sprechender Form dargeboten wird. Dazu gehört eine gewisse Sicherheit des Auftretens. In dieser Sicherheit gesellt sich das Gefühl des Eintretens für die eigne Sache, der Wille, dieselbe bis zum letzten Punkt zu verfechten, die Kraft, alles auszuhalten, was sich der Durchführung der Sache entgegenstellt. Was nützen uns endlich alle Ueberlegungen, alle Künste und Fertigkeiten, wenn sie nicht„unter die Leute kom- men“,— weil sie von dem Ausübenden nicht darge- stellt werden können, weil er aus seiner Sache nichts zu machen versteht, weil ihm die Form fehlt?
Was ich ganz allgemein von der Darstellung unseres
Könnens sagte, soll im besonderen auf die Schularbeit angewendet werden. Gerade das öffentliche Spiel, sei es schauspielerischer oder musikalischer Art, soll in der Schule gepflegt werden. Was der junge Mensch kann— und wenn es auch wenig ist—, soll ausgeübt, soll dargeboten werden. Nur durch die dauernde per- sönliche Darbietung des Könnens erwirbt man sich die oben genannten Fähigkeiten, um das, was man kann, mit Erfolg weiterzugeben. In diesem Sinne wollen wir Schüler das öffentliche Spiel in der Schule weiter pflegen.
Willi Wagner. O la.
VII. Mitteilungen an die Elterm.
Den Schülern der oberen Klassen ist Gelegenheit ge- boten, an den physikalischen und chemischen Vorlesun- gen in der Universität teilzunehmen. Wir haben hier- bei die Wahrnehmung gemacht, daßt die Schüler wohl die Zulassungskarten bestellen, aber dann die Vor- lesungen nicht besuchen. Da diese Vorlesungen aufter- ordentlich den naturwissenschaftlichen Unterricht un- terstützen, bitten wir die Eltern, ihre Söhne zum Be- such dieser Vorlesungen anzuhalten.
Eltern, die ihre Kinder nicht zur Erholung wegschicken
können, werden auf die Einrichtung der Ferien-
spiele hingewiesen. Näheres hierüber kann das Büro der Schulkinderspeisung, Braubachstr. 12, mit- teilen.
Ferner möchte ich noch darauf hinweisen, daß auch in diesen Sommerferien Kinder wieder auf die Weg- scheide gehen können. Dort oben sind sie unter Aufsicht von Lehrern und in jeder Beziehung gut auf- gehoben. Der Preis beträgt RM. 1.75 täglich. Anmel- dungen werden im Sekretariat der Schule entgegen- genommen.
Es kommt häufig vor, daß Schüler Bekleidungsstücke oder Bücher in der Schule zurücklassen oder auf dem Schulweg verlieren. Sehr oft ist eine Rückgabe nicht möglich, da der Eigentümer der verlorenen Gegenstände nicht festzustellen ist. Ich bitte deshalb alle Eltern, die Mäntel, Hüte, Mützen, Turnschuhe und Bücher mit dem Namen zu versehen.
Wir bemühen uns, unsere Schüler zu Einfachheit und Sparsamkeit zu erziehen und bitten die Eltern herzlich, ans darin zu unterstützen. Es kommt immer wieder vor, daß Schüler zuviel Geld bei sich haben. Dieses tragen sie dann noch öfters lose in der Tasche. Fällt dann auf dem Schulweg, beim Turnen oder Spielen etwas heraus, so heißt es dann manchmal, das Geld sei„ge-
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stohlen“ worden. Wir bitten sehr, die Kinder in ihren Geldausgaben streng zu überwachen.
Wenn ein Schüler durch Krankheit verhindert ist, die Schule zu besuchen, so muß dies spätestens am 2. Tage der Klassenleitung schriftlich angezeigt werden. Zur Befreiung bis zu einem Tag bedarf es der Geneh- migung des Klassenleiters, zu längeren Beurlaubungen derjenigen des Direktors. Urlaub im Anschluß an die Ferien wird nur in dringenden Fällen erteilt.
Ganz besonders bitten wir, die Kinder zu wohlanstän- digem Betragen auf dem Wege zur Schule und auf dem Nachhauseweg anzuhalten und den Fortgang und das Heimkommen zu beobachten.
Geschenke von Eltern, Freunden und Gönnern. Die Firma Müller-Uri in Wiesbaden schenkte uns wei- teres wertvolles Anschauungsmaterial über die Herstel- lung von künstlichen Augen. Herr Dipl.-Ing. Weihe überließ uns für die Schülerbücherei Matschoss: Die Geschichte der Gasmotoren-Fabrik Deutz; ferner Mit- terhofer, von Granichstaedten und die Bände 1—10 aus der math.-naturwiss.-techn. Bibliothek. Herr Landger.- Dir. Dr. Ruhl schenkte uns Brehm: das gesamte Tier- reich. Die Firma Siemens und Halske überlief uns durch Vermittlung von Herrn Dr. Heerdt ein Flügelrad- Wassermesser-Modell. Durch Herrn Obering. Kühn er hielten wir ein Zählerwähler-Modell. Das P. S. K. in Kassel überwies uns ein Freistück des Werkes: Sprach- atlas des Deutschen Reiches. Die Abiturienten der OIb übergaben uns bei der Entlassung durch ihren Sprecher Schmalz als Geschenk RM. 100.—, das wir als Grund- stock für eine Bühneneinrichtung benutzen wollen.
Der Vater unseres Schülers Ehrlich richtete einen Baum als Fahrradhalle ein, wofür ihm an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt sei.


