Obertertia B.
8.— 12. Juli. Führer Herr Dr. Gebhard.
8. Juli: Heidelberg: Stadt, Schloß, Molkenkur.
9. Juli: Neckarsteinach, Dilsberg, Wimpfen, Heilbronn.
10. Juli: Weinsberg, Fahrt nach Nürnberg: Stadt, Burg.
II. Juli: Rothenburg. Mit Postauto nach Creglingen, mit Bahn nach Würzburg. 12. Juli: Würzburg: Stadt, Dom, Residenz.
Schülerberichte: Heidelberg. Neckarsteinach. Dilsberg. Neckartal bis Heilbronn. Heilbronn. Nürnberg. Rothen- burg. Würzburg.
Vorführung von Lichtbildern mirt kurzen Vorträgen:
Walzer: Beginn der Fahrt. Weissenstein: Nürnberg.
Hederich: Ankunft in Heidelberg. Henzel: Von Nürnberg bis Rothenburg. Gebhardt: Der Gang zum Schloß und Schloßhof. Marneth: Rothenburg.
Robrecht: Das Schloß und seine Umgebung. Gehring: Das obere Taubertal. Liebsch: Nach Neckarsteinach und Heidelberg. Buer: Creglingen und seine Herrgottskirche. Sengfelder: Von Neckarsteinach bis Wimpfen. Kurz: Der Vorabend in Würzburg. Schenk: Wimpfen. Römer: Aufbruch von der Jugendherberge. Kröll: Heilbronn. Kötter: Die Feste Marienburg.
Brög: Weinsberg und seine Burg Weibertreu. Lotz: Besichtigung der Stadt.
Hauenschild: Auf langer Fahrt von Weinsberg bis Nürnberg. Engers: Die Residenz.
4. Aus dem Bericht des Herrn Studienrat Dr. Wagner über die Ausführung und Auswertung einer erdkundlichen Studienfahrt der Ullb.
Die mit 26 Untersekundanern unternommene 5 tägige Studienfahrt durch das Sauerland, Neuwiederbecken, Laacher Seegebiet, Unterwesterwald und Lahntal umfaßte als Studien gebier:
1. Die Siegener Industrielandschaft mit ihrer Eisenindustrie, wo die Schüler neben den geographischen Eigenarten des Gebietes die Technologie des Eisens vom Erz zum Fertigfabrikat kennen lernen sollten,
2. die Attendorfer Höhle als eine der interessantesten Höhlen Deutschlands,
3. die Listertalsperre, wo die Umgestaltung der Landschaft und die technische Ausnutzung der Wasserkräfte in Er- scheinung trat,
4. die Vordereifel mit dem größten Maar, wo die Maarbildung, die diluviale Talbildung, die Schwemmsteinindustrie und Maria Laach als kultureller Mittelpunkt der Landschaft den Schülern bekannt werden sollte,
. den Unterwesterwald mit seiner Tonindustrie,
6. das Lahntal als eines der schönsten deutschen Täler mit seinen altertümlichen Städten, seinen Burgen und Schlössern. Auf den Eisenbahnfahrten wurde die Beobachtung auf folgende Landschaften ausgedehnt: Wetterau, Dilltal, Agger- tal, Neuwiederbecken, Rheintal, Taunus.
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Bildungsaufgabe der Reise war die Gesamterfassung mehrerer recht verschieden gearteter Landschaften des Rheinischen Schiefergebirges in bezug auf Geologie, Morphologie, Klimatologie, Wirtschaftsleben, Siedlungs- und Stammeskunde. Dazu traten insbesondere die Technologie des Eisens und der keramischen Industrie, naturwissenschaft- liche Beobachtungen verschiedener Art, kulturgeschichtliche Züge der Landschaft, geschichtliches Werden des heutigen Kulturlandschaftsbildes, Zeichnen und Kunstbetrachtungen.
Rahrrberichte über dic einzelnen Tage wurden immer von je 2 oder 3 Schülern gegeben und durch eigene photographische Aufnahmen, landschaftliche Skizzen, Blockdiagramme, Drofile, Kartenskizzen und Postkarten an- schaulich gestaltet. Bei den landeskundlichen Beobachtungen über Wanderstrecken und auf der Eisenbahnfahrt kam es in erster Linie darauf an, ein Bild vom heutigen Stand der Landschaft und von ihrem geschichtlichen Werden zu er- arbeiten. Diese Berichte sind zum Teil in Lichtbildvorträgen den Eltern bekannt geworden und bildeten eine will- kommene Gelegenheit, dem Elternhaus Einblicke in die Schularbeit zu gewähren. Sie lieferten nach der Reise den Stoff zu vertiefter Betrachtung der Ergebnisse.
Bei der länderkundlichen Beobachtung wurden Barometer, Schrittmesser, Kompaß, geologische und topographische Karten fleißig benutzt und die Messungsergebnisse mit den Angaben von Spezialkarten verglichen. Die Schüler versuchten sich mit Krokieren einfacher Geländeausschnitte und der Aufnahme einiger Wanderstrecken. Auch eine Tropfsteinhöhle wurde teilweise aufgenommen.
Kartenübungen bildeten eine Hauptaufgabe für die Wanderschar. Schon vor Antritt der Fahrt waren zahl- reiche Sonderkarten über die zu bereisenden Gebiete von den Schülern angefertigt worden: geologische, klimatologische Wirtschaftskarten verschiedener Art, Waldverteilung, Stammesverhältnisse, Konfessionsverteilung, Bevölkerungsdichte, Verkehrs- und politische Karten. Die Auswertung der Fahrt ergab Gelegenheit, Ausschnitte des Meßtischblattes und der Generalstabskarte zu zeichnen und mit weiteren Inhalten zu füllen. Während der Fahrt diente die Generalstabskarte zur Führung, zur Auswahl der besten Wege, zur Bestimmung der Wanderzeit, zur Feststellung der Steigung und des Ge- fälles usw. Auf Eisenbahnfahrten gab die Karte oft Auskunft über kulturelle und geographische Erscheinungen. Von Aussichtspunkten aus wurden mit Hilfe von Kartenstudien die Landschaften nicht nur nach ihren Inhalten erfaßt,
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