Jahrgang 
1898
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Untersekunda. Frankfurter Lehrplan. Klassenlehrer: Abt. a: der Direktor. Abt. b.: Prof. Dr. Wulff.

Religionslehre: Lektüre der ersten Hälfte des Lukasevangeliums. Wiederholungen und Ergänzungen zu Bibelkunde und Katechismus. Luthers Leben und Schriften bis 1525. 2 St. Hauschild(Abt. b im Sommer: Bellgard). Katholische: zusammen mit Ii.

Deutsch: Schillers Maria Stuart; einige schwierigere Gedichte von Schiller. Goethes Hermann und Dorothea und Götz von Berlichingen. Die Dichtung der Befreiungskriege. Wieder- holung früher auswendig gelernter Gedichte und Memorieren ausgewählter Abschnitte aus der Lektüre. Dispositionsübungen; freie Vorträge. 3 St. Ziehen. Wulff.

Aufsatzthemata in Abt. a.: 1. In welcher Weise suchte Friedrich der Große die Wunden zu heilen, die der siebenjährige Krieg seinem Lande geschlagen hatte. 2. Die Staatsratsscene in Schillers Maria Stuart. 3. Perikles. 4. Hermanns Heimatstädtchen. 5. Ernst Moritz Arndts Leben. 6. Fortes Fortuna adiuvat. 7. Rückerts Geharnischte Sonette, eine Chronik der Befreiungszeit. 8. In welchem Sinne und aus welchen Gründen kann man die Jahre 1806 1813 alsSegensjahre des Unglücks für den preußischen Staat bezeichnen?(Prüfungsarbeit.) Ziehen.

Aufsatzthemata in Abt. b.: 1. Unter dem Thorweg(Situationszeichnung aus Goethes Hermann und Dorothea). 2. Zur Auswahl: a) Das Auftreten Hermanns im zweiten Gesange von Goethes H. u. D. b) Das Gespräch zwischen Mutter und Sohn im vierten Gesange von Goethes H. u. D. 3.(Klassenaufsatz.) Zur Auswahl: a) Wie hat Schiller in seinerKlage der Ceres den antiken Mythus umgedeutet? b) Kassandra(nach Schiller). 4. Willenskraft Wege schafft. 5.(Klassenaufsatz): Wie kommt in Schillers Maria Stuart die Zusammen- kunft der beiden Königinnen zu stande? 6. Zur Auswahl: a) Blüchers Anteil an den Befreiungskriegen. b) Osterreich und Preußen in den Befreiungskriegen(Ein Vergleich). 7. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. 8. Mit welchem Rechte wird Scharnhorst von Arndt gepriesen alsWaffenschmied der deutschen Freiheit und alsEhrenbote für die großen Toten?(Prüfungsaufsatz.) Wulff.

Lateinisch: Lektüre: Cicero in Catilinam I, III, IV. Aus Ovids Methamorphosen(nach der Auswahl von Meuser-Egen): II 1 328(Phaethon); VI 146 312(Niobe); XI 85 193 (Midas) in IIza, bez. III, 1 137(Kadmus) in IIeb. Etwa 100 Verse auswendig gelernt. Sallustius, bellum Iugurthinum(ganz). Bei jedem neuen Schriftsteller wurde längere Zeit die Vorbereitung in der Klasse vorgenommen, so daß für die häusliche Bearbeitung nur die Wiederholung blieb. Ferner wurden Übungen im unvorbereiteten Übersetzen(Caesar bell. Gall. VII, 1 32) und in freier lateinischer Wiedergabe des Gelesenen veranstaltet. Grammatik: Aus der Satzlehre von Reinhardt wurde die Lehre von den Arten des Satzes und dem zusammengesetzten Satze§ 146 277 systematisch durchge- nommen und somit die Satzlehre abgeschlossen. Aus dem Übungsbuche von Ostermann-Müller (IV. Teil) wurden die entsprechenden Stücke 204 294 teils schriftlich, teils mündlich über- setzt. Wiederholungen aus der Formenlehre fanden gelegentlich statt. Meist wöchentlich eine Klassenarbeit(darunter einige Übersetzungen aus dem Lateinischen ins Deutsche); alle 14 Tage eine Hausarbeit; 4 kleinere deutsche Ausarbeitungen, in der Klasse angefertigt. 8. St. Reinhardt. Waulff.

Griechisch: Die Formenlehre des attischen Dialekts, verba anomala mit Auswahl.(Nach Roemer, Formenlehre). Ausgewählte Hauptregeln der Syntax, im Anschluß an den Lese- stoff induktiv abgeleitet. Lektüre nach dem Lesebuch von Herwig: durchgenommen wurden sämtliche Stücke von 1 bis 88, von da an mit Auswahl. Die deutschen Ubung- stücke wurden sämtlich(teils mündlich, teils schriftlich) übersetzt. Meist wöchentlich