24
„Max Friedrich Mann, 1860 auf Rittergut Nentschau bei Hof in Bayern geboren, auf der 1. Bürger- schule und dem Realgymnasium in Leipzig vorgebildet, studierte von Ostern 1879 an in Leipzig. Halle und Genf neuere Sprachen und Germanistik und promovierte 1883 in Leipzig mit einer Dissertation über den Physiologus des Philipp von Thaun und seine Quellen. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in England bestand er im Mai 1886 das Staatsexamen vor der philologisch-historischen Sektion der K. Prüfungskommission für Kan- didaten des höheren Schulamts zu Leipzig, wirkte schon von Ostern 1886 an als Lehrer an der 2. höheren Bürger- schule und am K. Gymnasium zu Leipzig, hierauf an dem K. Gymnasium zu Wurzen, der Realschule zu Reichen- bach i. V., dem Vitzthumschen Gymnasium zu Dresden, der Realschule zu Meissen und von Michaelis 1889 bis Ostern 1902 wieder am K. Gymnasium zu Leipzig. Den Winter 1893/94 verbrachte er in Frankreich.“
„Wilhem Vilmar, evangelischen Bekenntnisses, geboren am 18. Oktober 1870 zu Greifswald i. P. als Sohn des ordentlichen Universitätsprofessors Dr. theol. et phil. Eduard Vilmar, besuchte das Gymnasium zu Marburg, studierte von Ostern 1889 bis 1894 auf den Universitäten Marburg und Berlin Philologie, besonders Germanistik und Geschichte, bestand am 28. Juni 1894 vor der philosophischen Fakultät der Universität Marburg das Doktor- examen und am 3. August 1895 die Oberlehrerprüfung. Von Herbst 1895 bis Herbst 1896 genügte er seiner Militär- pflicht, war dann zu Cassel vom Herbst 1897 an als Seminarkandidat am K. Friedrichsgymnasium zu Cassel und als Probekandidat am K. Gymnasium in Marburg. Im Winter 1898/99 besuchte er die K. Turnlehrerbildungs- anstalt in Berlin, war nach kurzer Thätigkeit am K. Gymnasium zu Marburg ein Jahr Hauslehrer und von Herbst 1900 bis Ostern 1901 wissenschaftlicher Hülfslehrer am K. Gymnasium zu Weilburg.“
Der Gesundheitsstand des Lehrerkollegiums war im allgemeinen recht befriedigend; Herr Professor Hauschild mußte infolge eines Unfalls, den er bei Benutzung der Elektrischen Strassenbahn erlitten hatte, mehrere Wochen dem ÜUnterrichte fern bleiben.
Die Herren Oberlehrer Dr. Wirth und Dr. Bopp wurden zu Professoren ernannt mit dem Rang der Räte IV. Klasse(s. S. 21).
Durch Allerhöchstes Patent Sr. Majestät des Königs vom 28. Oktober 1901 wurde dem Direktor der Charakter als Geheimer Regierungsrat verliehen.
2. Das Königliche Pädagogische Seminar.
Dem Pädagogischen Seminar waren im Berichtsjahre als Mitglieder überwiesen die Herren: Maximilian Schmidt-Hartlieb, Lorenz Mack, Dr. August Madert, Dr. Ludwig Seippel und Hermann Till. Als Lehrer war außer dem Direktor Herr Oberlehrer Dr. Banner thätig. Auch von den übrigen Mitgliedern des Lehrerkollegiums nahmen mehrere in dankenswertester Weise an den Arbeiten des Seminars teil, so die Herren Oberlehrer Dr. Schwemer, Dr. Winneberger, Weiß, Dr. Merian-Genast, Dr. Weismantel. Dr. Pappritz.
Herr Oberregierungsrat D. Dr. Lahmeyer unterzog am 6. Februar das Seminar einer eingehenden Revision.
3. Prüfungen.
Die schriftliche Prüfung des Michaelis-Termins fand in den Tagen vom 19. bis 24. August statt, die mündliche unter dem Vorsitze des Direktors am 20. September. Der Schüler, der sich der Prüfung unterzog, wurde für reif erklärt.
Die schriftliche Prüfung des Oster-Termins fiel in die Tage vom 10. bis 15. Februar, die mündliche Prüfung wurde am 5. März unter dem Vorsitze des Herrn Ober- und Geheimen Regierungsrates D. Dr. Lahmeyer abge- gehalten; als Vertreter des Kuratoriums wohnte Herr Stadtrat Grimm der Prüfung bei. Sämtlichen 24 Schülern der Oberprima wurde die Reife zugesprochen, 19 unter ihnen wurden von der mündlichen Prüfung befreit.
4. Schulfeste.
Das Maifest wurde am 21. Mai durch Ausflüge der einzelnen Klassen unter Leitung ihrer Klassenlehrer bei günstigem Wetter gefeiert. An Stelle des Sedanfestes traten auch in diesem Schuljahre Turnfahrten. Die Schüler der Oberklassen unternahmen am 2. und 3. September unter Leitung des Direktors und der Herren Professor


