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und Elsaß-Lothringen handeln oder um den Kolonialkriegerdank oder um Veteranenfürsorge, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie haben Kriegsmarken und Bilder des Kaisers, des Kronprinzen und Hindenburgs zum besten des Roten Kreuzes gekauft; sie beziehen die vom Hilfsverein Deutscher Frauen in Berlin herausgegebene Zeitschrift„Weltkrieg“. Manche Klassen lieben es, ihre Beiträge unter sich aufzubringen. In andern Fällen haben einzelne Schüler durch geschickte Werbetätigkeit in der ganzen Anstalt in kurzer Zeit überraschende Ergebnisse erzielt. So konnte ein Unterprimaner dem Deutschen Verein für Sanitätshunde 142 ℳ überliefern.
Neue Anforderungen an die Opferwilligkeit unserer Schüler erwuchsen aus dem Wunsche, unsern Truppen im Felde Liebesgaben zu senden. Zum Sammeln und Verpacken der Spenden wurde ein Zimmer eingeräumt, an dessen Tür eine Tafel mit der Aufschrift:„Abt. für Liebesgaben“ die Bestimmung des Raumes verkündet. Es gingen Sendungen ab an folgende Truppenteile: Inf.-Rgt. Nr. 81; 1. und 2. Komp. Res.-Inf-Rgt. Nr. 87; 3. Komp. Feld-Bat. 67; 6. Komp. Landw.-Inf.-Rgt. Nr. 107, die unser unvergeßlicher Herr Otto Schieck geführt hatte; ferner an die Kompagnie des 2. Landsturmbataillons Cüstrin, die unser ehemaliger Direktor, Herr Provinzialschulrat Dr. Bruhn führte. Durch den Verkauf von Prof. Richters Flugschrift„Der Krieg und die deutsche Jugend“ hatten wir 225 M. verdient. Davon wurden durch das Generalkommando 166 M. der 7. Komp. des Inf.-Rgts. Nr. 131 überwiesen; den Rest erhielt das Reservelazarett in St. Avold. Für die Verwundeten in den Frankfurter Laza- retten wurden Spiele und Lesestoff gesammelt. Auch den ehemaligen Schülern des Goethe-Gymnasiums und des alten Städtischen Gymnasiums ein Zeichen treuen Gedenkens zu schicken war uns ein Bedürfnis Der schwie- rigen Aufgabe, die Adressen der im Felde stehenden alten Angehörigen unserer Anstalt zu sammeln, unterzog sich unser ehemaliger Schüler Erich Röver, der nach beendetem Studium gerade auf seine Einberufung wartete. Einige Primaner und Sekundaner, die ihn bei der Fertigstellung der ersten Sendung unterstützt hatten, haben später die für unsere Anstalt so wichtigen Beziehungen zu den alten Angehörigen fast gan⸗z selbständig weiter gepflegt. Der Verein ehemaliger Goethe-Gymnasiasten leistete zu den Unkosten einen Beitrag von 150 M. Die zahlreichen Zuschriften, die uns auf diese Sendungen hin aus dem Felde zugingen, haben uns dann wieder ver- anlaßt, den im Felde Stehenden zweimal über die Schicksale unserer Angehörigen und über das Leben der Schule in der Kriegszeit zu berichten.
Eine von zwei Unterprimanern eingeleitete Stanniolsammlung, zu der viele Frankfurter Schulen beige- steuert haben, brachte 576 M. ein; diese wurden dem Kreis-Kriegerverband Frankfurt a. M. übergeben. Wir haben darauf den andern Schulen vorgeschlagen, diese Sammlungen von Zeit zu Zeit zu wiederholen, und hoffen, für den Ertrag der zweiten Sammlung etwa den dreifachen Preis zu erzielen. Auch an der nationalen Metall- sammlung haben sich unsere Schüler eifrig beteiligt. Für die Reichsbank haben unsere Klassen bis jetzt schon über 50 000 M. Gold gesammelt und sich damit zweimal einen schulfreien Tag errungen.
Diese Beispiele mögen genügen, um zu zeigen, wie unsere Schüler in dieser gewaltigen Zeit bemüht sind, sich an ihrem Teile zu betätigen. Alle Leistungen hier aufzuführen ist nicht möglich und auch nicht nötig. Die großen Ereignisse des Krieges zu betrachten, dazu gaben die Siegesfeiern Gelegenheit, zu denen die herrlichen Erfolge unserer Heere die Schule wieder und wieder zusammenriefen. Vortrag einiger Dichtungen, die kurze Ansprache eines Lehrers, ein gemeinsames Lied— das war der einfache Rahmen, indem sich diese Feiern voll- zogen. Wir bemühten uns dabei, den Schülern das Verständnis zu erschließen für die sittlichen Kräfte, auf die der unerschütterliche Glaube unseres Volkes an den endlichen Sieg sich gründet, wie für die Pflichten, die den Daheimgebliebenen, groß und klein, in dieser Zeit obliegen. Manches Mal konnte der Rahmen auch erweitert werden durch die Verlesung der Mitteilungen, die uns von unseren Angehörigen aus dem Felde so zahlreich zugingen. Noch unmittelbarer ergriff uns das Wesen der gewaltigen Kümpfe, wenn wir den Schilderungen von Kriegsteilnehmern lauschen durften und das war uns dreimal vergönnt. Zweimal, am 1. Dezember und am 12. Februar, hatten wir die große Freude, unsern Direktor, Herrn Dr. Vilmar, von den Kämpfen in Lothringen zu uns sprechen zu hören, und am 24. März berichtete uns Herr Prof. Dr. Drüner von dem Siegeszuge bis zur Marne und von den Stellungskämpfen in der Champagne.
Bei unsern Kriegsfeiern in der Aula wurden regelmäßig auch die Namen derjenigen Angehörigen unserer Schule verlesen, die sich das Eiserne Kreuz errungen hatten, und es erfüllte uns mit stolzer Freude, diese Liste von Monat zu Monat anschwellen zu sehen. Aber schwer waren aus der Zahl unserer Lieben auch die Opfer des Krieges, von denen zu berichten war. Kein Verlust traf die Schule schwerer als der unseres lieben Herrn Oberlehrer Otto Schieck, den am 20. November bei Tschenstochau die tödliche Kugel traf. Wenn je ein Mann


