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ihren belebenden und erhebenden Abschluß findet. Diese Abweichung von dem landläufigen Verfahren hat den großen Vorteil, daß dabei die Persönlichkeit des Lehrers mehr zur Geltung kommt, wodurch der Unter- richt an Lebhaftigkeit und Anschaulichkeit wesentlich gewinnen dürfte.
Den schriftlichen Übungen widmen wir eine besondere Aufmerk- samkeit. In jeder Unterrichtsstunde lassen wir ca. 10—15 Minuten schreiben, womit wir dem Schüler Gelegenheit geben, seine Gedanken über das im Unterricht Behandelte oder auch im Anschluß daran kurz und knapp zu Papier zu bringen. Wenn der schwache Schüler auch nur wenige Zeilen zu Wege bringt, so verliert er doch die Scheu vor der Feder und gewöhnt sich an selbständiges Arbeiten. Auf diese Weise haben wir es erreicht, daß der Aufsatz in den meisten Klassen ohne weiteres, d. h. ohne Konzept, als Reinschrift eingeschrieben wird. Bei dem all- gemeinen Aufsatz legen wir Wert darauf, daß die Themata nicht allgemein gehalten sind, sondern möglichst dem Anschauungs- und Lebenskreis des einzelnen Schülers entnommen werden, damit jeder Aufsatz'sein besonderes Gepräge trägt. Das Thema laute z. B. nicht:„Die Konsum- vereine“, sondern„Unser Konsumverein“. Es seien hier einige Themata zu Aufsätzen aus dem Berichtsjahr in bunter Folge aus kaufmännischen und gewerblichen Oberklassen angeführt:
1. Auf welche Weise kann ich mich als Geschäftsmann selbständig machen?
2. Was habe ich beim Einkauf der Waren zu beachten?
3. Wovon hängt die Geschäftslage an einem Ort ab?
4. Wie sichere ich mich dagegen, daß der Vorgänger in meinem Geschäft nicht selbst Konkurrent wird?
5. Was hat der Geschäftsmann beim Bezahlen seiner Rechnungen zu beachten?
6. Welche Pflicht habe ich als Geschäftsmann beim Eintreffen der Ware?
7. Inwiefern schuf die Maschine neue Arbeitsgelegenheiten?
8. Inwiefern hat der Geschäftskreis des Handwerkers sich gegen früher erweitert?
9. Wodurch kann ich mich als Handwerker im Wettkampf mit der Maschine
behaupten?
10. Warum ist eine genaue Kostenberechnung unentbehrlich?
11. Wie lassen sich in meinem Geschäft die Selbstkosten vermindern?
12. Welche Anforderungen sind an das Firmenschild zu stellen?
13. Welche Mittel stehen mir zu Gebote, die schlechte Konkurrenz zu bekämpfen?
14. Wie soll das Schaufenster eingerichtet sein?
15. Warum ist es gut, zunächst zu versuchen, die ausstehenden Forderungen in Güte einzutreiben?
16. Warum sind Rheinland und Westfalen unsere bedeutendsten Industriebezirke?
17. Inwiefern ist Frankfurt Stapelplatz für die Erzeugnisse der umliegenden Landschaften.
18. Wann wird meine Arbeit von Erfolg begleitet sein?
19. Was darf der Handlungsgehilfe nach dem B. G.-B. von seinem Prinzipal fordern?
20. Welchen Einfluß übt die oberrheinische Tiefebene auf den Handel Frankfurts aus?


