Jahrgang 
1907
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vom Einfachen zum Zusammengesetzten wurde von einer Kommission von Meistern eine Auswahl von technischen Leistungen, für jeden Beruf gesondert, getroffen und zugleich bestimmt, welche Gegenstände als typische Formen zur Anfertigung vorgeschlagen werden sollten. Jeder Meister erhält eine Zusammenstellung über die Arbeiten mit der Bitte, für seinen Lehrling dem Fachlehrer einen Gegenstand zu bezeichnen, dessen Herstellung dem Grade der technischen Ausbildung angemessen ist. Der Fachlehrer hatte dagegen zu prüfen, ob der Lehrling befähigt ist, die zugehörige Werkzeichnung anzufertigen. Nach erfolgter Ver- ständigung zwischen Fachlehrer und Meister geschieht die Anfertigung der Arbeit in der Werkstätte nach der in der Schule angefertigten Skizze. Damit der Lehrling angeleitet werde, denkend zu arbeiten und sich sparsam einzurichten mit dem Material und der Zeit, wird dem Meister empfohlen, den ungefähren Wert des Gegenstandes auf dem Arbeitszettel zu bezeichnen, während der Schüler angehalten wird, Material und Arbeitszeit genau anzugeben. Die angefertigten Gegenstände wurden von der Fachkommission abgenommen und von der Schule gegen Erstattung des Herstellungspreises übernommen, damit dem Meister hierdurch keine pekuniären Opfer erwachsen. Auf der alljährlich stattfindenden Ausstellung von Schülerarbeiten werden die Gegenstände mit Angaben über den Hersteller, die Lehrstelle, das Material etc. ausgestellt und einer Konkurrenz, zu welcher Preise zur Verfügung gestellt werden, unterworfen. Die Schule benutzt die Arbeiten als Unterrichtsmodelle.

Der Gedanke, in vorgedachter Weise Schule und Werkstatt in innige Beziehung zu setzen, wurde im allgemeinen nicht nur von den Meistern freudig begrüßt, sondern auch von den Schülern mit großem Interesse aufgenommen und in ca. 60 technisch gut ausgeführten Gegen- ständen zum Ausdruck gebracht. Es ist dies eine verhältnismäßig große Zahl, wenn man berücksichtigt, daß erst nach Weihnachten mit den Arbeiten angefangen werden konnte und daß ein großer Teil der Lehr- linge gleichzeitig mit der Anfertigung der Arbeiten für die Gesellen- prüfung beschäftigt war. Daß die Einrichtung einem freundlichen Interesse begegnete, mag auch die erfreuliche Tatsache bestätigen, daß nur für 2 Gegenstände Bezahlung gewünscht wurde und alle anderen der Schule als Geschenke überwiesen wurden. Von vielen Seiten namentlich aus Großbetrieben sind dem Berichterstatter Zuschriften zugegangen, in denen übereinstimmend die Ansicht ausgesprochen wird, daß in der Einrichtung ein Mittel zur einheitlichen Ausbildung des Lehrlings durch Schule und Lehre erblickt werde, das zugleich auch voll geeignet sei, die Lücken in der Handfertigkeit des Lehrlings auszu- gleichen und ihn auf stufenmäßigem Wege erlernen zu lassen, was durch