Betragen.
Lernmittel.
10
selbst zur Last. Die Schüler verlassen das Geschäft zeitig, gehen aber nicht zur Schule, sondern treiben sich auf der Straße herum und wissen entweder gar keinen oder nur einen nichtigen Grund hierfür anzugeben. Es ist diese leider häufig vorkommende Erscheinung von Schulschwänzerei um so bedauerlicher, als die Eltern vielfach darum wissen und dann entweder den Fall zu beschönigen versuchen oder sogar unwahre Angaben machen. Auffallend häufig werden plötzlich eingetretenes Unwohlsein, Zahn- und Halsschmerzen von den Eltern bescheinigt.— Es zeigt sich auch hier wieder, daß mit der zunehmenden Erkenntnis und der geistigen Förderung der Schüler die Übertretungen gegen die Schulordnung, auch bezüglich des Verhaltens, abnehmen. Die oberen Klassen mit den höchsten Befähigungsstufen haben die wenigsten, die Vorklassen die meisten Versäumnisse.—
Im allgemeinen war das Betragen der Schüler gut. Es ist zu berücksichtigen, daß die Schüler der Fortbildungsschule in einem Alter stehen, das zu Ausschreitungen aller Art neigt. Gar mancher sieht sich versucht, Dummheiten zu begehen, nur um sich aufzuspielen, weil er glaubt, seinen Mitschülern hierdurch zu imponieren. Versteht es der Lehrer, hier das richtige Mittel zu treffen, so ist der Schüler in der Regel kuriert. Anders ist es mit den Ausschreitungen, die Ausdruck einer rohen und boshaften Gesinnung sind. Hier muß mit aller Be- stimmtheit, fest und rücksichtslos die Strenge des Gesetzes zur Aus- führung kommen. Grobe Ausschreitungen sind nur von einigen Schülern in wenigen Klassen verübt worden. Sie mußten exemplarisch geahndet werden.— Klagen müssen wir über die Unsauberkeit der Hände und des Gesichtes vieler Schüler aus gewerblichen Klassen. In einzelnen Fällen waren Waschungen erforderlich. Auch sind unsere Bemühungen, die Schüler zu bewegen, in reinlicher und sauberer Kleidung zur Schule zu kommen, noch nicht von dem gewünschten Erfolg begleitet gewesen. Und doch muß die Unsauberkeit der Schüler mit allen Mitteln bekämpft werden. Hier hilft wiederum nur die Konsequenz des Lehrers.— Im allgemeinen können wir mit Genugtuung hervorheben, daß unseren erzieherischen Einwirkungen der erhoffte Erfolg nicht gefehlt hat. Die Mehrheit der Schüler läßt erkennen, daß sie auf sich achten gelernt hat und sich bewußt ist, was sie sich, ihrem Stande und der Schule schuldet.
Nach dem Ortsstatut sind die Schüler zur Beschaffung der Lern- mittel verpflichtet. Daraus erwächst den Schülern, wenn sie zeichnenden Berufen angehören, eine einmalige Ausgabe von 6— 8 Mark, im anderen Falle von 3— 4 Mark. Sind die Schüler nicht imstande, sich die Lern- mittel zu beschaffen, so werden sie ihnen bei glaubwürdigem Nachweis der Bedürftigkeit ihrer Eltern unentgeltlich verabfolgt. In den gewerb-


