Jahrgang 
1875
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Friedrich Fertig, geboren den 10. März 1847 zu Wertheim a. M., beſuchte von Oſtern 1864 bis dahin 1866 das Lehrerſeminar zu Karlsruhe. Mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen, erhielt er eine Stelle als Lehrer in Dill⸗ und Weißenſtein bei Pforzheim und wirkte vom 1. Jan. 1868 an als ſolcher in ſeiner Vaterſtadt. Am 1. April 1873 übernahm er eine Stelle an der Haſſel'ſchen Erziehungs⸗ und Unterrichtsanſtalt dahier, bis ihm mit dem 1. October deſſelben Jahres eine Hilfs⸗ lehrerſtelle an der höheren Bürgerſchule übertragen wurde. Durch Magiſtratsdekret vom 9. Jan. 1874 wurde er zum ordentlichen Lehrer an den hieſigen Bürgerſchulen ernannt und durch das Königliche Provinzial⸗Schulcollegium beſtätigt.

Auguſt Müller, am 29. December 1843 zu Bechtheim(Untertaunuskreis) geboren, wurde auf dem Seminar zu Uſingen für den Lehrerberuf ausgebildet. Von 1864 bis 1866 wirkte er als Vikar in Grebenroth(Untertaunuskreis), von 1866 bis 1869 als Lehrgehilfe in Wallmerod(Unter⸗ weſterwaldkreis) und wurde dann zum ordentlichen Lehrer in Erdbach im Dillkreis ernannt. Während des Winters 1870/71 abſolvierte er einen Curſus in der königlichen Central⸗Turnanſtalt zu Berlin und erhielt am 1. Juli 1871 eine Stelle an der Schule zu Bornheim. Am 1. October 1873 trat er als Hilfslehrer bei der Mädchen⸗Abtheilung der höheren Bürgerſchule ein und wurde, nachdem er vom 1. Januar 1874 an zum ordentlichen Lehrer ernannt worden war, am 10. März 1874 vor dem verſammelten Lehrerkollegium verpflichtet.

Rudolf Müller, geboren den 5. September 1834 zu Striegau in Schleſien, beſuchte zuerſt die Elementarſchule ſeines Vaters, dann die dortige Stadtſchule, ſpäter die gehobene Bürgerſchule zu Freiburg und machte hierauf den dreijährigen Kurſus im Lehrerſeminar zu Steinau a/O. durch. Nach beſtandener Abiturientenprüfung wirkte derſelbe als Lehrer in Bielwieſe und Giersdorf, nahm hierauf um ſich die nöthigen Mittel zu ſeiner weiteren Ausbildung zu erwerben, eine Stelle als Erzieher in einem polniſchen Hauſe an, und trat dann in das königliche Inſtitut für Kirchenmuſik in Berlin ein. 1859 wurde er zum Lehrer an der königlich preußiſchen Garniſon⸗ und Offizierkinder⸗Schule in Luxemburg ernannt, machte den Kurſus an der Central⸗Turnanſtalt zu Berlin durch und wurde nach der Räumung Luxemburgs an die Garniſonſchule in Mainz verſetzt. Oſtern 1873 wurde er als erſter Lehrer an die gehobene Elementarſchule in Soden berufen und trat Oſtern 1874 als ordent⸗ licher Lehrer an der höheren Bürgerſchule ein.

Friedrich Wilhelm Steitz, geboren den 3. April 1846 zu Hümme, Regierungsbezirk Kaſſel(evangeliſch), erhielt ſeine Ausbildung als Lehrer auf dem Seminar zu Homberg(Regierungs⸗ Bezirk Kaſſel) von 186467; ſeine zweite Prüfung beſtand er im Mai 1872 zu Homberg. Bis Mai 1868 war er als Schulverweſer thätig zu Mackershauſen(Regierungsbezirk Kaſſel) und von Mai 1868 an als Lehrer an der höheren Töchterſchule zu Fulda. Den 1. April 1874 erhielt er ſeine jetzige Anſtellung.

Die in dem letzten Programme geäußerte Hoffnung, daß es unſerm geſchätzten Collegen Herrn Profeſſor Dr. Freſenius bald geſtattet ſein möge, ſeinen Unterricht wieder aufzunehmen, iſt leider nicht in Erfüllung gegangen. Wenn ſich ſein Zuſtand auch nicht verſchlimmert hat, ſo hat er doch ſeiner ſo erſprießlichen Thätigkeit ſich nicht wieder widmen können; der ihm bewilligte Urlaub mußte bis zum Ende dieſes Winterſemeſters verlängert werden. Für die Theilnahme und das Intereſſe,