Jahrgang 
1929
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Gegenstand der ersten Sitzungen war wieder unser altes Schmerzenskind, die Schulfahne. Die Frage wurde damit für erledigt erklärt, daft man den 1. Vors. als Beauftragten der Schulgemeinde für die Fahne wählte. Die Anfertigungszeichnungen und der Stoff sind nun fertig bearbeitet. Die Fahne ist auch schon teilweise gestickt. doch für die noch fehlenden Materialien ist kein Geld vorhanden. Es wäre wirklich höchst bedauerlich, wenn die Anschaffung der Fahne an diesem Punkte scheitern sollte. Hier muft eben der schon so oft erprobte Opfersinn der Kameräaden die nötige Geldsumme aufbringen. Ich will nicht versäumen, an dieser Stelle Herrn Zeichenlehrer Windisch für die freundliche Unterstützung bei den Fahnenzeichnungen im Namen der Schulgemeinde zu danken.

Ende Nai hörte die private Frühstüdksspeisung durch Herrn Gippert auf. Einem Gesuch, unserer Schule die private Versorgung zu belassen, konnte vom Herrn Direktor nicht stattgegeben werden.

Ferner wurde eine Entlüftungsanlage in der Aula beantragt, da das Fehlen einer solchen sich bei längeren Veranstaltungen sehr unangenehm bemerkbar macht. Jedoch ist hieran nach Angaben von Herrn Direktor noch nicht zu denken, da die Kosten dafür z. Zt. zu hoch sind.

Kamerad Schmidt aus der UIc rügte die mangelhafte Tätigkeit unserer V. D. A.-Schulgruppe. Zum Vergleich schilderte er den Aufbau in einer anderen Anstalt. Es wird beschlossen, mit einem V. D. A.-Schulfest werbend für die deutsche Sache einzutreten. Bis jetzt ist es aber bei der Planung geblieben. Es ist wirklich zu wünschen, daß in dieser Hinsicht ein besserer Geist in unsere Schule einzieht.

Schmidt erhält infolge seiner starken Beanspruchung durch die V. D. A.-Geschäfte E. Schwerdtner Ola zur Unterstützung, um die Kontrolle über die Aufsicht in den Gängen und auf dem Hof besser durchführen zu können. Bis auf einzelne Klassen können wir mit den Ergebnissen unserer Aufsichtsführung zufrieden sein. Weiterer systematischer Ausbau wird die noch vorhandenen Übelstände beseitigen. Strengeres Vorgehen gegen Säumige Türfte am Platze sein. Ich will hier nochmals kurz die Richtlinien, nach denen die Aufsicht im alten Jahre gehal- ten wurde, angeben. Der jeweils 2. Vorsitzende der Schulgemeinde ist I. Kontrolleur für die Aufsicht. Sie wird nicht mehr pausenweise, sondern tageweis gehalten. Je einem Oberprimaner sind drei Kameraden aus den an- deren Oberklassen zur Seite gestellt. Diese brauchen nur die Hausaufsicht zu halten. Getrennt davon sind die weiteren Aufsichten für Hof. Milchkeller, Radkeller und Eingang. Die Hofaufsicht und die im Milchkeller wurde nur von Oberprimanern gehalten. Den Dienst im Radkeller versehen das ganze Jahr über die zwei gleichen Auf- sichtsführenden. Einen sehr mühevollen Posten hatte die Aufsicht an den zwei llauseingängen, da sie das Auf- stellen der unteren Klassen bis einschließlich UIII zu beaufsichtigen hat. Auch möchte ich hier nochmals darauf hinweisen, daßt die Kameraden ihr Frühstück, ihre Turn- und Zeichensachen aus ihrer Klasse mitnehmen, damit die Plasee nicht nochmals während der Pause aufgeschlossen zu werden braucht. Es erschwert sonst den Aufsichts- dienst sehr.

