Jahrgang 
1930
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Nachthemd, Schlafanzug, Hemdhose, Unterrock, Luftanzug, Kleider und Blusen genäht und gestrickt. Filetarbeiten. UII. Wäsche, Kleider, Kunststricken, Perlarbeiten.

In der Arbeitsgemeinschaft für Nadelarbeit(OII O!l) beschränkten wir uns nicht aufNadel- arbeiten(Kleider, Wäsche, Decken, Kissen usw.), sondern versuchten uns auch in anderen Techniken(z. B. Anfertigen von Fotoalben, Kästchen, einfache Arbeiten im Netallsägen).

g) HAUSWIRTSCHAFT: Auch in diesem Jahre haben die Untertertianerinnen lebhafte Teil- nahme am Koch- und Hauswirtschaftsunterricht gezeigt, so daß wiederum 2 Abteilungen mit 16 und 20 Schülerinnen gebildet werden konnten. Unsere Hauptaufgabe erblickten wir darin, die Mädchen mit den Anforderungen der Küche vertraut zu machen. Daneben wurden sie ange- halten, beim Einkauf auf Güte und FPreiswürdigkeit der Waren zu achten. Den Abschluß des Kochunterrichtes bildete ein kleines Küchenfest, bei dem die Lehrkräfte der Klasse mit Kaffee und selbtbereiteten Kuchen verschiedener Art bewirtet wurden.

h) REICHSKURZSCHRIFT: Der Unterricht wurde auch im Berichtsjahr wieder von Herrn Stu dienrat Dr. Witzel-Humboldtschule erteilt. Die Teilnahme war außerordentlich rege, hielt aber leider in vielen Fällen nicht bis zum Schlusse an. Darum sei an dieser Stelle ausdrücklich darum gebeten, daß sich die Eltern auch nach den Fortschritten in der Kurzschrift erkundigen. Die Kinder werden ihnen im späteren Leben dafür dankbar sein.

i) LEIBESOBUNGEN UND WETTKAMPFE: Der Turnbetrieb im Schuljahr 192930 unter- schied sich nicht wesentlich von dem des Vorjahres. Natürliches Turnen, d. h. den jeweiligen biolo- gischen Entwicklungsstufen des Schülers angepaßte methodische Auswertung der natürlichen Bewegungen, war die Aufgabe, bei deren Lösung wir folgenden Gedankengang zugrunde legten: Ursprüngliche Kraft kennzeichnet sich vor allem äußerlich durch Vielseitigkeit. Es kann daher nicht genügen, nur eine der Anlagen zu Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer auszubilden. Von Natur aus ergänzen diese Kräfte einander. Soll daher die individuell größte Leistungsfähigkeit erreicht werden, so müssen alle jene Anlagen ausgebildet werden, und zwar in einem Verhält- nis, das bestimmt ist durch die persönliche Veranlagung. Daß dieser Weg zu recht erfreulichen Leistungen führte, zeigte unser Sportfest, das am Verfassungstage stattfand. Die Einleitung bildeten Gymnastikübungen, die von allen Schülerinnen gleichzeitig ausgeführt wurden. Daran schlossen sich volkstümliche öbungen für die oberen Klassen, Ballspiele für die Mittelstufe und Scherzwettspiele für unsere Kleinen und die Reichsjugendwettkämpfe der Schule an.

k) FREIWILLIGES SCHWIMWEN: Auch in diesem Jahre war die Beteiligung an den freiwilligen Schwimmkursen sehr rege. Wir hatten 2 Gruppen mit je 40 Schülerinnen, die wöchentlich zweimal, auch während der Sommerferien, sich zum Schwimmen bei Nosler einfanden. Im Winter konnte wegen der Oberlastung des Städtischen Schwimmbades nur eine Abteilung mit 50 Schülerinnen alle 14 Tage schwimmen. A

1) UNSERE SCHULLICHTSPIELE. Unsre Schule hat sich im Berichtsjahr entschlossen, das Laufbild in der Schule zu verwerten. Die Filme erhielt die Schule von der Städtischen Lichtbild- stelle gegen eine mäßige Leihgebühr, so daß ein Eintrittsgeld von 20 Rpf. für jede Schülerin die Unkosten deckte. Die Vorführungen fanden in der Regel einmal im Monat im Festsaal unserer Schule statt. Der Laufbildwerfer steht auf der Empore, also räumlich getrennt von den Zu schauerinnen und wurde von Frl. Blencke und Herrn Gentil bedient, die beide am 16. Mai 1929 die staatliche Prüfung als technische Leiter von Lichtbildveranstaltungen an Schulen und in der Jugendpflege abgelegt haben. Zur Vorführung kamen im Winterhalbjahr 1929/30 die fol- genden Lehrfilme: 1. Der Kampf der Tertia; 2. Im Lande der unbegrenzten Nöglichkeiten; 3. Pori, Bilder aus der Tierwelt Afrikas; 4. Die olympischen Spiele zu Amsterdam; und 5. der als volksbildend und künstlerisch wertvoll bezeichnete ChaplinfilmGoldrausch. Aus besonderen Anlässen wurden außerdem folgende Lehrfilme vorgeführt: 1. Land und Leute in Nassau; 2. Das Volk der Bienen; 3. Die sächsische Schweiz; 4. Die Holzgewinnung und Verwertung in den Kar- pathen; 5. Die Fahrten des LuftschiffesGraf Zeppelin. 6. Masuren, das Land der Seen; und 7. Der MärchenfilmTischlein deck dich. Die Auswahl der Filme für die in jedem Winterhalb- jahr allmonatlich einmal stattfindenden Filmvorführungen geschieht durch die in der Bild- und Filmarbeitsgemeinschaft Frankfurter Lehrer zusammengeschlossenen Vertreter der Frankfurter Schulen. Da die Städtische Lichtbildstelle selbst eine ansehnliche Zahl von Lehrfilmen besitzt und Kofferkinoapparate für Klassenzimmer den Schulen zur Verfügung stellt, soll im kommen- den Schuljahr der Versuch gemacht werden, das Laufbild auch im Klassenunterricht zu ver- werten.

m) TANZEN: Mit den Primanern des benachbarten Lessing-Gymnasiums hielten unsre Unter- sekunden in dessen Räumen unter Leitung von Frl. Rogge ihre Tanzstunde ab, die auch die Elternschaft mit der Jugend zu mehreren schönen Festabenden zusammenführte.

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