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Abschlufsprüfung wurde unter dem Vorsitze des Herrn Geheimen Regierungs- und Pro- vinzial-Schulrates Dr. Lahmeyer am 13. August abgehalten. Von den 42 Schülern, die sich gemeldet hatten, traten 4 infolge ungenügender schriftlicher Leistungen von der münd- lichen Prüfung zurück; die 38 Schüler, die in die mündliche Prüfung eintraten, bestanden sämtlich. Die mündliche Reifeprüfung fand am 14. August unter dem Vorsitze des Direk- tors statt; sämtlichen 22 Schülern der Oberprima konnte das Zeugnis der Reife zu- gesprochen werden. Die schriftliche Reifeprüfung der Abteilung II fand in den Tagen vom 22. bis 29. Januar statt, die mündliche am 5. Màârz unter dem Vorsitze des Direktors. Sämtliche 16 zur Prüfung angemeldeten Schüler bestanden dieselbe. Die schriftliche Ab- schlufsprüfung wurde in den Tagen vom 16. bis 22. Februar abgehalten, die mündliche wird am 12. März stattfinden.
Durch eine allgemeine Verfügung der vorgesetzten Behörde(s. S. 40) sind die bis- her üblichen öffentlichen Schulprüfungen allgemein in Wegfall gekommen, da sie dem Zwecke, dem sie ursprünglich dienen sollten, wenig mehr entsprachen. Das Lehrer- kollegium des städtischen Gymnasiums hat in seiner Mehrheit beschlossen, es bei jener all- gemeinen Regelung bewenden zu lassen. Wenn auch der Unterzeichnete persönlich bedauert, daſs damit eine alte Einrichtung unseres Gymnasiums hinfällt, die sich bei uns immer noch als lebensfähig erwiesen hatte, so muſs er doch gestehen, daſs gerade unsere Anstalt mit ihren unzulänglichen und ungeeigneten Râumen in ihrer augenblicklichen Verfassung am wenigsten in der Lage ist, hierin eine Ausnahme von anderen Schulen zu machen.
3. Gesundheitszustand, Todesfälle.
Die Gesundheit von Lehrern und Schülern war im letzten Jahre im allgemeinen recht zufriedenstellend. Doch haben wir leider den Tod eines Schülers der Abteilung II zu beklagen, des Quartaners Viktor Saaler, eines frischen, lebhaften und strebsamen Knaben, der am 23. August beim Baden in der Kleeblattschen Schwimmanstalt ertrunken ist. Wir müssen diesen schweren Unfall, der die Familie wie auch unsere Schule hart betroffen hat, wohl in erster Linie einem unglücklichen Zufalle zuschreiben. Die angestellte Unter- suchung hat ergeben, daſs den Knaben kein Verschulden trifft, daſs aber auch der Leitung der Schwimmanstalt in diesem Falle kein Vorwurf zu machen ist. Doch hat die Polizei- behörde aus diesem Ereignis Anlaſs genommen, besondere Schutzvorrichtungen für die badende Jugend zu verlangen.
Auſserdem erlag ein früherer Schüler unserer Anstalt, der Untersekundaner Adolf Diener, der seit August 1892 die Schule nicht mehr besucht hatte, am 6. November 1893 einem langwierigen Nierenleiden infolge hinzutretender Influenza. Die früheren Klassen- genossen gaben diesem ihrem Kameraden, der in der Schule wegen seines gutartigen, freundlichen Wesens bei Lehrern und Schülern beliebt war, das letzte Geleit.
Herr Professor Gillhausen konnte wegen seines Leidens auch im verflossenen Jahre seine volle Unterrichtsthätigkeit nicht wieder aufnehmen; die Lehrstunden, die infolge der von den Behörden ihm bewilligten Unterrichtserleichterung zu besetzen waren, wurden von Herrn Dr. Liermann übernommen.


