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Unterhaltungsabende— wie im Vorjahre— konnten wir leider im Berichtsjahre nicht abhalten; es sind aber Vorkehrungen getroffen worden, die es uns ermöglichen, von nächstem Winter ab in regel- mäßig wiederkehrenden Zeiträumen Unterhaltungsabende zu veranstalten, bei denen wir Wert darauf legen, daß möglichst alle Darbietungen durch Schüler und Schülerinnen erfolgen. Damit uns der gesangliche Teil des Programms stets zur Verfügung steht, ist aus den Schülerinnen der kaufmännischen Klassen ein Mädchenchor gebildet worden. Mit großem Eifer und warmem Interesse haben sich die Mädchen regelmäßig an den UÜbungen beteiligt, die am Sonntag Nachmittag von 2—4 Uhr statt- fanden. Mit der Einführung der völligen Sonntagsruhe konnten die Stunden in die Zeit von 11— 12 ½ Uhr vormittags gelegt werden. Die Beteiligung war erfreulich.— Für Schüler und Schülerinnen sind im nächsten Schuljahr Spielnachmittage und Turnabende vorgesehen. Die Schule glaubt, durch diese Einrichtungen in geistiger und sittlicher Beziehung auf ihre Schüler einzuwirken, sie zur verständigen Ver- wendung der freien Zeit anzuleiten und das Band der Zusammengehörig- keit zwischen Lehrern und Schülern und Schülern untereinander— auch der bereits entlassenen— fester und inniger zu knüpfen. Im übrigen empfehlen wir immer wieder unseren Schülern und Schülerinnen auf das wärmste, an den segensreichen Einrichtungen des Vereins „Jugendfürsorge“ teilzunehmen, die in hohem Maße geeignet sind, jugend- lichen Personen beiderlei Geschlechts über die Schwierigkeiten, die mit dem Übergang aus der Schule in das Berufs- und Erwerbsleben im Zusammenhang stehen, hinweg zu helfen. Arbeit und Muße der Schul- entlassenen, namentlich der Verwaisten und Alleinstehenden unter ihnen, unterliegen der sorgenden Aufmerksamkeit des Vereins. Ganz besonders bemüht er sich, den jungen Leuten in der arbeitsfreien Zeit in den Aufenthaltssälen und auf den Spielplätzen ein Heim zu bieten, das sie dem Geist der Gasse und dem Treiben des Wirtshauses entrückt und ihnen dafür je nach Wahl belehrende Unterhaltung oder harmlosen Zeit- vertreib gewährt. Unzweifelhaft werden diese Wohlfahrtseinrichtungen, bei denen jede Tendenz der Beeinflussung nach irgend einer politischen oder kirchlichen Richtung grundsätzlich ausgeschlossen ist, ganz erheb- lich mit dazu beitragen, das sittliche und wirtschaftliche Leben der Schulentlassenen günstig zu beeinflussen und in heilsame Bahnen zu lenken. Es ist daher mit großer Freude zu begrüßen, daß die Städtischen Behörden in den zu errichtenden drei Fortbildungsschul- gebäuden Räume für die Jugendfürsorge in hinreichender Zahl und in zweckentsprechender Weise ausgestattet in dankenswerter Weise vor- gesehen haben. Das erste dieser Gebäude hoffen wir im Schuljahr 1907 zu beziehen.


