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vieler Directorialgeschäfte während des letzten Vierteljahrs, daß nicht schon bestimmte Confe- renzbeschlüsse in diesem Sinne gefasst sind. Damit in Zusammenhang stehen unsre Bemühungen, den Ursachen der noch immer hin und wieder auftauchenden Klagen über zu viele häusliche Aufgaben gründlicher als es bisher möglich war beizukommen. Gleich nach Ostern 1882 soll diese Ueber- bürdungsfrage, welche vor Weihnachten 1881 durch drei von der Conferenz erwählte Vertrauens- männer abermals geprüft worden ist, von neuem in Angriff genommen werden.
Der auf Wunsch des Herrn Cultusministers vom Königlichen Provinzial-Schulcollegium geforderte genaue Bericht über die Jahrescurse und Wechselcöten(Giehe Verfügungen Nr. 19) bot dem Director eine willkommene Gelegenheit sich über die letzteren auszusprechen. Sie wurden an hiesigem Gymnasium vom Herbst 1878 an successive eingeführt und haben, wie wir dies im Voraus fürchteten*), wenig genützt und viel geschadet, werden aber in Zukunft noch weit mehr schaden, wenn die dadurch bedingte Störung der Jahrescurse erst in unsre Oberclassen eingedrungen sein wird, deren Theilung leider von dem Patronat nicht bewilligt ist. Diese wäre schon an sich nothwendig, da gegen 40 Primaner oder Obersecundaner nicht ohne große Nachtheile zusammen unterrichtet werden können. Im nächsten Herbst geht die erste Herbst-Untersecunda nach Obersecunda über, tritt also dort in der Mitte des Jahrescursus zu den seit Ostern in der Classe befindlichen(welche Ostern aus der Osteruntersecunda aufgestiegen sind) hinzu. Wir werden gleich zu Anfang des Sommersemesters zu überlegen haben, wie wir die drohende Verwirrung(besonders in dem Mathematik-, Geschichts- und Religions-Unterrichte) wenn nicht beseitigen doch vermindern können, und es ist leider gewiß genug, daß der Unterricht (wenigstens in den genannten Füchern) schwer darunter leiden wird.— Ein andrer allgemeiner Uebelstand, den die Wechselcöten mit sich führen, ist die Ungleichmäßigkeit der Oster- und Herbstcöten. Diese ist so groß, daß z. B. jetzt die Ostersexta 47, die Herbstsexta 15 Schüler hat. Sie würde erheplich geringer sein, wenn das Gymnasium eine eigene Vor- schule hätte. Da wir unsre Sextaner aus verschiedenen Lehranstalten der Stadt erhalten, diese aber(mit Ausnahme der Muster- und Wöhlerschule) keine Herbstclassen haben, melden sich von dort aus die Schüler gewöhnlich um Ostern, selten im Herbst. Ein andrer Grund liegt darin, daß überhaupt die Eltern ihre Söhne lieber zu Anfang des Sommersemesters als zu Anfang des Wintersemesters zuerst in die Schule schicken, so daß die Vorschulen schon dieselbe Ungleichmäßigkeit haben und sie auf die Sexta, Quinta u. s. w. übertragen. Daher melden sich auch von der Wöhler- und Musterschule aus die weitaus Meisten um Ostern. Ein solcher Freduenzunterschied zieht leicht einen Unterschied in den Leistungen nach sich. Denn wenn es zu Anfang vielleicht ein Vortheil ist, dass die Herbstclasse weniger Schifler hat, so gereicht dies ihr hernach sehr zum Schaden, da in ihr immer Platz ist um dahin die schwächeren Schüler der Osterelasse zu bringen, während es bedenklich erscheint die schon überfüllte Osterclasse noch durch den Zusatz der schwachen Schüler aus der Herbstclasse zu vermehren.— Ein dritter Nachtheil der Wechselcöten liegt darin, dass die Unterrichtsgegenstände, bei denen Classencom- binationen vorhanden sind und, wenn nicht die Lehrkräfte vermehrt werden sollen, vorhanden sein müssen, sehr darunter leiden. So ist im Religionsunterrichte, sowohl dem der Katholiken als dem der Protestanten, wie auch im S ingunterrichte ein beständiges Fluctuiren des Schülermaterials von Semester zu Semester, so dass ein nach Jahrescursen geordneter
*) Siehe Gutachten des Lehrercollegiums vom 8. Febr. 1878.— Osterpr. 1879. p. 94.


