Besondere Arbeitsformen der Chemie waren: 1. Bei allen Besprechungen wurde schon jetzt auf das perio- dische System der Elemente hingearbeitet. Im Zusammenhang damit stand die eingehende Durchnahme der Gesetzmäftigkeit chemischer Vorgänge, der Wertigkeitslehre und der Atomtheorie. 2. Besprechung des N. da seine
Varbindungen geeignet sind, die unter 1 genannten Vorgänge zu erläutern und die notwendigen Begriffe zu er- arbeiten.
In der Biologie wurde eine Stunde wöchentlich zur Abhaltung von Schülervorträgen verwendet. Uber jeden Vortrag wurde ein Protokoll von einem Schüler geführt. Besonders durchgearbeitet wurden die Urtiere als Ein- zeller und der Übergang zu den Mehrzellern.
8 Im kath. Religionsunterricht wurde als besondere Arbeit die Lösung der römischen Frage ausführlich be- andelt.
Im Zeichenunterricht trat das phantasiemäftige Gestalten in den Hintergrund, die Darstellung der Wirklich- keit(Taunuslandschaften, Reiseeindrücke, Mensch und Tier) in den Vordergrund. Das moderne Plakat spielte eine grofie Rolle. desgleichen projektivisches Darstellen einfacher Körper und Gebäude unter Benutzung der Parallel- perspektive.
UNTERSEKUNDA(Oberrealschule)
In der Geometrie wurde besonders erstrebt, daß die grundlegenden Lehrsätze und Beweise durch die Schüler in gemeinsamer Tätigkeit erarbeitet wurden.
Desgleichen waren die Arbeitsformen trotz der groften Klassenstärke(44) auch in der Physik auf weit- gehende aktive Beteiligung der Schüler zugeschnitten. An besonderen Arbeitsleistungen sind zu nennen: 1. Prak- tische UÜbungen in der Handhabung der elektrischen Einrichtung der Anstalt. 2. Skizzieren von fertigen Ver- suchsanordnungen. 5. Sicherheit im Treffen von Versuchsanordnungen. 4. Kritische Erfassung der Wirtschaftlich- keit elektrischer Einrichtungen auf Grund von Berechnungen. 5. Anregung und Anleitung zum Bau elektrischer Apparate. 6. Demonstrationsvorträge über selbstgebaute Apparate.
In der Chemie wurde aufter dem lehrplanmäſftigen Stoff der Kreislauf des Stickstoffs besonders eingehend ehandelt.
Auch in dieser Klasse wurde im fremdsprachlichen Unterricht versucht, die Schüler mit typischen Darstel- lungen des Lebens und der Verhältnisse der Bewohner der fremden Länder eingehender vertraut zu machen.
Im Deutschunterricht stand das Halten von freien Schülervorträgen mit im Vordergrund.
Im Religionsunterricht ging das Studium der Kirchengeschichte in diesem Jahr von der Lektüre der Frank- furter Kirchengeschichte von Dechent aus, wobei auf die historischen Stätten unserer Stadt genauer eingegangen werden konnte.— Aus der Zeitgeschichte heraus wurde ein tieferes Eingehen auf besondere Fragen in Hinsicht auf Festigung des Charakters versucht. Ziel war die Herausbildung eines persönlichen Verantwortungsgefühls für die Teilnahme an der Gestaltung des öffentlichen Lebens. Die Diskussion wurde freier gestaltet.
Im Erdkundeunterricht wurde besonders der Lebensraum unseres Volkes in den Kreis vertiefter Betrachtun- gen gerückt.
OBERSEKUNDA
Der Leitgedanke, die Entstehung der westeuropäischen Kultur, wurde besonders in den geisteswissenschaft- lichen Fächern herausgearbeitet. Es handelte sich ja darum, den Schülern nahe zu bringen, wie aus den drei Fak- toren der Antike, des Christentums und des Germanentums die Kultur des Mittelalters entstand.
Der Geschichtsunterricht sollte zeigen, wie die Wurzeln unseres Geistes- und Kulturlebens bis ins Altertum zurückreichen, wie z. B. unsere Religionsbegriffe von dem Orient, unsere Vorbilder für die Kunst von Criechen- land, unsere Rechtsverhältnisse von Rom mafgebend beeinfluftt worden sind. Hier konnten dann die anderen Fächer eingreifen.
So behandelte der deutsche Unterricht besonders das antike Drama, die mittelalterlische Kunst und Kloster- kultur.
Im französischen Unterricht Sah es Gelegenheit, bei der Einführung in die Entstehung und Entwicklung der Sprache und Literatur den Einfluß der Antike gründlich zu besprechen.
Im kath. Religionsunterricht war das Konzentrationsthema: die Kirche, die Mutter des Abendlandes, wobei noch besonders auf die Einheit des Abendlandes im Mittelalter im Sinne des Völkerbundes eingegangen wurde. Im kath. Religionsunterricht wurden zur Vertiefung Christusbilder betrachtet und ihr Sinn erläutert, damit die Schüler erkannten, wie die Künstler mit ihrem Stoff gerungen haben. Ein Besuch in der Josefskirche sollte noch einmal zum Bewuftsein bringen, daf Christus der Brennpunkt in der Liturgie der Kirche ist, besonders in der Liturgie der Karwoche.
In der Erdkunde wurde besonderer Wert auf die Klimatologie gelegt.
Im Mathematikunterricht bot die Durcharbeitung des Lehrstoffes Gelegenheit zur Vertiefung über den enge- ren Rahmen des Faches hinaus bei der Behandlung der Zinseszins- und Rentenformel, sowie bei der Anwen- dung der ebenen Trigonometrie auf Höhen- und Erdmessung. In der OIla wurden noch Feldmefiaufgaben des Rück- und Vorwärtseinschneidens erledigt.
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