wurde besprochen und schließlich kleine Stoffproben sowie weiße Wolle mit verschiedenen Anilinfarben und mit Indigo gefärbt.— Im Winter wurde Radioaktivität und die moderne Atomtheorie sowie die periodischen Systeme der Elemente nach Mendelejeff, Lothar Meyer und Antropoff eingehender behandelt.
d) MUSIK: Der Musikunterricht berücksichtigte nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Zeit und Unterrichtshilfsmittel die Forderungen der amtlichen Richtlinien und erstreckte sich auf die Teilgebiete: Ton- und Stimmbildung, Rhythmik, Gehörbildung, bewußtes Singen und Musizieren nach Noten, musikalische Elementarlehre, Formen- und Stillehre, Musikgeschichte, Betrachtung musikalischer Kunstwerke, Einführung in das Verständnis der Instrumentalmusik. Der Entwicklung der musikalischen Anlagen und Kräfte und Anregung zum Selbstgestalten wurden besondere Beachtung geschenkt. Im rhythmischen Unterricht kam die körperlich- motorische Darstellung rhythmischer Verhältnisse und Reihen zur Anwendung. Als Hilfsmittel zur Erzielung bewußten Singens wurde mit gutem Erfolg die Tonika-do-Methode verwandt. Unterstützt wurde die Unterrichtsarbeit durch Benutzung der Schallplatte und durch den Be- such von Opernvorstellungen und Konzerten.
An den Übungen der Instrumentalabteilung beteiligten sich 13 Schülerinnen und zwei Lehrer. Die Spieler verteilten sich auf folgende Instrumente: vier 1. Geigen, zwei obl. Geigen, vier 2. Geigen, zwei Bratschen, ein Violin-Cello, zwei Klaviere. Es kamen zur Einübung: Instrumentalstücke von Corelli, Locatelli, Bocherini, Baydn, Brahms, Schubert, unter Be- nutzung der Sammlung„Collegium musicum“.
In der Arbeit der Musikalischen Arbeitsgemeinschaft, an welcher zehn Schülerin- nen der Oberklassen teilnahmen, kamen zur Behandlung: der Gregorianische Choral, Kirchen- tonarten, Entwicklung der Mehrstimmigkeit und Blütezeit der Polyphonie, die weltliche Musik des frühen Mittelalters und der Renaissancezeit, das Madrigal, die musikalische Romantik, ihre Hauptvertreter, das Kunstlied der Romantiker.
Die seit zwei Jahren an der Schule eingerichteten Lehrgänge zur Erlernu ng des In-— strumentalspiels haben sich bis jetzt gut bewährt und werden von den Schülerinnen gern in Anspruch genommen. Es bestanden im abgelaufenen Schuljahr drei Abteilungen für Geigenspiel, drei für Klavierspiel, an denen sich insgesamt 26 Schülerinnen der Unter- und- Mittelklassen mit gutem Erfolg beteiligten. Der Unterricht wird von privaten Musiklehrkräften in Räumen der Schule und unter Aufsicht und Verantwortung der Schule erteilt. Durch die Zu— sammenfassung von je 4 bis 5 Schülerinnen zu einer öbungsgruppe wird eine wesentliche Ver- billigung erzielt. Die von der Schule getroffene Auswahl der Lehrkräfte bietet sichere Gewähr für Gediegenheit der Unterweisung. Der Eintritt in die Lehrgänge kann nur am Beginn, der Austritt nur am Ende jedes Halbjahres erfolgen, die Gebühren werden in Vierteljahresraten er- hoben.
e) ZEICHNEN: Der Unterricht in den Unterklassen begann mit Farbstudien, an die sich leichte Flãchenfüllungen anschlossen. Neben Motiven aus dem deutschen Unterrichtwurden solche aus der Umwelt des Kindes, meist im Anschluß an Jahreszeiten und Feste, zur Darstellung gewählt. Früchte, Blumen, Bäume und sonstige Natur- oder Kunstformen wurden gedächtnismäßig wie- dergegeben.
Unter anderem wurden folgende Aufgaben gestellt: Däumelinchen, Die kleine Seejungfrau, Herr von Ribeck, Die Heinzelmännchen zu Köln, Die wandelnde Glocke, Platanen im Schulgarten, Heinrich der Vogler, Das Riesenspielzeug, Der Frühstückstisch, Die Weihnachtsgeschichte. Die Weltfahrt des Grafen Zeppelin. In der Mittelstufe trat die beobachtende Wiedergabe von Natur- und Kunstformen in den Mittelpunkt. Doch wurde auch hier noch meist gedächtnismäßig ge- arbeitet. Flächenfüllungen, Entwürfe für Handarbeiten, Kleider und dergleichen wurden ange- regt, sowie mit Übungen in verschiedenen Schriftformen begonnen. Es wurden kombinierte Aufgaben von Schrift und Ornament gestellt. In der Oberstufe standen Pflanzenstudien, Stil- leben, sowie Kopf- und Figurzeichnen im Mittelpunkt. Schrift- und Flächenfüllungen wurden weiter entwickelt. Die Klassen Oha und Ul malten und zeichneten im Völkermuseum nach den dort ausgestellten Kunstgegenständen. Bei gutem Wetter wurde im Holzhausenpark gezeichnet. Die Oberklassen besuchten Kunstausstellungen.(Ausstellung der Kunstgewerbeschuſe. Ausstel- lung Max Beckmann, Heinrich Zille, das Frauenportrait der Gegenwart, O. Röderstein. Bengt Berg.)
f) NADELARBEIT: 1. Pflichtunterricht. VI. Handtaschen in Wollstickerei nach eignen Entwür- fen. Strickbluse. Patentstricken.— V. Handgenähtes Kleid nach abgeformten Schnittmuster. Taschentuchspitze gehäkelt nach eignen Entwürfen, Bastarbeiten.— IV. Nähen: Mundtücher mit Hohlsaum, Weben: Gegenstände nach Wahl. Stopfen: Leinenstopf und Köperstopf und an prak- tischen Gegenständen.— UIII. Maschinennähen: Wäschegegenstände. Turnanzug.— Olll.
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