Jahrgang 
1927
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Daneben bestand ein kleines Orchester für Kammermusik, zu der sich Schüler der Oberstufe zusammengeschlossen hatten. Durch Fachmusiker ließ die Anstalt auch weiterhin Bläser ausbilden. so daß guter Nachwuchs für die nächste Leit erwartet werden darf. Leider haben die musikalischen Veranstaltungen des Berichtsjahres uns nach der geldlichen Seite hin nicht in die Lage versetzt, Mittel für den wezteren Ausbau des Orchesters in die Hand zu bekommen. Die Schule besitzt eine bedeutende Zahl von Instrumenten, die leihweise den Schülern abgegeben werden: die Beschaffung von Geigen und die Ausbildung im Geigen- spiel muß dem Elternhause überlassen werden. Wir richten auch an dieser Stelle die herz- liche Bitte an die Eltern, die alte schöne Gewohnheit, bei der Schulgeldzahlung jeweils 50 Pfg. für das Orchester einzuzahlen, nicht einschlafen zu lassen. Endlich schulden wir Herrn Musikdirektor Otto Luck in Offenbach, einem ehemaligen Schüler der Anstalt, den herzlichen Dank dafür, daß er uns in Fragen unseres Orchesters jederzeit mit Rat und Tat in liebenswürdiger Weise zur Seite steht. Das Blasorchester stand auch in diesem Jahre unter der Leitung von Studienrat Dr. Huth und unter Stabführung des Unterprima- ners Eckel. Auch in diesem Jahre bot sich mehrfach Gelegenheit, bei Veranstaltungen der Schule hervorzutreten. Unter Vorantritt des Blasorchesters zog die Schule bei ihrem diesjäh- rigen Sommerfeste in Wilhelmsbad ein; flott gespielte Märsche trugen zur Erhöhung der Feststimmung bei. Herrn Geheimrat Dr. Biese wurde zu seinem 72. Geburtstag ein Morgenständchen dargebracht. Die Zahl der Mitglieder hat zugenommen: es wurden einige Instrumente angeschafft. Die Uebungen fanden Freitag Nachmittags statt. Sie er- streckten sich besonders auf das Spielen von Märschen; aber auch getragene Stücke kamen zur Einübung. Leibesübungen.

Es bestanden acht Turnabteilungen zu je 2 Wochenstunden. O IIa und b. O IIIa und b. wie auch V und VI waren vereinuigt.

4 Spielabteilungen zu je 2 Wochenstunden. Die Spiele fanden Mittwoch Nachmittags von 5 5 ¹ auf der Wiese im Ostpark statt. Statt des Spielens ging ein Teil der Schüler, besonders bei ungünstigem Wetter, schwimmen.

2. Die Lehrer.

Zur Deckung des durch die Teilung des OIII und OII entstandenen Unterrichtsbe- dürfnisses blieb Studienassessor Dr. Ernst Voltz weiterhin an der Anstalt, Studienassessor Hans Schmiede(vorher Viktoriaschule hier) wurde neu überwiesen. Herr Voltz wurde zum 1. I. 27 zum Studienrat ernannt und zu Beginn des neuen Schuljahres an das Staatliche Gymnasium in Rinteln versetzt. Herr Schmiede schied mit Ende des Schuljahres aus dem Preuftischen Schuldienst aus, um in den der Stadt Lübed zu treten.

Zur Vertretung des wegen Krankheit noch beurlaubten Studienrats Dr. Braunstein ur 8 t n 3 1.. 1 wurde Studienassessor Komarek(vorher Kaiser Wilhelms-Gymnasium hier) überwiesen. Nach den Sommerferien nahm Herr Braunstein seinen Dienst wieder auf.

Vorübergehend war Studienassessor Ernst Haas mit 4 Wochenstunden(2 Erdkunde, 2 Geschichte IV) beschäftigt.

Von November bis zum Ende des Schuljahres muftte Stud.-Rat Dr. Dr. Nicolay aus gesundheitlichen Gründen beurlaubt werden. In dieser Zeit wurde der katholische Reli- gionsunterricht erteilt durch Herrn Kaplan Keuxyk, hier.

Mit Ablauf des Schuljahrs wurde Oberschullehrer Eduard Döpfer an das Kaiser Wilhelms-Gymnasium hier versetzt. Das aufrichtige Bedauern um das Scheiden gerade dieses Mitarbeiters. mit dessen 25 jährigem Wirken an der Schule ein gut Stück lebendiger Schulüberlieferung verbunden ist, wird erfreulicherweise dadurch gemildert, daß Herr Döpfer im Austausch mit Herrn Mahrt den gesamten Musikunterricht, den man sich von seiner Person garnicht mehr getrennt denken kann, weiter erteilen wird.

An Stelle des Herrn Döpfer tritt zu Beginn des neuen Schuljahres Oberschullehrer Josef Fickert(bisher Gymnasium Rinteln) als Zeichenlehrer ein. Damit ist endlich dem drin- genden Bedürfnis nach einem ordentlichen Zeichenlehrer abgeholfen, so daf die Anstalt jetzt einen eigenen Turn- und einen Zeichenlehrer hat, während zur Erteilung des Musik- unterrichts Herr Döpfer vom Kaiser Wilhelms-Gymnasium zur Verfügung steht. Mit dieser Neuregelung, die als durchaus glücklich bezeichnet werden kann, schliefit die aushilfsweise Tätigkeit des Oberschullehrers Andreas Lappe vom hiesigen Kaiser Wilhelms-Gymnasium bei Ens ab; auch die Beschäftigung des Zeichenlehramtskandidaten Adam Wolf nahm damit ihr

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