3. Übersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres 1897/98 erledigten Lehraufgaben.
Vorbemerkung. Die Michaelisklassen(MII MII) haben den allgemeinen Lehrplan, die Osterklassen(IIz— VI) den Frankfurter Lehrplan. Bei den Michaelis-Klassen fällt die zweite Kursushälfte in das Sommerhalbjahr, die erste Kursushälfte in das Winterhalbjahr.
Michaelis-Oberprima. Klassenlehrer: Professor Gillhausen.
Religionslehre: a) Evangelische: Im Sommerhalbjahr(2. Kursushälfte): Römerbrief; Er- gänzungen zur Glaubenslehre und Kirchengeschichte. Im Winterhalbjahr(1. Kursushälfte): Die Entwicklung der römisch-katholischen Kirche. Entstehung, Bau, Einteilung und Inhalt der Augsburger Confession. 2 St. Hauschild.— b) Katholische: Sittenlehre nach dem Lehrbuch von König. Repetitionen aus der Glaubenslehre im Anschluß an gelernte lateinische Hymnen. 2 St. Raab.
Deutsch: Im Sommerhalbjahr(2. Kursushälfte): Goethes Gedichte der ersten weimarischen Periode, Clavigo, Egmont, Iphigenie, Tasso, Faust; Goethes Leben bis zur Rückkehr aus Italien, Schillers Jugend. Ubungen im Disponieren. Freie Vorträge 3 St. Schwemer.— Im Winter(1. Kursushäffte): Lessings hamburgische Dramaturgie. Goethes Iphigenie. Goethes und Schillers Leben und Werke. Privatlektüre: Kleists Prinz von Homburg, Shakespeares Othello. Einzelne Abschnitte aus Wahrheit und Dichtung. Die Jugend- dichtungen Goethes. Freie Vorträge. 3 St. Ziehen.
Aufsätze: Im Sommer: 6. Welches sind die Ursachen der für Frankreich günstigen Wendung des ersten Coalitionskrieges? 7. Hat Bulthaupt Recht, wenn er sagt, daß der Goethe'sche Tasso, wie der geschichtliche, seinem Untergang entgegengehe? 8. Die Bedeutung der allgemeinen Wehrpflicht.(Prüfungs- aufsatz.) Im Winter: 1. Kl.-Arb.: Non scholae sed vitae. 2. Auf welche Weise begründete Philipp von Macedonien seine Machtstellung? 3. Wie weit ist das heutige Drama an die drei Einheiten gebunden? 4. Der Gang der Handlung in den ersten Akten von Goethes Iphigenie 4a. Der große Kurfürst als Ver- teidiger des Deutschtums.(Prüfungsarbeit). 5. Das Vergehen des Prinzen von Homburg.
Lateinisch: Im Sommerhalbjahr(2. Kursushälfte): Cic. pro Sest. mit verschiedenen Aus-
lassungen. Hor. Epist. I. mit Auswahl. 5 St.— Im Winterhalbjahr(1. Kursushälfte): Tacitus, Ann. I. II(mit einzelnen Auslassungen). Hor. c. I— IV wiederholt. Epod.; Sat. II und Epist. I mit Auswahl. 5 St.— Alle 14 Tage eine Übersetzung ins Lateinische ab-
wechselnd als Klassen- und als Hausarbeit; alle 6 Wochen eine Ubersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche; grammatisch-stilistische UÜbungen und Wiederholungen zur Erweiterung und Befestigung des grammatischen Wissens. 2 St. Gillhausen.
Griechisch: Im Sommerhalbjahr(2. Kursushälfte:) Demosthenes, Olynth. Tund II. Phil. III (teilweise). 3 St. Gillhausen. Sophokles' Elektra v. 1058 bis zu Ende. Homer, Ilias XVIII XIX, XXI und XXII. Griech. Lyriker nach der Anthologie von Stoll: Kallinus, Archi- lochus, Tyrtaeus, Solon, Mimnermus. 3 St. Reinhardt. Im Winterhalbjahr(1. Kursus- hälfte): Dem. Phil. I; Olynth. III; Phil. III. Alle vier Wochen eine ibersetzung aus dem Griechischen ins Deutsche. 3 St. Gillhausen. Homer, Ilias, XI, XII, XV. 667— 702. XVI. Sophokles Aias. 3 St. Reinhardt.


