseres engeren Kreises ist hier zu ge- denken: Sonntag, den 20. Juni C' don 9), verschied nach kurzer Krankheit der Senior unserer Lehrerschaft, Herr Prof. Adolf Weyl 9*, der vier jahre zuvor dem Gesetze über die Altersgrenze zufolge in den Ruhestand getreten war. An seinem Leichenbegängnis beteiligten sich in geschlossenem Zuge die beiden obersten Klassen unserer Realschule und die gesamte Lehrerschaft, und der Unterzeichnete widmete dem teuren Entschlafenen am Grabe folgende Worte des Abschieds:
Geehrte Trauerversammlung! Im Auftrage des Schulrates und im Namen der Unterrichtsanstalten der Israelitischen Religionsgesellschaft möchte ich dem Schmerze um den Heimgang unseres Proi. Weyl Ausdruck verleihen.
Es ist nun gerade ein Jahr verflossen, seitdem unserer Schule ihr Senior durch den Tod genommen worden ist, und schon wieder steht sie in tiefer aufrichtiger Trauer an der Bahre eines ihrer besten Lehrer, der ihr zur Zierde gereicht hat. Ein unbarm- herziges Staatsgesetz, das Gesetz über die Altersgrenze, hatte ihm vor vier Jahren den


