Jahrgang 
1929
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Während der Osterferien hat Herr Studienrat Dr. Herborn mit 20 Schülern eine Englandreise unternommen, wobei er von Herrn Studienrat Dr. Lepke und dessen Gattin in liebenswürdiger Weise in der Sorge um die Schüler unterstützt wurde.

Am 15. Mai fand die Beerdigung unseres hervorragend begabten ehemaligen Schülers Helmut Kretz statt (Abit. 1925), der an den Folgen eines Motorradunfalls verstorben war.

Während der Pfingstferien nahmen 18 Schüler unter Führung von Herrn Studienrat Dr. Six an der Tagung 4es N.D4. in Gmunden teil. In der Schulgemeinde vom 6. Juni berichtete Remy(Olb) über die Eindrücke der

eilnehmer.

Am 14. Juni fand abends im Festsaal eine Dürerfeier für unsere Eltern und Freunde sowie für die Schüler der Klassen Ol bis UI statt. Den Festvortrag mit Lichtbildern hielt Herr Studienrat Dr. Scheuerpflug. Für die Klasse Oll bis VI fand dieselbe Feier am 15. Juni in der sechsten Stunde im Festsaal statt. Daran anschliefltend wurden an eine Reihe von Schülern für besonderen Fleiß und vorbildliches Betragen die von der Stadt Frank- furt a. M. gestifteten Dürermappen verteilt.

Der 11. August brachte uns die Verfassungsfeier. Die Festrede hatte Herr Studienrat Dr. Stipp übernommen. Die Feier wurde durch Vorträge von Gedichten, vom Orchester und Chor eingerahmt.

Am 15. September fand bei herrlichem Wetter unser Schulsportfest auf den Plätzen an der Roseggerstrafte und des Sportklubs 80 statt.

Am 3. November beteiligten sich die evangelischen Schüler und Schülerinnen und Mitglieder des Kollegiums an der Reformationsfeier in der evangelischen Kirche.

Das Weihnachtsfest feierten wir mit unseren Eltern und Freunden in der üblichen Weise.

Des 200 jährigen Geburtstages von Lessing wurde in den Klassen gebührend gedacht.

Vom 25. Februar bis zum 2. März muftte der Unterricht wegen allgemeinen Kohlenmangels ausfallen. Die beiden Oberprimen waren an diesem Ausfall nicht beteiligt.

Die Reifeprüfung der beiden Oberprimen begann am 28. Januar mit dem schriftlichen Teil. Die mündliche Prüfung fand vom 5. bis 8. März unter dem Vorsitz des Herrn Oberschulrats Dr. Deiters als staatlichem Kommis- sar statt. Sämtliche 52 Prüflinge haben bestanden.

Auf Vorschlag des Direktors wurden die bisher an der Anstalt tätigen Studienassessoren Dr. Scheuerpflug, Schreuers und Dr. Herborn zu Studienräten ernannt und fest angestellt und Herr Studienrat Huth zum Ober- studienrat befördert.

Der Dezernent unserer Anstalt, Herr Oberschulrat Dr. Deiters, besuchte die Anstalt im abgelaufenen Schul- jahr zweimal und wohnte dem Unterricht in den Oberprimen bei.

Die Entlassungsfeier der Abiturienten fand am 23. März im Festsaal statt, wobei der Direktor und die Abit. Bomers(Ola) und Schütz(OIb) die Abschiedsreden hielten.

Als Abschluf des Schuljahres fand wieder eine Zeichen- und Werkunterrichtsausstellung statt, die erfreulich gut besucht wurde..

VII. Die wichtigsten Erlasse und Verfügungen der Behörden

Ministerialerlaß vom 22. 1.29 UIIIl 2893/28 UII. 2. Ausbildung von Volksschullehrern und Volksschulſehrerinnen

Am 1. Mai 1020 werden in die bereits bestehenden Pädagogischen Akademien je 50 Studenten aufgenommen, und zwar in Elbing und Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und Jehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volksschullehrer und in Frankfurt a. M. zur Ausbildung von Volksschullehrern und Jehrerinnen. Ferner wird beabsichtigt, zum gleichen Zeitpunkte neue Pädagogische Akademien zur Ausbildun evangelischer Volksschullehrer und Jehrerinnen in Breslau, Erfurt, Hannover und Dortmund zu eröffnen un3 dort ebenfalls je 50 Studierende aufzunehmen. Wegen des noch vorhandenen Überflusses an evangelischen Schul- amtsbewerberinnen werden jedoch zu den Akademien in Erfurt und Hannover vorläufig nur männliche Studie- rende zugelassen.

Mit Rüdksicht auf die besonders große Zahl noch unbeschäftigter katholischer Schulamtsbewerberinnen wer- den katholische Abiturientinnen bis auf weiteres in keine Pädagogische Akademie aufgenommen.

Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter besonderen Voraussetzun- gen können Studienbeihilfen gewährt werden, die bei den Akademien zu beantragen sind. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne und weitere Auskünfte sind bei den Sekretariaten der Pädago- gischen Akademien erhältlich. Näheres ist auch zu ersehen aus dem Merkblatt für Berufsberatung B 4:Der Volks- schullehrer von Akademiedirektor Dr. Karl Weidel in Elbing, zu beziehen durch den Verlag Trowitzsch& Sohn in Berlin SW 48, Wilhelmstr. 29, gegen Voreinsendung von 55 Rpf.

Das Aufnahmegesuch ist bis spätestens zum 10. März 1029 unmittelbar an eine der Pädagogischen Akademien zu richten. Beizufügen sind:

1. ein Lebenslauf mit Angabe des Bekenntnisses,

2. eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses einer neunstufigen höheren Lehranstalt oder eine Bescheini-

gung des Anstaltsleiters über die bestandene Reifeprüfung oder über ihr voraussichtliches Bestehen,

3. ein Gesundheitszeugnis eines zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arztes,

4. ein amtlicher Ausweis über die Staatsangehörigkeit,

5. ein polizeiliches Führungszeugnis, falls seit der Erlangung des Reifezeugnisses mehr als ein halbes Jahr

verstrichen ist.

Bald nach Ablauf der Meldefrist werden die Bewerber, die für die Aufnahme in Betracht kommen, zu einer Prüfung ihrer musikalischen Kenntnisse und Fertigkeiten am Akademicort einberufen. Die Bewerber müssen mit der allgemeinen Musiklehre vertraut sein, ein einstimmiges schlichtes Motiv nachsingen und niederschreiben, ein einfaches Lied vom Blatt und eine Anzahl Volkslieder auswendig singen können. Im Spiel eines der drei Instru- mente Geige, Klavier oder Orgel müssen die Grundlagen vorhanden sein.

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