Januar dieses Jahres aus dem Elternbeirat austrat, wurde der Unterzeichnete zum 1. Vorsitzenden gewählt. Mehrere Mitglieder muftten im Laufe des Berichtsjahres ausscheiden, weil sie keine Kinder mehr in der Schule haben. Daher gehören zur Zeit aufier oben genannten Vorstandsmitgliedern die Damen Frau Prof. Elsässer, Frau Dr. Heerdt, Frau Anna Klörs sowie die Herren E. Butz. Joh. Deutsch, Dr. med. Kirschner, Paul Petersen. Georg Schäfer, Otto Schutkowski, Adolf Seidel. Walter Tasche und Direktor Zankl dem Elternbeirat an. Die Schule er- nannte als ihre Vertreter die Herren Oberstudiendirektor Dr. R. Oehlert, Oberstudienrat Huth, Studienrat Dr. Lepke, Studienrat Schramm.
In den engeren Ausschuß des Verbandes der Elternbeiräte für die höheren Schulen in Frankfurt a. M. be- stimmte der Elternbeirat als dauernde Vertreter Frau Cäcilie Henkel und den Berichterstatter; letzterer wurde zum 2. Vorsitzenden des Verbandsvorstandes gewählt..
Im Berichtsjahre berief der Elternbeirat mit der Schulleitung zwei allgemeine Elternversammlungen: am 4. Februar 1929 hielt Herr Direktor Dr. Oehlert einen äußerst wichtigen Vortrag über„Die Schulzucht“, und am 21. Februar sprach vor sehr zahlreicher Zuhörerschaft Herr Stadtmedizinalrat Dr. Hagen über„Ein alle Eltern sehr interessierendes Thema“; beiden Vorträgen folgten lebhafte Aussprachen.
Wenn auch das am 11. Mai 1920 abgehaltene Schulfest im neuen Schuljahre stattfand, so wollen wir doch schon an dieser Stelle allen, die durch Barbeträge, Tombolageschenke und andere Spenden sowie durch künstle- rische Darbietungen und fleißige Mitarbeit an der Vorbereitung zum guten Gelingen beigetragen haben, unseren verbindlichsten Dank aussprechen.
In den acht internen Sitzungen des Elternbeirats wurde fleißig gearbeitet. Es kamen u. a. zur Behandlung: Der Schulanfang. Unentgeltlichkeit des wahlfreien Unterrichts, der Schreibunterricht an den höheren Schulen, die Klassenfrequenz, die Zersplitterung im deutschen Schulwesen, die Zusammenlegung der Schulferien, die Früh- stücksspeisung, die Schulveranstaltungen, die ausschließliche Prämiierung von nur Sporthöchstleistungen, Tanz- unterricht in der Schule, die Kosten der Schulausflüge, der Aufenthalt von Schulklassen in einem Landheim, die Preise der Schulbücher.
Infolge unserer Anregung wurden manche Fragen auch auf die Tagesordnung des Gesamtverbandes gesetzt und fanden dadurch vielfach die gewünschte Erledigung. Wir bitten nun auch die Elternschaft um rege Mitarbeit im Interesse unserer Kinder und der Schule, der wir zu dienen gewillt sind. Wünsche und Anregungen aus Elternkreisen nehmen wir gerne entgegen. Dieselben werden gewissenhaft und ernst beraten werden.
Eduard Martell. 1. Vorsitzender. Briefanschrift: Postschließfach 173.
V. Schulgebäude und Schulgrundstück
Der schon im vorigen Jahre als notwendig bezeichnete neue Anstrich der Klassen im älteren Teil des Ge- bäudes konnte aus Mangel an Mitteln noch nicht ausgeführt werden. Er ist aber noch dringender geworden.— Für die Bestuhlung des Podiums im Festsaal hat die Stadt in dankenswerter Weise gesorgt. Notwendig ist aber noch die Einrichtung der Empore für die Unterbringung der Klassen bei der Benutzung des Festsaals.— Als großer Mißstand stellt sich immer mehr heraus, dafß der Festsaal nicht entlüftet werden kann, da die hierzu not- wendige Vorrichtung bei der Einrichtung der Schule nicht mit angebracht worden ist.— Für die Anfertigung der Abiturientenarbeiten sind uns die erbetenen 50 Tische geliefert worden.— Die Klosetts haben Wasch- gelegenheiten mit Handtuchbenutzung erhalten. Für diese Neuerung sind wir recht dankbar.— Dringend not- wendig ist die Beschaffung einer gröfteren Anzahl von Bänken der Größen 7—8, die vor allem für die Mittel- klassen gebraucht werden.— Im Lehrsaal für Chemie wurde die noch fehlende elektrische Einrichtung her- estellt und in den Sammlungsräumen das Schrankmaterial ergänzt.— Für den Zeichensaal wurde der noch ehlende Schrank beschafft.
Die Schulhoffrage ist immer noch nicht erledigt. Seit 1924 kämpfen wir um mehr Schulhofraum. Als größte Frankfurter Knabenanstalt müssen wir uns seit Jahren mit einem Schulhof begnügen, der gerade noch für eine Nichtvollanstalt ausreicht. Die Folgen dieses Mißstandes machen sich in der gesteigerten Zahl von Unfällen wäh- rend der Zeit der Schulhofbenutzung durch die Schüler geltend. Sie sind bei der starken Zusammendrängung so vieler Kinder in den Pausen auch bei bester Aufsicht nicht zu vermeiden. Zwar schwebt zur Zeit ein Enteignungs- verfahren für die Erweiterung des Hofes, doch haben wir aus dem Gang der bisherigen Verhandlung nicht den Eindrud gewonnen, daß von der in Betracht kommenden staatsbehördlichen Seite aus unsere Lage als unhaltbar angesehen wird.
Den Städtischen Schulbehörden sprechen wir an dieser Stelle für die im Rahmen des Möglichen erwiesene Unterstützung im abgelaufenen Schuljahr unsern herzlichen Dank aus. Dieser gilt auch Herrn Bauführer Feuer- bach, der für unsere großen und kleinen Nöte immer Verständnis zeigte und geholfen hat, wo das nur irgendwie angängig war.
VI. Chronik der Schule
Das Schuljahr begann am 17. April mit einer Feier im Festsaal, der Aufnahme der neu eingetretenen Mit- glieder der Schulgemeinde und mit Aufnahmeprüfungen. Der eigentliche Unterricht wurde am 18. April auf- genommen.
Am 24. April gingen die drei Obertertien und die beiden Untertertien unter Führung von Herrn Studienrat Dr. Stipp. Studienrat San aaan Studienrat Schreuers, Studienassesor Dr. Braunwart und Studienrat Frl. Dr. Huber für vier Wochen auf die Wegscheide. Dadurch, daft sämtliche Fächer vertreten waren, konnte der Unterricht dort oben, wenn auch in anderer Form, in den Vomittagsstunden weitergeführt werden.
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