Jahrgang 
1928
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6. Biologische Wanderungen.

Die biologischen Wanderungen wurden zum ersten Mal. an unserer Schule durchgeführt, und zwar überplan- mäffig für den Lehrer. Es nahmen 16 Sdhüler der Ula daran teil; sie fanden 14tägig, meist nachmittags statt und dauerten durchschnittlich 3 6 Stunden. Es wurde botanisiert, das Tierleben, vor allem Vogelstimmen, be- obachtet, daneben wurden aber auch geologische Stu- dien getrieben. Die Ausflüge hatten meist den Frank- furter Stadtwald zum Ziel, den wir auch in forstkund-

licher Beziehung unter Führung von Herrn Oberforst- meister Jakoby näher kennen lernten. Die Anregung zur photographischen Aufnahme biologischer Objekte fiel bei vielen Schülern der Abteilung, die photogra- phieren konnten, auf fruchtbaren Boden, und es wurde cine Reihe sehr hübscher biologischer Aufnahmen ge- macht.. Teilnehmerzahl: 11.

Dr. Lepke.

i) Bericht über die Schulgemeinde im

Schuljahr 1927/28.

Auch im Schuljahr 1922/28 machten die Klassen Ober- sckunda bis Oberprima der Ziehen-Oberrealschule wie- der von ihrem Recht Gebrauch, Versammlungen einzu- berufen. Seit Bestehen der Schulgemeinde umfaſlte die diesjährige wohl die gröftte Zahl von Schülern, da ihr zwei Oberprimen, zwei Unterprimen und drei Ober-

sckunden angehörten. Vom Lehrerkollegium nahmen aufter Herrn Direktor u. a. die Herren Studienräte Lohmann, Dr. Herborn, Dr. Scheuerpflug, Dr. Six,

Dr. Zenetti, Dr. Schiefer, Dr. Meyer, Huth und Fräulein Dr. Iluber teil.

Zum 1. Vorsitzenden wählte die Schulgemeinde in die- sem Jahre den Oberprimaner Werner Schäfer, zum 2. Vorsitzenden den Unterprimaner Alfred Lauber. Oberprimaner Hans Mund und Unterprimaner Erwin Friedmann wurden 1. bezw. 2. Schriftführer. Unser sehr verehrter Herr Studienrat Lohmann wurde auch in cliesem Jahre wieder zum Berater der Schulgemeinde erwählt; denn ohne seinen bewährten Rat wäre diese wohl nicht zu denken. Die Sitzungen wurden vom 1. Vorsitzenden geleitet, der auch dem Direktor und den IIerren Lehrern besondere Anträge und Wünsche der Schulgemeinde übermittelte. Vom Schriftführer wurden über die jedesmal behandelten Fragen Sitzungs- berichte angefertigt, die zu Beginn der nächsten Sitzung von ihm verlesen wurden.

Insgesamt wurden im letzten Schuljahr sechs Sitzungen abgehalten, die in der Regel mit Musikvorträgen von Scheiderer O Ib. Niederste-Schee UIb. Dangel O IIc und Tänzer OIIb eingeleitet wurden. Da gerade im 1. Halbjahr wegen der kurz aufeinander folgenden Ferien Unterrichtsstunden für die Sitzungen der Schul- gemeinde nicht bewilligt werden konnten, wurden die nur in geringer Zahl damals vorliegenden Anträge usw. vom Vorsitzenden kurzer Hand geregelt(7. B. Anträge auf Aufsichtsänderungen, Ausflüge u. a.). Wie in früheren Jahren wurde auch dieses Jahr die Haus- und Hofaufsicht von Schülern der Oberklassen ausgeführt. Bei der Aufstellung der Aufsichtspläne konnten die Erfahrungen der Vorjahre bereits nutzbringend be- rücksichtigt werden. Die Hausaufsicht wurde von Un-

terprimanern ausgeübt, ebenso die Hofaufsicht vom 5. FPebruar 1928 ab, welche vorher den Oberprimanern obgelegen hatte. Die Zahl der aufsichtsführenden Ka- meraden im Hofe wurde vom 5. Februar 1928 ab von zwei auf drei erhöht. Abgesehen von wenigen vorläufig wohl nicht zu beseitigenden Mängeln hat sich die von der Schulgemeinde übernommene Aufsicht als praktisch crwiesen und gut bewährt.

Einen ebenso guten Erfolg zeitigte die streng durchge- führte Aufsicht im Fahrradkeller, für welche sich be- sonders die Kameraden Nitzsche, Flach und Ehrlich ein- setzten. Hier waren vor allem die Neuerungen zu be- grüßten, daß neue Radständer angeschafft wurden und ein zweiter Unterstellraum eingerichtet wurde, ferner daß jeder Klasse ein Kellerschlüssel zur Verfügung ge- stellt wurde. für den die Klasse selbst verantwortlich war, während früher im ganzen nur zwei Schlüssel vorhanden waren. Jeder Radfahrer hatte 30 Pfennig in die Kasse zu zahlen, aus der die Anschaffungen von Flickzeug und einer Luftpumpe für gemeinsame Be- nutzung bestritten wurden. Alle diese Einrichtungen haben sich gut bewährt.

Die von Burkard OIb gegründete Wandergruppe un- ternahm zwei gröſtere, je viertägige Wanderungen: Ostern 1922 in den Westerwald und Pfingsten 1⁰27 in den Vogelsberg. Leider beteiligten sich in jedem Falle nur acht Kameraden. Wegen der im letzten Sommer

meist ungünstigen Witterung und der allgemeinen schwachen Beteiligung wurden sonst nur klei- nere Wanderungen oder Fahrradausflüge in die Umge- gend unternommen. Daneben fanden vwöchentlich

Gruppennachmittage statt.

In den Sitzungen der Schulgemeinde waren wir be- strebt, den Kameraden Gelegenheit zu geben, vor einem größteren Zuhörerkreis zu sprechen, andrerseits sich auch bei den anschließenden Aussprachen klar und zusammenhängend, allgemeinverständlich zu äufßtern. S0 stellten wir im letzten Schuljahre meistens Vorträge in den Mittelpunkt der Sitzungen, die sich mit allgemein interessierenden Fragen beschäftigten. Es sprachen z. B. die Unterprimaner Siemon und Schütz über14 Tage

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