Jahrgang 
1925
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7. Chronik der Anſtalt.

Das neue Schuljahr wurde am 30. April 1924 um 9 Uhr vormittags im Feſtſaal mit einer Anſprache des Direktors eröffnet.

Der Unterricht begann im Sommer um 7 ½ Uhr, während der Wintermonate(Mitte November bis Mitte Februar) um 8 ½ Uhr, ſonſt um 8 Uhr.

Am 30. Juni 1924 wurde wegen großer Hitze nach der 4. Stunde freigegeben.

Am 2. Juli 1924 wurde laut Min.⸗Erlaß v. 27. Z. 1924 UII 306 in den Klaſſen das Gedächtnis an den Dichter Klopſtock gefeiert, deſſen Geburtstag ſich zum 200. Male jährte.

Auch des Todestages Fritz Reuters, der ſich am 12. 7. 1924 zum 50. Male jährte, wurde vor den Ferien laut Min.⸗Erlaß v. 16. 6. 1924 UII Nr. 80⁰9 gedacht.

Am Sonntag, den 3. Auguſt 1924, dem Gedenktage der im Weltkriege gefallenen Deutſchen, wurde das Anſtaltsgebäude beflaggt. Die zunächſt auf Halbmaſt geſetzten Fahnen wurden um 12 Uhr 2 Min. hochgezogen.(Vf. v. 31. 7. 24 5797). Die Gedenktafel der gefallenen Lehrer und Schüler wurde aus eigenen Mitteln mit Kränzen und Blumen geſchmückt.

Das übliche Sommerfeſt in Wilhelmsbad, das am 27. Juni 1924 bei herrlichſtem Sommerwetter vor ſich ging, zeigte auch diesmal wieder ſeine gewohnte Anziehungskraft. Der von Frankfurt 1 Uhr 35 Min. abfahrende Zug ſchüttete die geſamte Schüler⸗ und Lehrerſchaft und den größten Teil der Gäſte gegen 2 Uhr mittags in Wilhelmsbad aus. Neu war, daß während der Kaffeetafel und der von Dar⸗ bietungen freien Zeit eine Muſikkapelle im Garten unermüdlich ihre Weiſen erklingen ließ. Die Folge der Unterhaltungen blieb der Ueberlieferung treu, welche Stafettenläufe der Klaſſen, Geſangsvorträge des Schülerchors, Theaterſpiel, Reigentänze der Mädchen(diesmal von der Herder⸗ und Schillerſchule) und zum Schluß ein Tänzchen im Saal vorſieht. Auf der prächtigen Naturbühne ſtellten Schüler der UI die bekannte Falſtaffſcene aus Heinrich IV. von Shakeſpeare(1. Teil, 2. Akt, 4. Scene) dar. Hierauf folgte das vom Direktor verfaßte BauernſpielDer Heuwagen, aufgeführt von Tertianern. Infolge der großen Ausgaben für die Muſik, die Koſtüme uſw. hatte das Feſt nur einen Ueberſchuß von 124,63 Mk. aufzuweiſen, in denen der Erlös aus dem Verkauf von DOrcheſterbauſteinen ent⸗ halten war.

Am I1. Auguſt 1924 wurde aus Anlaß der Wiederkehr des Verfaſſungstages eine Feier ver⸗ anſtaltet. Die Anſprache hielt Studienrat Dr. Braunſtein. Er kennzeichnete den Verfaſſungstag als einen Tag nationaler Beſinnung, an dem wir uns des Wertes einer Verfaſſung bewußt werden ſollen. Da⸗ rüber hinaus mahne uns die Stunde, die Gedanken vom Parteigezänk des Tages hinweg auf das Vater⸗ land zu richten und unſerer Pflicht gegen dieſes gerecht zu werden. Vor allem die Jugend müſſe ſich in Pflichterfüllung üben. Der Redner wies noch auf den Gedenktag der Gefallenen hin und forderte die Schüler auf, dieſer Vorbilder würdig zu werden.

Am 17. Auguſt 1924 wurde von den Lehrern und Schülern die Singhaleſenſchau im Zoolo⸗ giſchen Garten beſichtigt.

Am 8. November 1924 fand ein Unterhaltungsabend ſtatt, aus deſſen abwechslungsreicher Vor⸗ tragsfolge das VolksliederſingſpielIm Maien von R. Gabriel und die Vorführung von Wegſcheidelicht⸗ bildern durch Studienrat Dr. Huth erwähnt werden ſollen. An dieſem Abend wagten ſich zum erſten⸗ male einige Flötiſten und Trompeter an das Licht der urteilsfrohen Oeffentlichkeit und ließen ſich ihren Mut und guten Willen durch Beifall bezahlen. Muſiklehrer Döpfer hatte für ſein Orcheſter einen Wegſcheidemarſch geſchrieben.

Am 22. Oktober 1924 beſuchte die UII mit Studienrat Dr. Herdt das Liebighaus.

Am 7. November und 4. Dezember 1924 beehrte Herr Geh. Reg⸗ und Oberſchulrat Dr. Gerſten⸗ berg die Anſtalt mit ſeinem Beſuche.(Vergl. auch 4e).

Vom 24. bis 29. November 1924 beſuchte Studienrat Linß den vom Zentralinſtitut für Er⸗ ziehung und Unterricht in Berlin veranſtalteten Lehrgang für Lehrende der deutſchen Einheitskurzſchrift.

Am 29. November 1924 Beſichtigung des Archivs durch die OII mit Studienrat Dr. Herdt.