den verschiedenen Lehrbüchern störend bemerkbar. Bei den mündlichen Ubungen wurde besonderer Wert auf die Erziehung des Ohrs zum Erkennen der Satzmelodie und der Sprechtakte gelegt. Gegenseitiges Fragen, Nach- erzählungen wechselten ab mit freien oder vorbereiteten Vorträgen über einfache Themata, Besonderer Wert wurde auf Wortschatzzusammenstellungen gelegt.— Bei dem Bemühen, jeden Schüler zur lebendigen Mitarbeit heranzuziehen, wurde die grofte Schülerzahl(51) störend fühlbar.
Im Rechnen wurde bei der Behandlung der Dezimalbrüche besonderer Wert auf ihre Beziehungen zu den gemeinen Brüchen gelegt. In der Prozent-, Rabatt- und Linrechnunf wurden Aufgaben aus dem kaufmännischen Leben bevorzugt. In der graphischen Darstellung wurden praktische Ubungen angestellt, so oft das nur möglich war.
Die geometrischen Grundbegriffe wurden unter Benutzung von Raumformen veranschaulicht, wobei Zirkel. Lineal und Zeichendreieck von den Schülern gehandhabt wurden. Mit der Entwicklung der Kongruenzsätze ging das Lösen von zahlreichen Konstruktionsaufgaben Hand in Hand.
Aufgabe des Biologieunterrichts der Quarta ist ergänzende und abschließende elementare Einsicht in die Er- scheinungen des Lebens. Die neu hinzutretenden Arbeitsformen bezwecken insbesondere die Weckung eines an- haltenden Interesses, um es dem Schüler zu ermöglichen, die nunmehr eintretende 2—2 1 jährige Dause im Bio- logieunterricht selbsttätig zu überbrücken.— An besonderen Arbeitsleistungen sind zu nennen: 1. Bestimmungs- protokolle über Pflanzen auf Grund der Bestimmungstabellen von Beckurs. 2. Anlage eines Herbariums, Prä- parieren von Schmetterlingen und Käfern, Aquarium- und Terrariumpflege, Raupenzucht. 5. Entwicklungsstudien an Pflanzen, Schmetterlingen und Fliegen. 4. Schülervorträge über Kokospalme, Kaffee. Tee, Feige, Kautschuk. Gorilla, Pavian, Löwe, Wolf, Bär, Nashorn, Renntier, Lemming. Murmeltier, Kondor, Papageien, Kolibris, Pin- guine, Krokodil. Kobra, Skorpione, Termiten. 5. Schiilerprotokolle zu den Schülervorträgen. 6. Systematische Tabelle über das Pflanzenreich und über das Tierreich.
Im Religionsunterricht war richtungweisend die Erweckung des sittlichen Willens. Das ist auf dieser Klassen- stufe, die sich in den Entwicklungsjahren befindet, besonders wichtig. Die Schüler müssen sehr deutlich erfahren. daß ein sittlicher Mensch in seinem Tun nicht frei, sondern an das Sittengesetz gebunden ist. Gelegenheit zur Aussprache wurde reichlich geboten.
Im Zeichenunterricht setzte die bewußte zeichnerische und farbige Darstellung plastischer Formen und des Raumes ein. Besonders studiert wurden Beleuchtungseffekte. Dazwischen erfolgte malerisches Darstellen von Menschen, Tieren. Gegenständen, Masken, Taunuslandschaften. Weiter wurden dekorative Schriftgestaltung, das Gestalten einfacher Plakate und parallelperspektivische Darstellungen geübt. Endlich wurde das Betrachten be- deutender Kunstwerke in ihrem formalen Aufbau fortgesetzt.
UNTERTERTIA
Um die Schüler mit den wichtigsten Verhältnissen der germanisch-romanischen Frühzeit und des Mittelalters bis zum Beginn der Neuzeit vertraut zu machen, arbeiteten die Fächer Deutsch, Französisch, Geschichte, Erdkunde und Religion zusammen. Die Schüler wurden zur Entwicklung der Gedankengänge und zum freien Vortrag über das Gehörte besonders angeleitet.
Dabei wurde im Deutschen auch den kunst- und kulturgeschichtlichen Fragen Aufmerksamkeit geschenkt: außerdem traten Schilderungen aus Heimat und Menschenleben, sowie die Durcharbeitung poetischer Stoffe (Ballade) hinzu. Der Vorliebe dieser Klassenstufe für das Abenteuerliche wurde durch das Lesen von 3 zu- sammenhängenden Erzählungen Rechnung getragen.
Im Englischen und im Französischen bereitete die Einstellung auf angespanntes Hören und genaues Nach- ahmen noch ziemliche Schwierigkeiten. Eigentümlichkeiten der heimatlichen Mundart(geringe Unterscheidung „wischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten, schlechte Aussprache des r und a) brachten für viele Schüler weitere Erschwerungen. Nur tägliche, sorgfältige Sprechübung, auch zu Hause, kann solche Hemmungen So überwinden, daß die Grundlage für erfolgreiche Mitarbeit in den folgenden Jahrgängen gesichert wird.
In der Geschichte wurde besonders, soweit es auf dieser Stufe angängig ist, die Entstehung des modernen Staates und der Einfluß dieser geschichtlichen Macht auf die anderen historischen Faktoren behandelt.
In der Erdkunde wurde wegen der geschichtlichen Wende im Osten auf Nord- und Südasien besonderer Wert gelegt. Methodisch wichtig war das rarbeiten des Wissens durch die Karte. Durch den Besuch des Völker- museums wurde der Unterricht weiter vertieft.
Für die Algebra ergab sich in der Arithmetik die besondere Lehraufgabe aus der auf dieser Stufe sich voll- ziehenden Ubergänge vom elementaren Rechnen mit bestimmten Zahlen zur erweiterten Auffassung der Zahl als Buchstabengröße und von ihrer absoluten Bedeutung zu ihrer relativen. Dieser überbrückenden Aufgabe entsprach eine ständige Gegenüberstellung der elementaren und der algebraischen Rechenmethoden. So ging mit Zer Erweiterung der Zahlenauffassung eine ständige Wiederholung und Befestigung der bisherigen Rechenpensen
land in Hand.
Nach der propädeutischen Behandlung der Geometrie in der Quarta setzt in U III ein in sich geschlossener folgerichtiger Aufbau der elementaren Geometrie ein mit dem Ziel der klaren Erfassung der einfachen Linien-, Flächen- und Raumgebilde. Die Schüler sollten befähigt werden, einfache Beziehungen am Dreieck, Vierek und Kreis selbständig zu erkennen, in mathematisch einwandfreier Form mündlich und schriftlich abzuleiten und die gewonnenen Erkenntnisse auf Konstruktionen und auf konstruktive Berechnungen aus der Mefikkunde an- zuwénden. Besonderer Wert wurde auf die Fertigkeit gelegt, die Veränderlichkeit und Abhängigkeit der Gebilde graphisch darstellen zu können und ihre Verwendung in der Kunst zu erkennen und zu pflegen.
Die Einführung in die Physik bezweckte in erster Linie innere Anteilnahme der Schüler an den physikali- schen Erscheinungen und ihren Gesetzmäfigkeiten, an deren Auswirkungen in der Natur, der Technik und Kultur.


