deutscher Sitte anders als andere Völker. Die Sprache, die uns die Mutter lehrte, ist die Sprache unseres deut- schen Volkes. Die Welt, die dem Leben unserer Kindheit Inhalt und Form gab, ist unsere deutsche Heimat, der unerschöpfliche Ouell, aus dem unsere Seele Nahrung und Kraft schöpfte, um zu leben und zu wachsen, ist das Schaffen und Wirken, das Denken und Dichten unserer deutschen Geisteshelden.
Recht hat die Jugend, wenn sie fordert:„Wir wollen bleiben, was wir sind.“ Recht hat sieé, wenn sie damit zur Eigenart des persönlichen Wesens sich bekennt, das die Natur uns gegeben, von dem keiner sich loslösen kann.
Recht hat die Jugend, wenn sie selbst mit sich fertig werden will, um in kraftvoller Selbstzucht ihr persönliches Wesen frei zu gestalten und ihre Figenart zur Vollendung zu bringen. Aber sie darf nie vergessen, daß ihre Eigenart ein Erbgut der Vorfahren ist, das in ihr lebt und in ihr wirkt. Sie darf nie vergessen. daß ihr eigen- persönliches Wesen sich nicht loslösen kann von den Wurzeln, mit denen es Nahrung und Kraft saugt aus der Wesensart unseres deutschen Volkes. Eingedenk muß sie immer der Goetheschen Mahnung sein:„Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!“
3. Schulwanderungen und Studienfahrten.
Wanderungen der ganzen Schule fanden am 4. Mai, 24. Mai, 15. Juni, 13. August, 27. September, 19. Dezember und 11. Januar statt.
Vom 2.— 15. Juli unternahm Herr Studienrat Gerstner mit 16 Obertertianern eine Ferienfahrt über Konstanz. den Bodensee, Bregenz(Gebhardsberg) nach Amerlügen bei Feldkirch, von wo aus Bergwanderungen auf die benachbarten Gipfel und in mehreren Tagen von Bludenz aus über Lünersee und Douglashütte eine Besteigung der Scesaplana mit Schneeabfahrt und Rückkehr über Schweizertor und Lindauer Hütte unternommen wurde. Die Rückfahrt erfolgte mit Aufenthalt in Konstanz und Freiburg.
Vom 16.— 28. Juli unternahm Herr Oberschullehrer Otte mit 15 Schülern aus verschiedenen Klassen eine Ferien- reise nach Tirol durch den Schwarzwald und über den Bodensee, Bregenz, Innsbruck nach Gries am Brenner und zu den Oberberger Seen, wo in einfacher Hütte auf Heulager Standquartier genommen wurde und die Berggipfel an der italienischen Grenze das tägliche Wanderziel bildeten.
Vom 2.—5. Februar unternahm die Skimannschaft der Helmholtz-Oberrealschule unter Leitung der Herren Dr. Goerges und Boettger von Gersfeld aus Skifahrten in der Rhön.
Größere Studienfahrten, die im Unterricht sowohl eingehend vorzubereiten wie nachträglich in verschiedener Hinsicht auszuwerten waren, wurden wiederum von den ÜUnter- und Oberprimen in vollzähligen Klassenge- meinschaften ausgeführt. Die beiden Oberprimen unternahmen ihre Fahrt unter Leitung des Direktors und der Herren Oberstudienrat Dr. Richter, Studienrat Dr. Wagner, Studienrat Dr. Freiling und Studienreferendar Graber vom 19.—24. Mai wie alljährlich nach München zum Besuch des Deutschen Museums. Nach dem in früheren Jahren bereits befolgten Plane wurde 4 Tage lang gemeinsam das Deutsche Museum besucht. Die ein-— zelnen Klassen besichtigten außerdem die Münchener Kunstsammlungen, Kirchen und künstlerische Bauwerke sowie das Schloß und den Park von Nymphenburg.
Die Ola nahm auf der Hinfahrt Aufenthalt in Würzburg, Rothenburg und Dinkelsbühl. Ein Teil der Schüler aus Ola und Olb unternahm von München aus einen Ausflug nach dem Herzogstand, zwei Schüler bestiegen die Zugspitze und fuhren in den Pflingstferien über den Bodensee und durch den Schwarzwald nach Frankfurt zu— rück. Die übrigen Schüler aus Ola schlossen an die Münchener Studienfahrt in den Pfingstferien eine Wander- fahrt über Prien. Herren- und Frauen-Chiemsee, Reichenhall, Berchtesgaden(3 Tage), Königsee, Untersberg, Purtschellerhaus, Salzburg, Bad Ischl, Traunkirchen, Passau, Eisenstein im Böhmerwald, Hohen Arber, Teufels- see, Osser, Lam und besuchten auf der Heimfahrt Nürnberg und Bamberg.
Die Olb besuchte auf der Hinfahrt Nürnberg. Die an den Münchener Besuch sich anschließende Ferienfahrt der Olb führte über Salzburg, Berchtesgaden, Innsbruck ins Stubaital nach Fulpmes und zur Besteigung des hohen Burgstall. An dem Elternabend am 25. Juni wurden von den Oberprimanern vor Eltern und Schülern folgende Lichtbildvorträge gehalten: 1. Löwenstein: Rothenburg. 2. Müller: Dinkelsbühl. 3. Alletag: Ein Gang durch Mün- chen. 4. Baumeister: Wie ich München erlebte. 5. Singelmann: Aufstieg zum Herzogstand. 6. Gleißner: Am Königsee. 7. De Ahna: Wanderung durch die Almbachklamm. 8. Oertel: Die Klinkermühle in der Almbachklamm. 0. Knabenschuh: Salzburg. 10. Brobeil: Passau und Salzburg. 11. Mathis: Aufstieg in die Schneewelt des Hohen Burgstall..
Die drei Unterprimen unternahmen vom 22.—28. September mit 66 Schülern unter Führung des Direktors und der Herren Studienräte Buß, Dr. Ritter, Dr. Michel und des Herrn Zeichenlehrers Zickwolff eine Studienfahrt durch Franken und Thüringen. Die drei Klassen fuhren gemeinsam über Würzburg, Bamberg, Lichtenfels, Schloß Banz, Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen nach Koburg, um einen Eindruck zu gewinnen von der barocken Kirchenkunst des Frankenlandes und den Meistern des Bamberger Domes. In Sonneberg lernten die Schüler die thüringische Spielwarenindustrie kennen und besichtigten die Industrieschule und das Industrie- und Ge— werbemuseum, das ein eindrucksvolles Bild von der Entwicklung der thüringischen Spielwarenindustrie bot. In Sonneberg trennten sich die Klassen in zwei Gruppen, von denen die eine in der Nähe von Steinach bei Sonneberg, die andere in Neuhaus am Rennsteig Glashütten, Thermometerfabriken und Porzellanfabriken be— sichtigten. Die Ula und Ulb fuhren von Sonneberg nach Zella-Mehlis und unternahmen eine Wanderung über Oberhof und Tambach nach Gotha, die Ulc fuhr von Neuhaus nach Jena, wo sie einen Teil der Zeißwerke und das Planetarium besichtigte, und weiter nach Weimar, um dort die Stätten der Erinnerung an unsere großen Dichter zu besuchen. In Eisenach trafen die drei Klassen wieder zusammen und wanderten über die Wartburg durch die Drachenschlucht zur Hohen Sonne. Eine Schülergruppe der Ula wanderte unter Führung von Herrn Buß von der Hohen Sonne auf dem Rennsteig weiter nach Brotterode und über den Inselsberg nach Friedrich- roda, um von Gotha aus nach Frankfurt zurückzukehren.
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