Jahrgang 
1886
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ungeschmälert lebt und atmet, deun wenn diese, worauf hin und wieder seltsame Zeichen deuten, in ihrem Wesen geknickt werden sollte, dann wäre es besser, daß dies Gymnasium unterginge, welches stets in den klas ischen Sprachen sein Centrum gehabt hat. Floreat es blühe durch die Blüte einer vorzugsweise begabten. willig empfänglichen Jugend, wie wir sie hier gewohnt sind; sollte sich dies umkehren, wäre es unvermeidlich, daß dies Gymnasium verwelkte. Crescat doch nicht allzustark, bitten wir, nur um eine Aula, eine bessere Turnhalle und um eine eigene Vorschule, Dinge, die bisher dureh Neid und Eifersucht dem Gymnasium vorenthalten sind, die man ihm aber nachgerade wohl gönnen könnte. Wenn er diese Wünsche unter der gide seines verehrten Nachfolgers sich erfüllen sieht, wird sich niemand mehr darüber freuen als der nun abtreteude Direktor.

Gleichzeitig wird auch der erste Oberlehrer Herr Prof. Dr. Fischer uns verlassen, da er als Direktor an das Königliche Gymnasium zu Dillenburg berufen ist. Ihn wird die Schule schmerzlich vermissen. Aber wir wollen, statt darüber zu klagen, es vielmehr als ein Glück betrach- ten, daß wir so lange, 7 ½ Jahre, den ausgezeichneten Mann besessen haben; war es doch jedes Semester zu fürchten, daß er in eine höhere Stellung abberufen werden würde. Er hinterläßt hier viele, die seiner in Liebe und Achtung gedenken werden, wie denn die Spuren eines be- deutenden Geistes, der als Lehrer wirkt, unvertilgbar sind. Die Stelle des Herrn Prof. Fischer pleibt vorerst unbesetzt; seine Lektionen werden während des nächsten Sommersemesters unter das Kollegium als Mehrstunden verteilt und als solche vergütet.

4. Unterbrechungen des regelmässigen Unterrichtsganges.

Das Schuljahr 1885/86 erlitt weniger Störungen und Unterbrechungen durch Krankheit, Beurlaubung oder dienstliche Abweseuheit von Lehrern als das vorige.

a) Wegen Krankheit haben keine dauernde Vertretungen stattgefunden außer bei dem Direktor. Während des Sommers gab dieser nur seine vier Horazstunden und die drei italie- nischen, die allerdings auch manchmal ausfallen mußzten. Im Wintersemester gab der Direktor gar keinen Unterricht(außer einer italienischen Stunde, die als Privatstunde behandelt und oft ausgesetzt wurde) und die Stellvertretung wurde vergütet. Das Griechische in Ost. OI über- nahmen die Herren Oberlehrer Dr. Baier und Dr. Wirth, den Horaz die Herren Dr. Römer und Dr. Jungblut. Sonst erfreuten sich die Mitglieder des Kollegiums im ganzen einer recht guten Gesundheit. Mehr als drei Schultage(aber auch nicht viel länger) fehlten die Herren Dr. Trieber, Hauschild, Oberlehrer Prof. Gillhausen, Oberlehrer Prof. Dr. Noll, Dr. Reuß, Oberlehrer Dr. Trommershausen. Auch Herr Dr. Römer mußte neun Schultage wegen Diphtheritis in seiner Familie der Schule fern bleiben.

b) Herr Prof. Dr. Janssen, der im Sommer seinen Unterricht, obwohl bei oft leidender Gesundheit, erteilt hatte, erhielt für das Wintersemester 1885/86(und für das folgende Halb- jahr) abermals Urlaub; siehe Abschnitt II, a, nr. 25. Die 5(6) katholischen Primaner wurden dem allgemeinen Geschichtsunterricht ihrer betr. Klasse überwiesen.

c) Wegen militärdienstlicher Abwesenheit mutzte Herr Dr. Schwemer 14 Tage vor den Sommerferien vertreten werden. Was von seinen Lektionen nicht ausfallen konnte, wurde von verschiedenen meist jüngeren Lehrern übernommen.

d) Die Augenuntersuchung des Herrn Prof. Dr. med. Schmidt-Rimpler, am 30. April, 1. und 2. Mai 1885 und die dafür verlangten sehr umständlichen Vorbereitungen