Jahrgang 
1929
Einzelbild herunterladen

f) Befreiungen vom Religions-, Kunst- und Turnunterricht.

Vom Religions-, Musik- und Zeichenunterricht war kein Schüler befreit.

Vom Turnen(Spielen):

In OI: 1 6M), U I: 1(1), O Ila: 0. OIIb: 2 G). U II: 2(2). O III: oO. U III: O. IV: 1(0). V: 1(1). VI: 1(1). Gesamtzahl: 9(0).

Die Befreiungen erfolgten bestimmungsgemäßt auf Grund schulärztlichen Gutachtens. Befreit vom Spielen waren aufterdem 26 Schüler wegen weiten Weges, 8 wegen des gleich- zeitigen hebräischen Unterrichts, 14, weil sie um dieselbe Zeit in einer Schülerriege ruderten.

9) Teilnahme am freiwilligen Unterricht.

Freie Arbeitsgemeinschaften der Oberstufe:

1. Philosophie, Abtlg. a i. W.(f. I 2st.): 18. Abtlg. b(f. OII 1 st.): 26. 2. Deutsch(1 st.): 14. 5. Griechisch i. S.(2 st.): 14. 4. Kunstgeschichte(1 st.): 9. 5. Math. Zeichnen, Physik (2 st.): 10. Wahlfreier Unterricht:. 1. Englisch(2 Abteilungen je 2 st.): Vorgeschrittene(O und U I): 21. Anfänger(O und U II): 22. 2. Hebräisch(2 Abteilungen je 2 st.): Vorgeschrittene: 4. Anfänger 5. 5. Russisch (Sommer): 5. 4. Einheitskurzschrift(2 Abteilungen je 2 st.): Vorgeschrittene: 9. Anfänger: 5.

h) Besondere Einrichtungen für die Schüler.

Schülerselbstverwaltung. Vertrauenslehrer war wieder Studienrat Dr. Herdt. Die von den Klassen gewählten Vertrauensleute traten wiederholt unter Führung von G. Müller(im Sommer) und K. A. Weber(im Winter) zusammen. Primaner und Obersekun- daner unterstützten uns im Ordnungsdienst. Besonders verdient hervorgehoben zu werden, daß immer wieder Schüler freiwillig Kraft und Zeit(sogar recht ausgedehnt in den Ferien) zum Besten der Schulgemeinschaft opferten. Der nun vollendete Neuaufbau der Schüler- bücherei wäre ohne diese Hilfe unmöglich gewesen. Die Kartensammlung, die Hilfsbücherei. sowie die Arbeitsbücherei werden(unter Zufügung eines Vertrauenslehrers) in Zukunft selb- ständig von Schülern verwaltet werden. Wir legen den größten Wert darauf, das Gefühl der Verantwortung an dem Gemeinbesitz immer mehr in den Heranwachsenden zu stärken. Darum sollen mit dem Ausdruck des Dankes hier alle genannt werden, die dies Gefühl durch die Tat bewiesen haben: K. A. Weber. H. Kl. Trommershausen. Giefer. K. Schulz O I, A. Trommers- hausen, Gerster. Roth. Schreiber, Schütz U I. Wibbing, Glogner. Hartmann, Blumenröther, Schulz. Höchst, Reichwein, Schaltenbrand, Ruberl O II. Münd O III.

Schülervereine. Es besteht eine Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Wir hoffen. daß sie nach dem Werbeabend am 15. 5., der einen Reinertrag von 70 RM. erbrachte, einen neuen Aufschwung nehmen wird. Vorsitzender war Wiebe O II. Ver- trauenslehrer Dr. Herdt, der im März das Amt an Dr. Schmidtborn abgab, weil dieser als langjähriger Auslandsdeutscher diesem Verein ganz besonderes Interesse entgegenbringt.

Der aufgabenfreie Nachmittag war wie bisher der Mittwoch.

Der Wandertag wurde regelmäfiig. im Winter z. T. als Sporttag, eingehalten. An gröfieren Fahrten sind zu nennen: ein Radausflug der UI nach Worms(Huth), ein Besuch der beiden Obersekunden in Marburg(Volkmann, Niefiner), eine Studienreise der kunstge- schichtlichen AG. nach Nürnberg(Braunstein mit freundlicher Unterstützung von Herrn Dr. Gebhardt). eine Thüringenfahrt mit Besuch der Schillerwoche in Weimar der OI(Linß, Weinstock). Die Bedeutung der größteren Fahrten ergibt sich aus folgenden Schülerberichten.

Marbungfahrt der OlII. 1. Die Stadt.

Als wir die Bahnhofshalle verlassen haben, grüßen uns die bunten Farben der Fahnen, die längs der Ilauptstraſte zu Ehren der Festspiele das Stadtbild verschönern. Unser Weg führt durch Alt-Marburg. Reizende altertümliche Häuser auf beiden Seiten erwecken den Eindrud einer ehrwürdigen Vergangen- heit. Man fühlt sich um Jahrhunderte zurückversetzt beim Anblick dieser Bauten. Doch das Schellen der Straßenbahn oder das Hupen eines Autos sorgen schon dafür, daß man nicht allzulange bei solchen Ge- danken verweilt. Die Straßen der Innenstadt sind nicht breit und für großen Verkehr geeignet. Aber sie sind alt und wissen daher von Geschehnissen zu erzählen, die tief mit der Geschichte deutschen Landes verknüpft sind. Die Elisabeth-Kirche! Mit ihren 2 schlanken hochaufstrebenden Türmen und den Spitz-

17