Jahrgang 
1898
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5. 1897, 13 November. Mitteilung einer Verordnung der Königlichen Regierung über die Regelung der Schul- pflicht:§ 2 die Verpflichtung zum Schulbesuch beginnt mit jedem Schuljahre für diejenigen Kinder, die bis zum 31. März des laufenden Kalenderjahres das sechste Lebensjahr zurückgelegt haben, und endigt mit dem Schlusse des Schuljahres für diejenigen Kinder, die bis zum 31. März des laufenden Kalenderjahres das vierzehnte Lebensjahr vollenden.§ 5 Abs. 3: Entlassungen aus der Schulpflicht innerhalb des Schuljahres finden nicht statt.

6. 1897, 11. Dezember. Nach Beschluß des Magistrats vom 3. d. Mts. werden vom 1. Oktober 1897 ab Vertretungen der Lehrer vom fünften Tage an vergütet, sodaß unentgeltliche Vertretung nur noch für 4 Tage eintritt. Die Honorarsätze für volle mit 24 Stunden beschäftigte wissenschaftliche Hilfslehrer sind von dem gleichen Zeitpunkt an auf 2700 Mk. erhöht.

7. 1898, 5. Januar. Der Oberlehrer am Goethe-Gymnasium Herr Dr. Julius Ziehen ist durch Magistratsbeschluß vom 2. November v. J. zum Direktor der Wöhlerschule vom 1. April ab ernannt und als solcher durch Allerhöchsten Erlaß vom 22. Dezember bestätigt worden.

8. 1898, 2. Februar. Der Oberlehrer an der Adlerflychtschule Herr Dr. Oskar Winneberger ist durch Magistrats- beschluß vom 7. V. Mts. als Oberlehrer an das Goethe-Gymnasium vom 1. April ab versetzt worden; bestätigt vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium durch Verfügung vom 28. v. Mts.

9. 1898, 23. Februar. Durch Magistratsbeschluß vom 18. d. Mts. ist für die Teilung der Untertertia im Jahre 1898/99 die Schaffung einer weiteren Oberlehrerstelle II. Gehaltsklasse erfolgt.

III. Chronik.

l. Veränderungen im Lehrerkollegium.

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres, das am 26. April 1897 eröffnet wurde, traten die neu erwählten Oberlehrer, Herr Dr. Otto Weismantel und Herr Dr. Otto Liermann, ihr Amt an unserer Anstalt an. Der erstere nimmt die Stelle ein, die durch das Ausscheiden des Herrn Prof. Dr. Israel Holtzwart frei geworden war; der letztere diejenige, die infolge der Teilung der Untertertia neu gegründet wurde(S. Progr. 1897, S. 39 u. 40 u. S. 24 oben). Beide Kollegen waren uns keine Neulinge, sondern bereits erprobte Mitarbeiter, und sie haben in dem nun ablaufenden Schuljahre nicht wenig dazu beigetragen, daß unsere Schule die ihr in diesem Jahre gestellten Aufgaben erfüllen konnte. T'ber ihren Lebensgang berichten sie Folgendes:

Otto Liermann, geboren dahier am 15. April 1867, Sohn des Stadtschulinspektors W. Liermann, ev. Konfession, besuchte von Ostern 1876 bis Ostern 1885 das hiesige städtische Gymnasium. Bis Herbst 1889 widmete er sich dann in Bonn, Erlangen und Halle vorzugsweise altphilologischen und historischen Studien. Die philosophische Doktorwürde und die Facultas docendi erwarb er in Halle, wo er zuletzt ein Jahr lang als erster Custos der Studentenbibliothek fungierte, zugleich besonders mit archäologischen Studien beschäftigt. Von Ostern 1890 bis Ostern 1891 leistete er am Kgl. Gymnasium zu Wiesbaden sein Seminarjahr, von Ostern 1891 bis Ostern 1892 am städt. Gymnasium zu Frankfurt a. M. sein Probejahr ab. Im Dienste dieser Anstalt verblieb er als wissenschaftlicher Hilfslehrer, zuletzt seit Herbst 1897 in Verwendung am Lessing-Gymnasium. Während dieser Zeit erwarb er sich auch eine Lehrbefähigung im Französischen und im Turnen. Der Armee, in die er am 1. April 1886 als Einjährig-Freiwilliger eintrat, gehört er als Reserveoffizier an. Außer einigen in Zeitschriften u. a. veröffentlichten Arbeiten erschienen von ihm im Druck: Analecta epigraphica et agonistica, erschienen als Band X der Halleschen philologischen Abhandlungen, 1890. Graf A. von Roon, ein Bild seines Lebens und Wirkens, 1896.

Otto Weismantel, geboren dahier am 11. Oktober 1862, kath. Konfession, Sohn des verstorbenen Kaufmannes Ernst Weismantel, besuchte erst die Selektenschule, dann das hiesige städt. Gymnasium, das er Ostern 1884 mit dem Zeugnis der Reife verließ. In Freiburg, Jena und Marburg studierte er Mathematik, Erdkunde

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