Jahrgang 
1912
Einzelbild herunterladen

III.(U III). 4 Stunden wöchentlich.

Grammatik: Zusammenfassende und vertiefende Wiederholung der grammati- schen Aufgaben der drei unteren Klassen unter besonderer Berücksichtigung der Un- regelmässigkeiten und Schwankungen des Sprachgebrauchs, namentlich in der Formenlehre.

Aufsätze(Erzählungen, leichtere Beschreibungen und Schilderungen, gelegentlich auch in Briefform) alle 4 Wochen, ab und zu auch Klassenaufsätze.

Lesen von Gedichten und Prosastücken(aus dem deutschen Volksepos, auch aus dem nordischen Sagenkreise; Allgemeingeschichtliches, Kulturgeschichtliches, Erdkundliches, Naturgeschichtliches; leichte Erzählungen und Darstellungen zur Veranschaulichung des wirt- schaftlichen Lebens, namentlich auch in biographischer Form; Episches, insbesondere Bal- laden). Belehrungen über die persönlichen Verhältnisse der Dichter sowie über die poeti- schen Formen und Gattungen, soweit sie zur Erläuterung des Gelesenen erforderlich sind.

Auswendiglernen und Vortragen von Gedichten wie auf den Vorstufen.

II.(O III). 3 Stunden wöchentlich.

Grammatik: Das Wichtigste aus der Wortbildungslehre, an Musterbeispiele ange- schlossen; insbesondere Ablaut, Umlaut, Brechung, Bedeutung der Ableitungssilben, Zu sammensetzung.

Aufsätze wie in U III, dazu Auszüge oder Uebersichten des Gedankenganges von prosaischen Lesestücken.

Lesen im allgemeinen wie in U III unter allmählichem Hervortreten der poctischen Lektüre neben der prosaischen. Episches, Lyrisches und Dramatisches(insbesondere Balla den von Schiller und Uhland; Körners Zriny, Uhlands Herzog Ernst von Schwaben, Wilhelm Tell, Heyses Kolberg oder Aehnliches; Homer in einer guten Uebersetzung). Belehrungen über die persönlichen Verhältnisse der Dichter, sowie über die pôetischen Formen und Gattungen wie in U III.

Auswendiglernen und Vortragen von Gedichten und Stellen aus Dichtungen wie auf den Vorstufen.

I.(U Il). 3 Stunden wöchentlich.

Praktische Anleitung zur Anfertigung von Aufsätzen durch Uebungen im Auf finden und Ordnen des Stoffes. Leichte Aufsätze abhandelnder Art, z. B. Vergleichungen, neben erzählenden Darstellungen oder Berichten wie in III, nur umfassender, 8 Aufsätze im Schuljahr.

Lektüre: Die Dichtung der Befreiungskriege; Schillers Glocke; einige geschicht- liche Dramen(z. B. Jungfrau von Orleans), Minna von Barnhelm, Hermann und Dorothea; daneben Lesen und Besprechung von Aufsätzen und Gedichten des Lesebuches. Die Prosa- lektüre, die im wesentlichen als Hauslektüre zu behandeln ist, dient hauptsächlich zur Er- weiterung der Kenntnisse auf wirtschaftlichem Gebiet.

Auswendiglernen von Stellen aus Dichtungen und Uebungen in frei gesprochenen Be- richten über Gelesenes und Durchgearbeitetes.

3. Französisch. a) Allgemeines Lehrzliel. Verständnis leichterer französischer Schriftwerke neuerer Zeit, grammatische Schu- lung und einige Geübtheit im mündlichen und schriftlichen Gebrauche der Sprache, unter be- sonderer Berücksichtigung der Stoffe und Ausdrücke des kaufmännischen Lebens.

b) Lehraufgaben. VI. 6 Stunden wöchentlich. Die Konjugation der Hilfszeitwörter avoir und éêtre sowie der regelmässigen Zeit- wörter. Die Anfangsgründe der Formenlehre: Geschlechtswort, Hauptwort, Eigenschafts- wort, Fürwörter und Zahlwörter.