Jahrgang 
1902
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Regiment von Gersdorff(Kurhess.) No. 80, dem er jetzt als Leutnant der Reserve angehört. Sodann leistete er 1897 1898 das pädagogische Seminarjahr am Königlichen Gymnasium zu Weilburg, sein Probejahr 1898 1899 am Goethe-Gymnasium zu Frankfurt a. M. ab. An letzterer Anstalt blieb er als wissenschaftlicher Hülfslehrer be- schäftigt. 1899 bestand er in Berlin die Purnlehrerprüfung.

Hans Drüner, am 27. Mai 1873 als Sohn des verstorbenen Rektors August Drüner in Detmold geboren, evangelischen Bekenntnisses, besuchte von Ostern 1882 bis Ostern 1891 das Gymnasium Leopoldinum zu Detmold und studierte dann auf den Universitäten Bonn, Marburg und Berlin Theologie und klassische Philologie. Während des Studiums genügte er in Marburg seiner Dienstpflicht im Heere, dem er noch als Leutnant der Reserve an- gehört. Im Jahre 1896 wurde er auf Grund seiner DissertationUntersuchungen über Josephus in Marburg zum Doktor promoviert und bestand ebenda im Juni 1898 die Oberlehrerprüfung. Das pädagogische Seminarjahr leistete er 1898 99 am Königlichen Gymnasium in Wiesbaden, das Probejahr 1899 1900 am Goethe-Gymnasium in Frankfurt a. M. ab. Im Februar 1900 unterzog er sich der Turnlehrerprüfung in Berlin. Am Goethe-Gymnasium war er seit Ostern 1900 als wissenschaftlicher Hülfslehrer beschäftigt.

Zu gleicher Zeit trat Herr Dr. Vilmar, zunächst als wissenschaftlicher Hülfslehrer, in unsere Anstalt ein, der bis dahin am Königlichen Gymnasium in Marburg thätig war.

Michaelis 1901 schied Herr Oberlehrer Dr. Liermann aus unserm Kollegium, um die Leitung des Realgymnasiums Wöhlerschule zu übernehmen. Er hat unserer Anstalt früher als Schüler angehört, dann von Ostern 1891 an als Lehrer, sowohl während seines Probejahrs, wie als wissenschaftlicher Hülfslehrer und als Oberlehrer. So war sein Leben mit dem unserer Schule aufs innigste verwachsen, und sein Scheiden wurde weder ihm noch uns leicht. Für die bedeutenden Dienste, die er dem Goethe-Gymnasium in den wichtigen und ernsten Jahren der ersten Entwicklung des neuen Lehrganges geleistet hat, sprechen wir ihm, dem treuen Freunde und Genossen, auch hier den wärmsten Dank aus.

An seine Stelle trat Herr Oberlehrer Dr. Bruhn, der an dem Reform-Realgymnasium in Kiel bereits den neuen Lehrgang des Lateinischen in eigener Thätigkeit kennen gelernt hatte. Da Herr Oberlehrer Presber, über dessen Wahl schon im letztjährigen Programm(S. 20) berichtet ist, erst Michaelis 1901 in unsere Anstalt eintreten konnte, so durften wir mit der Eröffnung des Winterhalbjahres zwei neue Kollegen bewillkommnen. die uns bereits werte Mitarbeiter geworden sind. Sie berichten über ihren Lebensgang Folgendes:

Adolf Presber, evangelischen Bekenntnisses, wurde am 10. Juli 1861 zu Soden i. T. geboren. Von Ostern 1876 82 besuchte er das Realgymnasium in Wiesbaden und erhielt Ostern 1882 an dieser Anstalt das Reifezeugnis. Von Ostern 1882 bis Ostern 1887 studierte er in München und Marburg Mathematik und Natur- wissenschaften und bestand im Juni 1887 die Oberlehrerprüfung an der Universität Marburg. Von Michaelis 1887 88 leistete er an der Klingerschule das pädagogische Probejahr ab, war darauf bis Ostern 1894 als wissen- schaftlicher Hülfslehrer und bis Michaelis 1901 als Oberlehrer an derselben Anstalt thätig.

Ewald Bruhn, geboren den 6. November 1862 in Flensburg, evangelischen Bekenntnisses, besuchte das Gymnasium zu Plön, studierte von Ostern 1882 bis Michaelis 1885 klassische Philologie in Kiel, Leipzig und Göttingen, promovierte im August 1885 in Kiel auf Grund seiner DissertationLucubrationum Euripidearum capita selecta und bestand im März 1887 ebenda das Staatsexamen. Seiner militärischen Dienstpflicht genügte er als Freiwilliger in Flensburg vom 1. Oktober 1885 86. Michaelis 1893 wurde er als Oberlehrer an die Kieler Gelehrten- schule berufen und ging in gleicher Eigenschaft Ostern 1897 an die mit einem Reformrealgymnasium verbundene Oberrealschule zu Kiel über. Der Armee gehört er als Oberleutnant der Landwehr an.

Herr Dr. Sack(S. Progr. 1901 S. 20), der im Sommerhalbjahr Herrn Oberlehrer Presber vertreten hatte, verließ die Anstalt, um eine der städtischen Aushülfs-Oberlehrerstellen zn übernehmen. Für die ersprieß- lichen Dienste, die er dem Gymnasium geleistet hat, sprechen wir ihm den wärmsten Dank aus.

Ein neuer Verlust steht unserer Anstalt Ostern 1902 bevor: Herr Oberlehrer Dr. Winneberger wird als Direktor an die Anstalt zurückkehren, an der er schon früher lange Zeit als Lehrer gewirkt hat. Nur drei Jahre haben wir seiner energischen und umsichtigen Hülfe uns erfreuen dürfen, aber er wird unsere Anstalt mit dem Gefühle verlassen, daß seine Arbeit hier dauernde und tiefgehende Wirkung zurücklässt. Wir bleiben ihm in Freundschaft verbunden und in Dankbarkeit verpflichtet.

An seine Stelle wird Herr Oberlehrer Dr. Mann aus Leipzig treten; zugleich wird der bisherige wissen- schaftliche Hülfslehrer Dr. Vilmar als Oberlehrer von Ostern dieses Jahres ab angestellt. Diese beiden Kollegen, die wir herzlich willkommen heißen, teilen über ihren Lebensgang Folgendes mit: