Jahrgang 
1906
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f) Zeichnen.

Betragen und Bestrafungen.

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Der Schwerpunkt des Zeichenunterrichtes liegt in dem Fach- zeichnen. Alle vorbereitenden Übungen sind demgemäß auf das Not- wendigste zu beschränken und müssen tunlichst an den einfachsten Elementen des Berufszeichnens selbst angestellt werden. Das Linear- und Projektionszeichnen ist als selbständige Disziplin aus dem Stoffplan verschwunden und ist mit dem Fachzeichnen vereinigt worden, mit dem der Schüler sofort beginnt, indem er einfache Gegenstände, die ihm aus seiner Berufstätigkeit schon bekannt sind, nach Modellen in verschiedenen Projektionen aufzeichnet, nachdem die allgemeinen Grundaufgaben im Massenunterricht an größeren Klassenmodellen erläutert und die Haupt- sätze der darstellenden Geometrie daraus abgeleitet worden sind. Jedes Modell wird zunächst in einer freihändigen Bleistiftskizze dargestellt und mit den vom Schüler selbst am Modell ausgemessenen, zur Herstellung notwendigen Maßzen versehen. Sie soll nur die nötigen Risse enthalten, während die genaue Konstruktion von etwa vorkommenden Schnitten und Drehungslinien, die Vornahme von Drehungen, die Annahme neuer Projektions-Ebenen, die parallel-perspektivische Darstellung, sowie die Abwicklung allein in die Reinzeichnung gehören. Jede fertige Freihand- skizze muß so beschaffen sein, daß darnach die richtige Zeichnung des Gegenstandes gefertigt werden kann, ohne daß weitere mündliche Er- klärungen nötig sind. Die Reinzeichnung geschieht ganz unabhängig von dem darzustellenden Modell. Sie wird mit wenigen Ausnahmen nur in Blei ausgezogen und auch mit Blei- oder Buntstift schraffiert. Auf alle malerischen und plastischen Darstellungen kann verzichtet werden. Nicht auf das äußere Aussehen ist der Hauptwert zu legen, sondern auf die richtige Darstellung und die genaue Angabe aller für die Ausführung nötigen Maße. Für den Zeichenunterricht ist ein neuer Lehrplan nach den vorstehenden Grundsätzen aufgestellt worden. Er gibt den Unterrichtsstoff für die verschiedenen Berufsklassen bis ins einzelne nach Semestern gegliedert an und enthält zugleich Fingerzeige für die methodische Behandlung.

Das Betragen der Schüler war in allgemeinen gut, wenn man bedenkt, daß die jungen Leute in einem Alter stehen, das zu Aus- schreitungen aller Art neigt. Wir können mit Genugtuung hervorheben, datz den erzieherischen Einwirkungen der Schule der erhoffte Erfolg nicht gefehlt hat. Die Klagen der Lehrer über Unsauberheit der Schüler an den Händen und im Gesicht sind zurückgegangen, und die vielfachen Bemühungen, die Schüler zu bewegen, in anständiger und reinlicher Kleidung im Unterricht zu erscheinen, sind auch nicht vergeblich gewesen. Diese erfreuliche Tatsache verdanken wir nicht zuletzt dem Umstand, daß wir möglichst viel Morgenklassen einrichten konnten; die Schüler kommen infolgedessen zumeist von zu Hause und können daher sauber sein.