Jahrgang 
1898
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8 Französisch: Im Sommer(2. Kursushälfte): Schriftliche iibungen durch Diktate, Über- setzungen aus dem Französischen ins Deutsche und freie Wiedergabe des Gelesenen. Lektüre: Augier et Sandeau, le Gendre de M. Poirier. d'Hérisson, Journal d'un officier d'ordonnance. Französische Verslehre. Sprach- und litteraturgeschichtliche Erläuterungen bei Gelegenheit der Lektüre. Sprechübungen. Im Winter(1. Kursushälfte): Schriftliche Übungen wie oben. Gelesen: Molière, l'Avare. Daudet, Lettres de mon moulin. Über- sicht über die Geschichte der französischen Litteratur bis auf Ludwig XIV. 2 St. Banner.

Englisch: Im Sommer(2. Kursushälfte): Gelesen: Milton, Paradise lost, I. und II. Buch. Irving, Tales of the Alhambra. Byron, The Prisonner of Chillon. Schriftliche und münd- liche Ubungen. 2 St. Banner.

Hebräisch: Im Sommer(2. Kursushälfte): Wiederholungen und Erweiterungen zur Formen- lehre und Syntax nach Seffer 9. Aufl. Lektüre von I Sam. VIII ff. Schriftliche Ubungen monatlich. Im Winter(1. Kursushälfte): Abschluß der Grammatik nach Seffer 9. Aufl. von§ 85 an. Lektüre sämtlicher Übungs- und Lesestücke. 2 St. Hauschild.

Geschichte: Im Sommer(2. Kursushälfte): Europäische Geschichte bis zum deutsch-fran- zösischen Kriege. 3 St. Schwemer. Im Winter(1. Kursushälfte): Die wichtigsten Begebenheiten der Neuzeit von 1555 bis zu dem Zeitalter der französischen Revolution.

3 St. Schwemer.

Mathematik: Im Sommer(2. Kursushälfte): Wiederholungen des Pensums der früheren Klassen an Ubungsaufgaben. Anwendung des binomischen Lehrsatzes auf Maxima und Minima, auf numerische Gleichungen u. s. w. Grundlehre von den Kegelschnitten. Einiges aus der sphärischen Trigonometrie. 4 St. Zint. Im Winter(1. Kursushälfte): Ko- ordinatenbegriff und einige Grundlehren von den Kegelschnitten: Binomischer Lehrsatz nebst Anwendungen. Wiederholungen des Pensums der früheren Klassen an Ubungs- aufgaben. Sphärische Trigonometrie. 4 St. Bopp.

Aufgaben für die Entlassungsprüfung, Michaelis 1897: 1. Um den Mittelpunkt einer Ellipse von der Gleichung 8+ 15= 1 ist ein Kreis gezogen, der durch die Brennpunkte geht. Wie lauten die Gleichungen der Tangenten, welche sich in dem Schnittpunkt der beiden Kurven ziehen lassen, dessen Koordinaten positiv sind? 2. Für die Gleichung X⁴ 3 X*+.˖ 10 x 2345= 0 soll aus dem Näherungswert 81= 7 ein genauerer Näherungswert gefolgert werden. 3. Die größte Seite eines Dreiecks ist um 11 cm größer, die kleinste um 11 cm kleiner als die mittlere; das Quadrat über der größten Seite ist um 2432 dem kleiner als die Summe der Quadrate über den beiden anderen Seiten. Wie groß sind die Seiten und Winkel des Dreiecks? 4. Ein cylindrisches Gefäß, dessen Grundfläche ein Kreis von 8em Durchmesser ist, wird 5 cm hoch mit Wasser gefüllt; hierin wird eine Bleikugel von 6 cm Durchmesser gelegt. Wie hoch steigt das Wasser? Wenn das Wasser ursprünglich eine Temperatur von 62° und die Bleikugel eine solche von 75°0 besaß, wie hoch war dann die Endtemperatur?(Die spezif. Wärme des Bleies werde gleich ⁄½14, das spezif. Gewicht des Bleies gleich 11 ½ gerechnet.)

Aufgaben für die Entlassungsprüfung, Ostern 1898: 1. Von einer Höhe h= 300 m über der wagrechten Ebene wird ein Geschoß mit einer Anfangsgeschwindigkeit a= 400 m pro Sekunde in wag- rechter Richtung abgeschossen; 1) nach welcher Zeit? 2) in welcher Entfernung erreicht das Geschoß die wagrechte Ebene? 3) Wie lautet die Gleichung der Bahn? 2. Auflösung der Gleichung x⁴ 3 12 X 112= 0. 3. Zwei Sterne sind an der scheinbaren Himmelskugel um 18⁰ 25 von einander entfernt; der eine hat eine Deklination von 22° 12 der andre die Deklination 36°14%. Welches ist der Rektasiensionsunterschied beider Sterne? 4. Der Radius einer Kugel r= 10 cm ist stetig geteilt, so daß der am Mittelpunkt liegende Ab- schnitt der größere ist. Durch den Teilpunkt ist eine Ebene senkrecht zum Radius der Kugel gelegt. Wie groß sind die Rauminhalte und die Oberflächen der beiden durch jene Ebene entstandenen Kugelabschnitte?