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4. Die Durchführung der Frankfurter Lehrpläne.
Seine Exzellenz der Herr Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten Dr. Bosse hatte die Absicht, am 28. November 1893 die Anstalt zu be- sichtigen, insbesondere um die nach dem Frankfurter Lehrplane eingerichteten Klassen kennen zu lernen. Durch eine plötzliche Erkrankung wurde er verhindert, diese Absicht auszuführen. Auf seine Veranlassung fand am Abend des 27. November eine Konferenz über die Fortführung der Frankfurter Lehrpläne statt, der Seine Exzellenz der Herr Ober- präsident Magdeburg, Herr Geheime Regierungsrat Gruhl als Kommissar des Herrn Ministers, Herr Geheime Regierungs- und Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer, Herr Bürgermeister Dr. Heufsenstamm in Vertretung des erkrankten Herrn Oberbürger- meisters, der Vorsitzende des Kuratoriums Herr Stadtrat Grimm und die Direktoren der An- stalten, an denen die neuen Lehrpläne eingeführt sind, sowie des Königlichen Kaiser-Fried- rich-Gymnasiums anwohnten. Herr Geheime Regierungsrat Gruhl leitete die Verhandlungen. Die hauptsächlichen Punkte der Erörterung bildeten der Anfangsunterricht des Fran- zösischen und der Anschlufs an das darauf folgende Lateinische, sodann der Anfangs- unterricht des Lateinischen und Griechischen und endlich die Ausgestaltung des Lehrplans in den oberen Klassen, wo auf eine Verminderung der vorläufig angesetzten Zahl von Lehr-
stunden wird hingearbeitet werden müssen.
Herr Geheime Regierungsrat Gruhl und Herr Geheime Regierungs- und Provinzial- Schulrat Dr. Lahmeyer besuchten am 27. November den Unterricht des Direktors und des Leiters der Abteilung II, Herrn Professor Dr. Baier; am 28. November besichtigten sie eingehender die Klassen nach dem neuen Frankfurter Lehrplane und die Parallelklassen nach dem allgemeinen Lehrplane.
Der Bescheid des Herrn Ministers, der durch Vermittlung des Königlichen Provinzial- Schulkollegiums und des Kuratoriums zur Kenntnis der beteiligten Anstalten gekommen ist, ist für diejenigen, die mit der Durchführung der Frankfurter Lehrpläne betraut sind, in jedem Sinne eine Ermutigung, auf dem eingeschlagenen Wege unbeirrt und rüstig fortzuschreiten. Der Herr Minister spricht seine Befriedigung über die Art aus, wie der Versuch ausgeführt wird, sowie die Zuversicht, dafs sich im weiteren Verlaufe ein unbefangenes und unparteiisches Urteil über die Wirkung der zu erprobenden Lehrpläne werde gewinnen lassen.
Im abgelaufenen Schuljahr hat das für die Quinta im Französischen in Aussicht genommene Pensum vollständig bewältigt werden können. Säâmtliche Stücke des II. Kursus des Lehrbuches von Banner sind gründlich durchgearbeitet, und in der unregelmäfsigen Formenlehre ist volle Sicherheit erzielt. Die Sprechfertigkeit und das Verständnis fran- zösischer Texte hat in erfreulichem Maſse zugenommen. Daneben wurde ein Hauptaugen- merk auf das innere Verständnis des Satzes und die Satzanalyse gerichtet. Wir haben den Eindruck, daſs unsere französischen Klassen es in dieser Hinsicht mit jeder lateinisch vor- gebildeten Parallelklasse aufnehmen können.
Der französische Unterricht in dem nun folgenden Jahre der Quarta wird in beson- derem Maſse auf den späteren Anschluſs des Lateinischen in der Satzlehre, der Syntax


