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Kalkulieren betrieben werden.— Mit dem Rechnen ist der Unterricht in der Geometrie zu verbinden. natürlich nur bei denjenigen Berufen, deren Angehörige geometrische Kenntnisse zur Ausübung ihres Berufes bedürfen. Auf die systematische Anordnung des Stoffes wird ebenfalls verzichtet; die Auswahl der Aufgaben und Übungen erfolgt lediglich nach beruflichen Rücksichten und zwar aus der rechnenden Geometrie, da die konstruktive und darstellende Geometrie dem Zeichenunterricht, zugewiesen wird. Leider fehlt es an brauchbaren Aufgabensammlungen für das gewerbliche Rechnen; es wurde deshalb davon abgesehen, ein Rechenbuch einzuführen. Es steht zu erwarten, daß auch für diesen Unterrichtsgegenstand aus der Praxis heraus ein Werkchen entstehen wird, das speziell unsern gewerblichen Verhältnissen Rechnung trägt. Die Hauptsache ist auch hier wieder, daß die Schule sich mit den ge- werblichen Verhältnissen der Berufsarten ihrer Schüler aufs innigste vertraut macht. Bekanntlich ist der Rechenunterricht neben dem Zeichen- unterricht und der Buchführung dasjenige Gebiet, das von dem Lehrer das meiste technische Verständnis erfordert.
Den Abschluß des gewerblichen Sach- und Rechenunterrichts bildet die Buchführung, die ihrem Inhalt nach nicht etwa als ein neues Fach aufzufassen ist, sondern nur als eine übersichtliche zahlenmäßige Zusammenfassung dessen, was der geschäftliche Sach- und Rechenunter- richt zuvor über Eingang, Bearbeitung und Ausgang der Güter gelehrt hat. Der Unterricht lehnt sich an die in der Praxis übliche Form an und wird so erteilt, daß jeder Schüler eine für seinen Beruf passende Buchführung lernt. In der gewerblichen Abteilung beginnt die Buch- führung erst im dritten Schuljahr mit wöchentlich einer Stunde, um die der Rechenunterricht gekürzt wird, während in der kaufmännischen Ab- teilung schon im 2. Jahre einfache und im letzten Jahr doppelte Buch- führung getrieben wird. Ein zweimonatiger Geschäftsgang einer Kolonial- warenhandlung konnte in allen kaufmännischen Klassen zum Abschluß gebracht werden.
Der Schwerpunkt des Zeichenunterrichtes liegt in dem Fach- zeichnen. Alle vorbereitenden UÜbungen sind demgemäß auf das Not- wendigste zu beschränken und müssen tunlichst an den einfachsten Elementen des Berufszeichnens selbst angestellt werden. Das Linear- und Projektionszeichnen ist als selbständige Disziplin aus dem Stoffplan verschwunden und ist mit dem Fachzeichnen vereinigt worden, mit dem der Schüler sofort beginnt, indem er einfache Gegenstände, die ihm aus seiner Berufstätigkeit schon bekannt sind, nach Modellen in verschiedenen Projektionen aufzeichnet, nachdem die allgemeinen Grundaufgaben im Massenunterricht an größeren Klassenmodellen erläutert und die Haupt- sätze der darstellenden Geometrie daraus abgeleitet worden sind. Jedes
e) Buchführung
f) Zeichpen.


