Jahrgang 
1906
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Vorbereitung für das neue Schuljahr.

20 Unsere Entlassungsfeier, die am 25. März, vormittags 10 ½ Uhr in

dem festlich dekorierten Saal des Zoologischen Gartens stattfand, ge- staltete sich zu einer imposanten Feier. Der Saal, welcher Raum für ca. 2500 Personen bietet, war bis auf den letzten Platz besetzt. Er- schienen waren die Vertreter der Städtischen Behörden, der Handwerks- kammer, der verschiedenen kaufmännischen Vereine und Handwerker- korporationen, das Lehrerkollegium, Lehrherren und Eltern der abgehen- den Schüler und diese selbst. Wir geben das Programm der Entlassungs- feier, die bei allen Anwesenden einen erhebenden Eindruck hinterlassen hat, hier wieder: Gebet ausFreischütz. Dreistimmiger Chor.. K. M. v. Weber. Deklamationen:

1. Prolog. Gesprochen von EIse Stiebing.

2. An die Handwerker. Von einem Handwerksmeister. (Christian HenricDh.)

3. Göttin Industrie(Willy Schmidt).... R. Zoozmann.

4. Die neue Zeit(Rosa Grauer)... J. Proelß.

5. Pflichttreue(Kugust Spohr)...... J. Wolf.

6. Die beschränkte Frau(Agathe Eckardt) A. v. Droste-Hülshoff.

7. An meine Eltern(Friedr. Hochhaus).. H. Sudermann. Neujahrslied. Gemischter Chor........ Mendelssohn. Ansprache des Direktors. Terzett aus dem OratoriumElias....... Mendelssohn.

Mit dem neuen Schuljahre wird die Fortbildungsschule in ihrer äufßzeren Organisation und inneren Ausgestaltung wieder um ein gutes Stück vorwärts kommen. Als hauptamtliche Lehrkräfte wurden zum 1. April neu berufen die Herren Handelslehrer Throm zu Frankfurt a. M., Königl. Maschinenbauschullehrer Barmwoldt zu Elberfeld, Zeichenlehrer Mangold am Königl. Gymnasium zu Hanau, Lehrer H. Reuß und die Lehrerin Fräulein L. Poß zu Frankfurt a. M. Leider konnte eine zweite neu errichtete Lehrerinnenstelle nicht besetzt werden, weil es an geeigneten Bewerberinnen fehlte. Herr Mangold wird erst am 1. Oktober sein neues Amt antreten, da er vom Königl. Provinzial-Schulkollegium zu Cassel zum 1. April aus seinem jetzigen Dienstverhältnis nicht entlassen wurde. Es werden demnach im neuen Schuljahr an den obligatorischen Fortbildungsschulen im Hauptamte tätig sein: 1 Direktor, 2 Rektoren, 1 aufsichtsführender Lehrer, 10 ordentliche Lehrer und 1 Lehrerin. Außer- dem werden nebenamtlich ca. 130 Berufslehrer mit 4 6 Stunden wöchentlich und 21 fachmännisch gebildete Lehrkräfte mit durchschnitt- lich 12 Stunden in der Woche bechäfrigt werden.

Da die Fortbildungsschule als Berufsschule in der Praxis ihrer Schüler wurzelt, muß sie bemüht sein, immer mehr und mehr Fühlung mit der Praxis zu gewinnen. Es mub sich zwischen der in der Fort-