Jahrgang 
1927
Einzelbild herunterladen

Naturalismus, des Utilitarismus, des Evolutio- nismus, der ästhetischen Lebensauffassung, des sittlichen Idealismus und der christlichen Lebens- anschauung aus einzuführen Bei dieser Ge- legenheit liessen sich aufschlussreiche Einblicke besonders auch in das Innenleben des Franzosen und Engländers tun.

Im Winterhalbjahr wurde dann mit grosser Anteilnahme der Charakterbegriff von Kerschen- steiner gelesen und besprochen. Oehlert

II. Physik.

An der Arbeitsgemeinschaft in Physik be- teiligten sich 44 Schüler der drei Oberklassen, die in drei Abteilungen arbeiteten. Die Schüler der Oberprima behandelten ausgewählte Kapitel aus der Optik, die Schüler der Obersekunda gleichzeitig Mechanik und später Wärmelehre, die Unterprimaner arbeiteten am Pantechus Modell mit besonderer Berücksichtigung tech- nischer Fragen. Besichtigt wurden: Gaswerk Heddernheim, Hartmann& Braun. Huth.

III. Chemie.

Im Sommer und Winter nahmen je 20 Schüler an den chemischen Uebungen teil. In beiden Kursen wurden die Schüler zunächst in der Bearbeitung des Glases unterwiesen. In der Hauptsache wurden im Anschluss an die im Unterricht behandelten Stoffe Präparate herge- stellt. Schliesslich wurden auch auf dem Gebiete der qualitativen Rnalyse einige Salzgemenge bestimmt. Richters.

IV. Englisch.

An der englischen Arbeitsgemeinschaft ha- ben Schüler der beiden Obersekunden, der bei- den Unterprimen und der Oberprima teilgenom- men. Unter Zugrundelegung des Dibelius'schen Werkes über England, des Büchleins von Max Beer,Das England der Gegenwart, und einiger kleineren Aufsätze wurden in YNorträgen und Besprechungen folgende Stoffgebiete behandelt: Das Werden des britischen Weltreiches und seine Einrichtungen(Regierung, Verwaltung, Rechtspflege, Kirche und Schule, Wehrmacht usw.), englische Innen- und Aussenpolitik, der englische Volkscharakter, besonders in seiner Eigenart gegenüber dem deutschen. Zur Er- gänzung wurden noch Aufsätze über den eng- lischen Charakter von Emerson, Price Collier, H. G. Wells, Sidney Whitmann, E. Bulwer und B. Shaw gelesen. Schiefer.

19

V. Französisch.

An der Arbeitsgemeinschaft nahmen Schü- ler der Unterprima und Obersekunda teil. Behan- delt wurden in Schülervorträgen: Deutschland im Urteil der Franzosen, französische Einrich- tungen(Schule, Theater) nach Glaser,Frank- reich, und ausgewählte Kapitel aus der Ge- schichte der französischen Kunst(Watteau, Ing- res) nach Monographien. Einzelne Artikel der Revue mensuelle lieferten die Unterlage zu Konversationsübungen. Michel.

VI. Kunstgeschichte.

Die Arbeitsgemeinschaft für Kunstgeschich- te hatte 24 Teilnehmer. Sie war mit I Wochen- stunde angesetzt und wurde I4 tägig mit 2 Stun- den abgehalten, besonders mit Rücksicht auf die geplanten Besichtigungen. Das Thema war: Unsere deutschen Meister von 1400 bis Rem- brandt. Es wurden an Ausstellungen besucht: Das Städel, Rembrandtausstellung, Historisches Museum(Düreraltar), der Dom, Leonhardskirche, Liebighaus, das Hessische Landesmuseum in Darmstadt. Scheuerpflug.

VII. Gartenbau.

Im vorigen Sommer erhielt der Unterricht in Botanik ein neues und wohl das wichtigste Anschauungsmittel: den Schulgarten. Der früh- ere kleine Garten wurde für Gartenbau-Ubungen bestimmt. Am 2. Juni konte mit 12 Schülern der U Illa u. b begonnen werden, und es wurden bis zum Herbste 24 Gartenbaustunden erteilt. Alle Arbeiten, wie Graben und Eggen, Hacken und Jäten wurden von den Schülern ausgeführt, und mit besonderer Freude wurde das Abmessen und Abtreten der Beete, das Säen und Pflanzen, das Giessen und Pflegen der Gewächse vorge- nommen. Auch gehörte es zur Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft, den botanischen Garten zu betreuen, die Beete von Unkraut zu befreien und die Wege und Pfade in Ordnung zu halten.

Der Gartenbau bereitete den Schülern Freu- de; der Aufenthalt in frischer und staubfreier Luft war ihnen Erholung, und der Hauptgewinn bestand darin, die Entwicklung der Gewächse von Woche zu Woche beobachten zu können und sich deren Form und Namen spielend einzuprägen.

Der Schulgarten ist Schülern, die für den botanischen Unterricht besonderes Interesse zei- gen, ein dankbares Betätigungsfeld; denn Ubung und Anschauung gehen hier Hand in Hand

Schade.