Jahrgang 
1925
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1. Vorwort an die Eltern.

Nachdem zu Oſtern 19135 zum letzten Male der gedruckte Jahresbericht der Anſtalt den Eltern der Schüler übergeben worden iſt, hat der Herr Unterrichtsminiſter beginnend mit dem Schuljahr 1924/25 wieder die Drucklegung des Jahresberichts angeordnet, damit dieſer erneut ſeiner urſprünglichen Be⸗ ſtimmung zugeführt werden kann. Der Anſtalt ſoll damit eine erweiterte Möglichkeit gegeben werden, auf die Eltern ihrer Schüler einzuwirken, ihnen den rechten Einblick in die Arbeit der Schule zu gewähren, ſie über Wege und Ziele aufzuklären und zu tatkräftiger Mitarbeit heranzuziehen.

Um den im Haushaltsplan für die Drucklegung des Jahresberichtes vorgeſehenen Betrag nicht allzuſehr zu überſchreiten, hat es ſich der Berichterſtatter verſagen müſſen, eine zuſammenfaſſende Dar⸗ ſtellung über die Kriegs⸗ und Nachkriegsjahre dem Berichtsjahre voranzuſtellen. Erwähnt ſoll nur werden, daß die in dem letzten Dezennium gebotenen Sparmaßnahmen mancherlei Schädigungen mit ſich gebracht haben, unter denen wir noch heute zu leiden haben.

Ueber die Opfer im Weltkriege, die die Anſtalt zu beklagen hat, berichtet mit ſtummen Lettern die vom Verein ehemaliger Kaiſer⸗Friedrichsgymnaſiaſten errichtete marmorne Heldentafel in der unteren Wandelhalle des Schulgebäudes, die am 23. Dktober 1923 enthüllt wurde und nahezu 100 Namen auf⸗ weiſt. Derſelbe Verein hat außerdem eine noch erhältliche GedenkſchriftUnſeren Toten herausgegeben, die außer kurzen Angaben über das Leben und Sterben der Gefallenen auch deren Bilder enthält.

Das Lehrerkollegium hat ſich in ſeinem Beſtande verringert und verjüngt. Die älteren Herren, deren Namen bereits mit dem erſten Werdegange der Schule verknüpft ſind, leben im Ruheſtande und beſuchen hin und wieder ihre alte Wirkungsſtätte und die Veranſtaltungen der Schule und der ehemaligen Schüler.

Am 20. März 1922 wurde der frühere Vorſchullehrer Schultheis unter vollzähliger Beteiligung der Schule zu Grabe getragen. Ueber den herben Verluſt, den die Anſtalt durch den Heldentod des allſeitig verehrten und beliebten Oberlehrers Dr. Manger erlitt, berichtete ſchon der Jahresbericht Oſtern 1915.

Infolge der Zurruheſetzung des Geh. Studienrats Dr. Alfred Bieſe, der die Anſtalt ſeit Oſtern 1913 und zeitweilig auch das Kaiſer⸗Wilhelms⸗Gymnaſium geleitet hatte, trat zu Oſtern 1921 ein Wechſel in der Leitung der Anſtalt ein, indem der Berichterſtatter(vorher Oberlehrer am Leibniz⸗Gymnaſium zu Berlin) an ſeine Stelle trat.

Der innere Schulbetrieb erfuhr durchdie Neuordnung des preußiſchen höheren Schulweſens eine tiefgehende Veränderung. Ueber ſie hat der Unterzeichnete beim Erſcheinen derDenkſchrift in einer El⸗ ternverſammlung berichtet. Die für das Uebergangsjahr 1924/25 geltende Lehrverfaſſung iſt unter Ziffer La dieſes Berichts angegeben. Sie hat inzwiſchen wieder bereits einige Wandlungen erfahren: Die in der angeführten Elternverſammlung ſtürmiſch verhandelte und in einer an den Herrn Unterrichtsminiſter ge⸗ ſandten Entſchließung geforderte Rückverlegung des franzöſiſchen Anfangsunterrichts in die Quarta iſt be⸗ reits mit Wirkung von Michaelis 1924 allgemein angeordnet worden.(Die ebenfalls geforderte Ueber⸗ weiſung des wahlfreien engliſchen und hebräiſchen Unterrichtes an Lehrer der Anſtalt iſt nicht eingetreten.) Die dritte Religionsſtunde in Sexta iſt gefallen. Zugleich mit der Aufgabe des lateiniſchen Scriptums iſt die Wochenſtundenzahl für Latein auf 53 geſunken(früher 68). Der Philoſophieunterricht iſt nicht mehr verbindlich. Die Mathematik weiſt 33 Wochenſtunden auf, ſtatt 30 im Uebergangsjahr. Die Zahl der Zeichenſtunden iſt um 2 vermehrt und nunmehr für alle Klaſſen verbindlich.

DieSchulordnung der Anſtalt iſt inzwiſchen ſo veraltet, daß ihre Aushändigung an die Eltern der neueintretenden Schüler zwecklos wäre. Im großen und ganzen ſind ihre Beſtimmungen ja bekannt, zum Teil ſind ſie in dieſem Bericht an den betreffenden Stellen angegeben. Es liegt Veranlaſſung vor, an folgendes zu erinnern: