Jahrgang 
1907
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Unterrichtszeit.

Unterricht.

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Die in der Übersicht der Klassenbildung aufgeführten Klassen erhielten insgesamt wöchentlich 11 114 Unterrichtsstunden. Sie verteilen sich auf die verschiedenen Tageszeiten dergestalt, daß 396 Stunden oder 45,80% in der Zeit von 6 ¼ 8 ³¾ bezw. 9 ¾ morgens im Sommer und von 7 ¼ 9 ¾ bezw. 10 ¾ morgens im Winter, 208 Stunden oder 18,80% von 24 bezw. 5, 510 Stunden oder 35,40% von 4 6 bezw. 7 Uhr gegeben wurden.

Wir waren auch im Berichtsjahre eifrig bemüht, der Frage immer näher auf den Grund zu kommen, wie Theorie und Praxis, Schule und Werkstatt enger und enger in Beziehung treten können. Dabei ist mit der Tatsache gerechnet worden, daß wir in Frankfurt recht gute Lehr- stellen besitzen, daß aber trotzdem die Werkstattlehre oft recht lücken- haft und einseitig ist. Nun ist unseres Erachtens ohne weiteres zuzugeben, daß die technische Ausbildung des Lehrlings der Werkstatt zukommt; denn nur hier spielt sich das wirkliche Leben und Treiben ab; die Meister- lehre kann durch keine Anstalt ersetzt werden; sei sie noch so vollkommen eingerichtet, es wird ihren praktischen Arbeiten ein gewisser theoretischer Zuschnitt anhaften. Es wird bei unseren Maßnahmen darauf ankommen müssen, die Mängel der Lehre zu beseitigen. München hat Werkstätten in organische Verbindung mit den Fortbildungsschulen gebracht und dafür gewaltige Summen aufgewendet. Wir haben dagegen einen anderen Weg eingeschlagen, von dem wir hoffen, daß er auch zum Ziele führt, ohne den gewaltigen Kostenaufwand zu verursachen. Die technische Ausbildung wollen wir nicht in die Schule auf stufenmäßigem Wege verlegen, sondern in der Werkstätte lassen, sie aber zur Schule in innige Verbindung bringen. Ich will mich ganz kurz ausdrücken: wir lassen praktische Arbeiten von unseren Schülern in der Werkstätte herstellen. Es ist dies nur ein Versuch, der aber unseres Erachtens sich als durchführbar und praktisch erwiesen hat und sich auch der Zustimmung verständiger Prinzipale erfreut. In Betracht kommen zunächst nur Schlosser, Schreiner und Spengler und aus den Klassen dieser Berufe auch nur die Schüler der Mittel- und Oberstufen. Die Unterstufe wird deshalb ausgeschlossen, weil die Schüler dieses Jahrgangs zeichnerisch noch nicht so weit vorgebildet sein können, daß sie Werkzeichnungen anzufertigen vermögen. Grund- legend für die Einrichtung ist der Gedanke, dass jeder Lehrling über eine Reihe von technischen Fertigkeiten innerhalb seines Berufes ver- fügen muß, wenn er nicht einseitig ausgebildet sein soll, sondern als tüchtiger Geselle ins Leben treten will. Sie sind für ihn sogenannte grundlegende Ubungen, weil sie an den meisten Arbeiten seines Berufs zur Anwendung kommen und daher unbedingt von ihm gefordert werden müssen. Man könnte sie auch als dasEinmaleins seines Berufes be- zeichnen. Nach pädagogischen Grundsätzen: vom Leichten zum Schweren,