sehr gut benutzt werden kann, wenn ein Fachmann da ist, der mit kundiger Hand das Geeignete auswählt. Mit Spannung verfolgten die Anwesenden einen Hindernislauf über den Barren, bei dem die Mädchen das Hindernis gewandter nahmen als die Jungen. Ein lustiger Volkstanz, von Buben und Mädels getanzt, zeigte dann aber auch, daßf die Jungen auf dieser Domäne des Mädchenturnens keineswegs zurüdstan- den. Ein lustiges Pferdchenspiel nach Text und Melo- die von Otto Blensdorf führt dann die eifrigen Kleinen nochmals auf die Bühne.— Das Turnen der Gröfe- ren schloft sich diesen Darbietungen an. Die UI zeigte gut geschulte Sprünge am Barren und eine fein durch- geführte Körperschule. Sowohl in der Stoffauswahl, wie in der vorzüglichen Haltung sämtlicher Ausüben- den war die systematische und zielbewuftte Arbeit des Leiters deutlich zu spüren. Dann brachte die O1 schwierige Kürübungen am Barren und es machte Freude zu beobachten, was auch die Schule bei plan- mäſtigem Arbeiten hier aus den jungen Leuten heraus- holen kann. Ebenso gut war auch hier die Boden- gymnastik der Größeren, allerdings hätte man den Chaplin-Darsteller dabei sehr wohl vermissen können. Auch die übrigen humoristischen Einlagen seien als ein Zugeständnis an die Faschingszeit gewertet— Form und Inhalt waren dem sonst Gebotenen nicht gleichwertig.
Eine Gruppe von Keulenübungen und schönen Sprün- gen am Pferd beschlossen den anregenden Abend, auf den die Schule mit Recht stolz sein kann. Lehrer und Schüler gaben ihr Bestes und das zahlreich erschienene Publikum hielt mit dem verdienten Beifall auch nicht zurück.“
Am 15. und 18. März beteiligten sich die Schülerinnen E. Nättcher, W. Alt, H. Walz, G. Kötter, E. Claude, O. Knad und der Schüler Helmut Alt an der fran- zösischen Schüleraufführung von Mlle Kleeberg im Festsaal.
Am 22. und 25. März führte die U Ila unter Leitung von Hern Dr. Herborn The Story of the Armada in englischer Sprache auf, wobei die Schüler Koch (Lord Burleigh), Bayer(Walter Raleigh), Fendler (Francis Drake), Inderthal(Jock Burwood), Wagner (Will of Babbicombe), Ehwald(Pedro de Valdez), Merz, Lange Rau(Conspirators), K. Hofmann(Ap Thomas), Zahn(Dickon), J. Müller(Page), H. Schmidt (Elisabeth), Heil(Lady Howard), Grafenberger (Mistress Hanway) und Diebener(Mistress Bridge- water) mitwirkten. Vorher führte die U IIIb unter Lei- tung von F. Dr. Huber A song in the Heart auf.
Frau Generalkonsul Bosanquet machte uns dabei mit ihren Kindern die Freude ihres Besuchs.
Am 20. März fand als Schluf der Veranstaltungen ein Schulkonzent statt, bei dem die Herren Hetzel, Rüb., Dr. Scheuerpflug und die Schüler Theo Scheiderer (Klavier und Cello), Rudi Hetzer, O. Dangel und Wolfgang Niederste-Schee(Violine) mitwirkten.
O[.—
Um die Aufführungen haben sich aus dem Kollegium die Herren Studienräte Lohmann, Dr. KRichters, Dr. Stipp., Dr. Schiefer, Veidt, Frau Dr. Huber, die Herren Assessoren Dr. Scheuerpflug und Dr. Herborn, sowie Herr Turnlehrer Reitz und Fräulein Merkel sehr verdient gemacht, wofür ich ihnen an dieser Stelle noch einmal herzlich danke.
Nicht weniger herzlich danke ich auch hier nochmals den Schülern und Schülerinnen, die durch ihre Mit- wirkung und Hingabe zum Gelingen der Veranstal- tungen ihr Bestes eingesetzt und unserer lieben Ziehen-Oberrealschule Ehre gemacht haben.
Wie unsre Schüler über die Schüleraufführungen den- ken, davon mag hier das folgende sprechen.
Vom öffentlichen Spiel in der Schule.
In neuerer Zeit hat man es für nötig erachtet, das öffentliche Spiel in der Schule, das Auftreten der Schüler vor einem gröſteren Publikum besonders zu pflegen. Allerorts werden Schulfeste gefeiert, deren Programme oft von den Schülern zusammengestellt werden. Doch das Wesentliche an diesen Schulfeiern ist ja die Tatsache, daft die Schülerschar ausführend ist, daſß die Jungen und Mädels auf das Podium treten, um dort ihr Können darzubieten.
Ihr Können darzubieten, sage ich. Es ist klar, daf dieses Können nicht verglichen werden kann mit der Leistung irgend eines Schauspielers oder eines Musikers. Nein, ich meine die schulmäftige künstle- rische Leistung braucht überhaupt nicht auf ihren tieferen Wert hin untersucht zu werden. Es kommt nicht darauf an, was gespielt wird, sondern der Wert einer schulmäfßigen Leistung vor einer Zuhörerschaft besteht darin, daß überhaupt ein junger Mensch vor die Leute tritt, um das, was er kann, darzubieten. Daß das Gebotene kein Kitsch sein darf ist klar, denn es handelt sich um eine Schulsache, und in die Schule ge- hört der Kitsch nicht.
Ich habe betont, daſß es darauf ankommt, daf der Schüler seine Fertigkeit darbietet. Dabei habe ich dem Inhalt des Gebotenen wenig Bedeutung beigelegt. Warum ist es mir so wichtig, daſß jemand von den Jungen und Mädels vor einer Zuhörerschaft steht? Wir Deutschen sind in der Welt dafür bekannt, daf wir in unseren Werken vor allem auf den Inhalt bedacht sind, und es hat oft den Anschein, als ob wir den Inhalt höher bewerteten als die Form. Doch ist unsere Mission schon erfüllt, wenn wir der Gesell- schaft unser Werk wortlos übergeben? Ist es nicht besser, wir erklären unsere Sache, wir sorgen dafür, daß sie an die rechte Stelle kommt, wo sie Nutzen stiftet und Interesse erweckt? Doch dazu bedürfen wir eines Vermittlers. Dieser Mittler ist eine gewisse Form. eine Art und Weise, in der unser Werk der Gesell- schaft übermittelt werden soll. Mit anderen Worten: es genügt nicht, dafß wir etwas leisten, sondern es muf darauf geachtet werden, daft die Leistung in an-
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