Das Schülerheim erhielt einen Obmann in Eiffert Olla. Er hat sich in sehr anerkennenswerter Weise für den Ausbau des Heims eingesetzt. Herr Direktor will noch Lesestoff besorgen. Die Ula hat es verstanden, abends des öfteren Klassenzusammenkünfte mit bunter Unterhaltung zu schaffen. Dankt unserem lieben Eiffert dadurch, daß Ihr das Heim noch mehr aufsucht. Versucht es noch auszugestalten, damit Ihr Fuch darin recht wohl fühlt!

Es war angeregt worden, wieder wie im vorigen Jahre ein Schulfest zu veranstalten. Der Plan mufte jedoch verschoben werden, und es sollte dem Wunsche von Herrn Direktor entsprechend die Aufgabe der beiden ab- gehenden Oberprimen sein, bei der Durchführung der Arbeiten mitzuhelfen.

Vor versammelter Schule sprachen die Kameraden Aulmann Olb und Remy Olb über ihre Reiseeindrücke in England bzw. über die V. D. A.-Tagung in Gmunden.

Für die Besetzung der Aula wurde vorgeschlagen, daß die Oberprimen und die der Empore zunächstliegende Unterprima die Empore besetzen; alle anderen Klassen gehen in die Aula, und zwar setzen sich alle A-Klassen links(Pensterseite) und die B-Klassen rechts(Türseite). Infolge der Bestuhlung des Podiums können jetzt alle bequem sitzen.

In den Ferien wurden wieder einige Wanderungen gemacht, über die zu berichten zu weit führen würde.

Die regelmäſftige Kartenversorgung für die Städtischen Bühnen hörte mit Beginn des Schuljahres 1928/20 auf; die Karten werden jetzt nur noch zu ganz bestimmten Veranstaltungen direkt von der Kartenstelle der Städti- schen Bühnen ausgegeben.

In einer der letzten Sitzungen hielt Kamerad Glüd Ula einen Vortrag über die Gefahren des Alkohols. Er verstand es in trefflicher Weise, die Schäden dieses langsamen Giftes, durch Lichtbilder unterstütæzt, klarzulegen.

Eine eifrige Debatte fand auch über die geplante eigene Schulzeitung statt. Durch Einkassieren von 10 bis 15 Pfennig pro Schüler könnte die Zeitung nach Meinung von Herrn Direktor wohl finanziert werden. Die Zei- tung soll Beiträge von jeder Klasse enthalten. Born UIc wurde zum Obmann gewählt, der die einzelnen Auf- sätze einzusammeln hat. Wenn die Zeitung zustande kommt, so wäre das ein neues Bindeglied für unsere ge- samte Schulgemeinde.

Wenn die Schulgemeinde manche nützliche Arbeit, die ja unserer lieben Schule dient, geleistet hat. so ver- danken wir dies nicht zuletzt dem starken Bewuftsein der Zusammengehörigkeit, das uns, vom IIerrn Direktor bis zum kleinsten Sextaner, durchdringt. Nimmt nun noch jeder Teilnehmer die Grundlagen einer parlamenta- rischen Erziehung mit ins Leben hinaus, so hat die Schulgemeinde als Selbstverwaltungsorgan der Schüler ihre Pflicht getan.

Der Berater: Lohmann. Der 1. Vorsitzende: A. Lauber.

IVb. Der Eliternbeirat.

Da zur Wahl des Elternbeirats für 1928/50 nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde, galten die vorgeschla- genen 15 Mitglieder und 1s Ersatzmitglieder ohne Abstimmung für gewählt. Der neue Elternbeirat trat auf Einladung des Ilerrn Direktors am 5. August 1028 zum ersten Male zusammen und wählte Ilerrn Karl Knad zum 1. Vorsitzenden, Frau Dr. Baerwind zur 2. Vorsitzenden, den Berichterstatter zum 1. Schriftführer und Frau Cäcilie Henkel zur Protokollführerin. Als Herr Knad zu unserem Bedauern wegen Arbeitsüberhäufung im

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