Jahrgang 
1913
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II. Derfügungen der vorgeſetzten Behörden und des Kuratoriums der höheren Schulen.

Verf. d. Kuratoriums vom 28. März 1912. Der Mittelſchullehrer Wilhelm Dahl wird zu Oſtern 1912 an die herderſchule verſetzt.

Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 12. April 1912. Die Einführung von Kageler, Lieder⸗ buch für höhere Mädchenſchulen, Lyzeen und Studienanſtalten, wird genehmigt.

Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 15. April[912. Die probeweiſe Einführung von Froning und Wülker, Lehrbuch der Geſchichte für Höhere Mädchenſchulen, wird genehmigt.

Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 13. April 1912. Die Einführung von Ellmer⸗hinſtorff⸗ Cliffe, Lehrbuch der engliſchen Sprache für Höhere Mädchenſchulen, Studienanſtalten und Lyzeen, Teil I, wird genehmigt.

Miniſterialerlaß vom 30. Auguſt 1912. Den Schülerinnen der 1. Klaſſe, die wegen Konfirmanden⸗ unterrichts von der Teilnahme am Religionsunterricht befreit ſind, kann trotzdem ein Schul zeugnis erteilt werden. Es iſt aber wünſchenswert, daß die Schülerinnen ſchon während des Beſuches der Klaſſen 2 und 3 am Konfirmandenunterricht teilnehmen.

Miniſterialerlaß vom 21. September 1912, den wir hiermit im Wortlaut zum Abdruck bringen:

Die Gefahren, die durch die überhandnehmende Schundliteratur der Jugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, ſind in den letzten Jahren immer mehr zutage getreten. Meuerdings hat ſich wieder mehrfach gezeigt, daß durch die Abenteurer⸗, Gauner⸗ und Schmutz⸗ geſchichten, wie ſie namentlich auch in einzelnen illuſtrierten Zeitſchriften verbreitet werden, die Phantaſie verdorben und das ſittliche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden iſt, daß ſich die jugendlichen Leſer zu ſchlechten und ſelbſt gerichtlich ſtrafbaren Handlungen haben hinreißen laſſen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen laſſen, mit allen ihr zu Gebote ſtehenden Mitteln dieſes Übel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schülerinnen das rechte Verſtändnis für gute Literatur zu wecken und dadurch die ſittliche Feſtigung in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In faſt allen Schulen finden ſich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen koſtenlos benutzt werden können. Aber die Schule iſt machtlos, wenn ſie von dem Elternhauſe nicht ausreichend unterſtützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewußtſein ihrer Verantwortung die Leſeſtoffe ihrer Kinder, einſchließlich der Tages⸗ preſſe, ſorgſam überwachen, das verſteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugniſſe der Schundliteratur feilgeboten werden, ſtreng verbieten und ſelbſt überall gegen Erſcheinungen dieſer Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann iſt Hoffnung vorhanden, daß dem Übel geſteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen ſelbſt mit Rat und Tat zur Seite ſtehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die ſich für die Altersſtufe und für ihre geiſtige Entwickelung eignen. Zu dieſem Zwecke werden es ſich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen ſein laſſen, ſich über die in Betracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unter⸗ richten. Das in dem Weidmannſchen Verlage zu Berlin erſchienene Buch des Direktors Dr. T. JohanneſſonWas ſollen unſere Jungen leſen d wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverläſſiger Wesweiſer dabei dienen können.

Miniſterialerlaß vom 5. Februar 1913. Auf Befehl S. M. des Kaiſers ſollen am 10. März in den Schulen zur Erinnerung an die vor 100 Jahren erfolgte glorreiche Erhebung der Nation und die Stiftung des Eiſernen Kreuzes und der Landwehr Schulfeiern abgehalten werden, und der Reſt des Tages ſoll ſchulfrei ſein.

Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 18. Februar 1913. Die Wahl des Oberlehrers Richard Volger zu Remſcheid an die Herderſchule wird beſtätigt.

Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 18. Februar 1913. Die Wahl der Oberlehrerin Fräulein Helene Beyer zu Berlin an die Herderſchule wird beſtätigt.