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geschlossen werden. Der Unterricht begann zwischen den Pfingst- und Fierbstferien um 7 Uhr, sonst um 8 und in den 3 Wintermonaten um 8 ½ Uhr.
Der regelmäßige Unterrichtsbetrieb erlitt wiederholte Unterbrechung durch Beur- laubung und besonders durch Erkrankung von Lehrern. Abgesehen von der Unter- richtsbefreiung der katholischen Lehrer an ihren Festtagen und von kleineren Stör- ungen infolge von Krankheit wurden durch längeres Unwohlsein an Erteilung ihrer Lehrstunden verhindert, Professor Wolff an 23 Tagen, Professor Werner und Oberlehrer Peters an 12 Tagen, Lehrer Schultheis an 8 fTagen und Dr. Manger an 5 Tagen. Außerdem mußten vertreten werden Dr. Marmier wegen Einberufung zu einer Militärübung 4 Wochen hindurch und der Direktor während der Dauer der Bezirkssynode an 4 Tagen in einzelnen Stunden.
Auch der Gesundheitszustand der Schüler war in diesem Jahre nicht so günstig wie sonst. Namentlich wurde eine größere Anzahl durch Erkrankung an Influenza und an Masern am Schulbesuche verhindert. Leider hatten wir wieder den Tod eines braven und fleißigen Knaben, des Schülers der 2. Vorklasse Werner Wiß, der am 1. Juli an einer Blinddarmentzündung starb, zu beklagen.
2. Veränderungen im behrerkollegium. Mit Beginn des Schuljahres wurde die seit Abgang des Professors Dr. OQrth (Herbst 1002) erledigte Oberlehrerstelle durch Berufung des Dr. Ernst Bieber- endlich wieder besetzt..
Ferner wurde zu Ostern der Anstalt als wissenschaftlicher Ffülfslehrer und zur Portsetzung des zur Hälfte bereits abgeleisteten Probejahres Dr. flugo Manger über- wiesen und gleichzeitig Dr. Karl Marmier zur Ableistung des Probejahres, sowie zur Versehung der etatmäßigen wissenschaftlichen Fülfslehrerstelle.
5. Schulfeste und Verwandôtes.
Die vaterländischen Gedenktage wurden wie seither in gemeinsamer Andacht und mit einem sich daran anschließenden Vortrage eines Primaners begangen.
Das„Maifest“ fand am 18. d. Mts. statt. Von einer gemeinsamen Feier des Sedantages vurde auch in diesem Jahre abgesehen. Statt dessen machten die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Lehrer Ausflüge in die Umgegend. Die an den Turnspielen beteiligten Schüler der Prima und Sekunda machten am 1I. und 2. September eine Turnfahrt unter Führung der Herren Jünemann und Dr. Marmier durch den Odenwald von Amorbach über Ernsttal nach Eberbach und von da das Neckartal hinab nach Heidelberg.
Zu Ehren des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers wurde am 27. Januar eine Schulfeier veranstaltet, bei welcher die Festrede des Oberlehrers Dr. Bieber die
*) Dr. phil. Ernst Bieber, geboren zu Wiesbaden im Jahre 1877, besuchte das Realgymnasium und von IIl, ab das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte seit Ostern 1800 in Marburg, München und Bonn klassische und romanische Philologie. Er bestand 1001 in Marburg das Examen pr. fac. doc. und trat das Seminarjanr am Gymnasium zu Wiesbaden an. Von Januar bis Ostern 1002 am Realgymnasium daselbst aushilfsweise beschäftigt, absolvierte er von Ostern bis Herbst 1002 am Gymnasium Philippinum in Marburg die erste Hälfte des pädagogischen Probejahres, die zweite Hälfte, nachdem er seiner Militärdienstpflicht in Wiesbaden genügt hatte, vom Herbst 1003 bis Ostern 1004 am Gymnasium und Realprogymnasium zu Limburg a. L- Am I. April 1004 wurde er zum Oberlehrer ernannt.


