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Unterricht so gut wie unmöglich ist.— Das Wichtigste ist aber das, daß überhaupt für den auf ein Semester rückversetzten Schüler wenig oder gar nichts dabei herauskommt noch heraus- kommen kann, weil ja für ihn in diesem dritten Semester nicht eine Wiederholung des ganzen Cursus, sondern nur eine Wiederholung der einen Cursushäülfte stattfindet. Wenn also die Lücken seines Wissens nicht gerade zufällig(z. B. in Folge von Krankheit) nur in derjenigen Cursushälfte liegen, zu deren Wiederholung das neue System ihn in rein mechanischer Weise verurtheilt, so bleiben sie unausgefüllt, und er kommt entweder mit Noth als ein ganz schwacher Schüler in die nächstfolgende Classe hinüber oder er muß in derselben Classe noch ein viertes Semester zubringen. Im ersteren Falle werden die früheren Lücken bald wieder hervortreten und zu einer zweiten Rückversetzung führen, die ihm abermals nichts hilft, weil seine Ungründ- lichkeit auf dem Pensum nicht dieser, sondern dem der vorigen Classe beruht. Im andern Falle geht es ihm noch schlimmer, da er dann meistentheils in der widersinnigsten Weise die eine Cursushälfte dreimal, die andere nur einmal bekommt, so daß auch die vier Semester ihm nicht recht helfen und er nur in einem schadhaften Zustande in die nächste Classe übergeht, in welcher sich dann dieselbe nutzlose Operation von neuem abspielt. Da die Schule selbst diesen Wirrwarr in der Folge der Halb-Pensen ihm aufdrängt, muß er außer ihr Hilfe suchen und er nimmt seine Zuflucht zum nebenhergehenden ergänzenden Privatunterricht oder tritt auf ein Semester aus, um darin ebenfalls durch Privatunterricht das ganze Pensum zu wiederholen, was ja die Schule ihm nicht bieten kann. Es ist daher ganz natürlich, daß nur eine verschwindend kleine Zahl von Rückversetzten— unter 227 seit 3 Jahren nur höchstens 14— sich nachweisen läßt, welche von einer einmaligen Rückversetzung einen dauernden Erfolg gehabt hat.— Die Schule aber hat es immer noch in ihrer Hand, statt des Hinüberweisens auf ein Semester das Zurückbleiben auf ein ganzes Jahr anzuordnen, und das Publicum, wenn es einsieht, wie sehr es sich über den Werth der Wechselcöten getäuscht hat, wird sich bald wieder an die alte Weise gewöhnen, die bei einem scheinbar größeren Zeitaufwande doch wirklich helfen konnte und verhältnismäßig viel häufiger geholfen hat als die der Schule aufgezwungene Neuerung.— Wollte man dagegen Semester-Curse an die Stelle der Jahrescurse setzen, womit freilich alle jene Mißstände beseitigt wären, so hieße das erst recht die Pferde hinter den Wagen spannen. Denn bei ganzjährigen Cursen leidet doch nur die schlechtere Schülerhälfte durch die Wechselcöten-Rückversetzung Schaden, bei halbjährigen aber leiden alle Schüler und der gesamte Unterricht, da dann der Lehrstoff in unzweckmäßiiger Eile und Oberflächlichkeit durch- hastet werden muß. Diejenigen Schulen also, welche Semestercurse um der Wechselcöten willen einführten, sind bald genug dessen inne geworden, daß damit ein noch weit größerer Fehler begangen wird, und zu den Jahrescursen zurückgekehrt.— Ich hoffe nächstens durch eine ausführliche besondere Schrift über die Wechselcöten dazu beitragen zu können, daß das Eltern-Publicum über die Zweckwidrigkeit dieser Institution aufgeklärt wird.
Ueber die Schulfeste habe ich Folgendes zu berichten: Das Maifest fand am 20. Mai statt. Es wurden Excursionen gemacht nach Zwingenberg an der Bergstraße(0 I: IV*); nach Niedernhausen und über die Platte nach Eltville(U D; nach dem Hahnenkamm und Aschaffenburg(O II); nach Lindenfels(UII und U II'; O III); nach Auerbach(O IIP); nach
dem Hahnenkamm und Michelberg(U II), wo Herr Dohmer sämmtliche Mitschüler seines


