englische Sprache und Korrespondenz, italienische Sprache und Korrespondenz, deutsche Handels- korrespondenz, einfache und doppelte Buchhaltung, kaufmännisches Rechnen u. s. f. Als Mindestzahl von Teilnehmern sind 15 für jeden Kurs festgesetzt; für jede Abteilung sind 2 Wochenstunden bestimmt, die auf die Zeit abends von 7— 9 Uhr fallen. Das Schulgeld beträgt für jede Wochenstunde halbjährlich 3 Mk., also für einen abgeschlossenen Halbjabhrs-
kurs 6 Mk. 2. Die Handelsrealschule.
Der Kaufmannsstand kommt in unserem allgemeinen höheren Schulwesen mit seinen Interessen viel kürzer weg als die gelehrten und technischen Berufsarten; während diese in dem Mittel- und Oberbau der höheren Knabenschulen je nach deren Charakter voll zur Geltung kommen, wird ihm wenig oder gar keine Beachtung geschenkt. Die Folge ist, daß der junge Mann, der sich nach dem Besuche einer höheren Lehranstalt dem Handelsstande widmet, in einen Beruf eintritt, zu dem von der Schule die Verbindungsfäden fehlen, und für den er infolge seines bisherigen Unterrichts mitunter auch nicht mehr die unbefangene Anpassungsfähigkeit besitzt. Es gilt daher für den Kaufmannsstand eine höhere Schule zu schaffen, die, ohne die Grundsätze der Allgemeinbildung zu verlassen, doch seinen Interessen hinreichend Rechnung trägt. Da die meisten der Schüler höherer Lehranstalten, die sich dem kaufmännischen Berufe widmen, sich damit begnügen, ihre Ausbildung bis zur Erlangung der Reife für den einjährigfreiwilligen Dienst auszudehnen, so fallen die Ziele dieser Sonderschule im allgemeinen mit denen der Realschule zusammen, nur daßz sie die Vielgestaltung der Erscheinungen auf allen Wissensgebieten nach einer von vornherein scharf bestimmten Richtung, dem kaufmännischen Berufe, hin entwickelt. Deutsch, Französisch, Englisch, Geschichte und Geographie, die Naturwissenschaften dienen daher außer der Allgemeinbildung auch der Berufsbildung, die durch besondere Fachgegenstände, wie kaufmännisches Rechnen, Buchhaltung, Handelskorrespondenz und Handelsbetriebslehre, noch ergänzt wird, so daß der gesamte Unterricht durch das Zusammenwirken und Ineinandergreifen der einzelnen Fächer eine Einheit des Bildungsinteresses erhält, wie sie kaum eine andere höhere Schule besitzt.
Diese neue Anstalt, die Handelsrealschule, besteht vorläufig aus den drei Klassen Tertia, Sekunda und Prima, durch deren Besuch die Berechtigung zum einjährigfreiwilligen Dienst, sowie eine auf der Grundlage der Allgemeinbildung sich aufbauende, gründliche Berufs- bildung erworben werden soll. In der Militärdienstbegünstigung werden also Realschüler und Handelsrealschüler gleichgestellt sein. Bei dem Eintritt in den kaufmännischen Beruf ist aber der letztere bei weitem im Vorteil, und deshalb ist es auch recht und billig, daß dieser Vorteil bei der Bemessung der Lehrzeit gewertet, d. h. dem Handelsrealschüler eine Verkürzung der Lehrzeit(auf zwei Jahre) gewährt wird.
3. Die höhere Handelsschule.
Für die obersten Stufen des Kaufmannstandes, für den Grosshandel sowohl im Waren- wie im Bankgeschäft, kann die mittlere Handelsschule ebensowenig genügen wie die Realschule; der Großkaufmann, an den in der heutigen Zeit die Betätigung im Wirtschaftsleben, wie durch Ehrenämter im Gemeinde- und Stadtleben so hohe Anforderungen stellt, der den Anteil des heimischen Handels am Welthandel bestimmt, der Kkann mit einer Durchs chnitts- bildung nicht auskommen; der brauchtneben demjenigen Mab von Allgemein- bildung, wie sie mindestens die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst bedingt, noch eine intensive wie extensive fachliche Bildung.
Diese zu vermitteln, das soll die Aufgabe der höheren Handelsschule sein. Sie besteht aus Zwei Klassen, die in gewissem Sinne eine Fortsetzung der Handelsklassen des Wöhler- Realgymnasiums, aber doch nach ihrem Lehrplane etwas selbständig Neues sind. Der Schwer- punkt desselben beruht auf den fremden Sprachen, den naturwissenschaftlich-technischen Fächern und den kaufmännischen Fachgegenständen. In wahlfreien Kursen bietet er dem Schüler


