Arn 15. September besuchten über 80 unserer Schülerinnen mit dem Schulgruppenverband des V. D. A. den Frankfurter Flughafen. Zum wohlgelungenen„Fest der deutschen Schule“ (13. Sept.) erschienen wir mit 360 Schülerinnen und Führern unserer Schule; 12 Quartanerin- nen führten hübsche rhythmische bungen vor. Der Reinertrag dieser Veranstaltung kam aus- landdeutschen Mutterschulen zugute.— Das Kinderheim des V. D. A. in Crossen a. O. konnten wir auch in diesem Jahre mit allerlei Gaben bedenken. Unsere Untersekunden schnitten und nähten den Heimkindern Nachthemden, außerdem brachten unsere Schülerinnen ansehn- liche Weihnachtsgaben verschiedener Art für GCrossen zusammen sowie mehrere statt- liche Büchersendungen für das BanatundSiebenbürgen.— Enqdlich beteiligten sich 12 Schülerinnen vom 2. bis 6. Januar 1929 an einer Frankfurter V. D. A.-Schulungs- wocne inldsteini. T., die außerordentlich anregend verlief. Auf der Heimfahrt besichtigten sie in Limburg a. L. unter sachkundiger Führung Stadt und Dom, außerdem Wetzlar, wo sie unsre dortigen V. D. A.-Freunde zum Dom und in das Lottehaus führten. Ein fröhliches Zu— sammensein mit den Wetzlarern bildete den Abschluß der wohlgelungenen Fahrt.
Wir hoffen, daß die rege Tätigkeit unserer Gruppe dem V. D. A. unter unseren Schülerinnen und deren Eltern immer mehr Freunde gewinnt, und daß die Ueberzeugung von der Notwendigkeit unserer Arbeit für das bedrohte Deutschtum außterhalb unserer Reichsgrenzen es uns ermög- licht, immer tatkräftiger die Ziele des V. D. A. zu fördern.
Auch in diesem Jahre suchten unsre Primanerinnen zu Weihnachten das Heim der Gehirn- Vverletzten auf, diesmal unter Führung von Frl. Werthmann und Frl. Wittges(UIb) und über- brachten Geschenke für die Kranken und deren Kinder.
Zum Weihnachtsfest sammelten unsere Schülerinnen, wie in den früheren Jahren, gebrauchte Spielsachen, Kleider und Schuhe, womit wir bedürftige Familien beschenken konnten. Die riesigen Tische unsres Beratungszimmers konnten die Gaben kaum fassen.
pierr Sanitätsrat Dr. J. Rothschild, unser bewährter Schuiarzt, wachte über den allgemei- nen Gesundheitszustand unsrer Schülerinnen. Er führte die vorgeschriebenen Reihenuntersu- chungen, auch für die Berufseignung, durch. Auf seinen Rat und seine Befürwortung wurde eine größere Anzahi unsrer Schülerinnen in Erholungsheime entsandt. Sein Gutachten bildete die Grundlage für alle Befreiungen vom Turnen, Spielen und dergleichen. Die Schulzahnärztliche Oberwachung lag in den Händen von Frl. Dr. Bauer. Der Gesůundheitszustand der Schülerinnen war im ganzen befriedigend; leider starb am 19. Oktober 1928 die Untersekundanerin Hilde Grunow. Wegen starker Häufung von Gripperkrankungen mußten wir im Februar mehrere Klassen schließen. Als der unerhört starke Frosteinsetzte, lieferte uns die Stadt trotz wiederhol- ter, rechtzeitiger Mahnung nicht die nötigen Kohlen; so mußte der Unterricht vom 14. bis 16. Februar 1929 ohne unsre Schuld ausfallen. Bald darauf wurde der bestehende Kohlenmangel zugegeben, und sämtliche Frankfurter Schulen hatten eine Woche lang(25. Februar bis 2. März 1929) zu schließen. Infolge der Grippe wurde die benachbarte Humboldtschule in ein Hilfskrankenhaus verwandelt und die Klassen vom 18. Februar bis 9. März in unsre Schule gelegt. Die beiden Schulen hatten abwechselnd vor- und nachmittags Unterricht. Es zeigte sich dabei, daß ein regelmäßiger Nachmittagsunterricht die Nerven zermürbt, Schlaf- losigkeit hervorruft und unterrichtlich von geringem Werte ist; die Schädigungen traten diesmal allerdings nicht stark hervor, weil die Kälteferien(siehe oben) und die Reifeprüfung(19. bis 21. Februar) in diese Zeit fielen.
Herr Sanitätsrat Dr. Rumpf nahm die öffentlichelmpfung unserer Schülerinnen vor. Der zuständige Kreisarzt, Herr Medizinalrat Dr. Ascher besichtigte die Schule und beanstandete u. a. vor allem den völlig unzureichenden Schulhof.
Alle Schülerinnen sind bei der Erankfurter Allgemeinen Unfall-Versicherungs- gesellschaft versichert, die auch für eine große Anzahl von Unfällen aufkam. Die Prämie beträgt RM. 1.—.
Das Schulgeld betrug für Einheimische RM. 15.—, für Auswärtige RM. 18.75 und für Aus- länder RM. 30.— monatlſich. 64 Schülerinnen erhielten ganze Freisteſſen, 30 Schülerinnen hatten Schulgeldermäßigung, 13 Erlaß als 3. oder weiteres Kind, 9 Schülerinnen eine städtische Er- ziehungsbeihilfe. Wieder gelang es einer Schülerin, die hohe Auszeichnung einer Reichserzie- hungsbeihiffe(gemäß Artikel 146 der Reichsverfassung) zu erringen. Das Schulgeld wird vom 1. April ab erhöht; siehe Seite 27.
Die Städtische Schulkinderspeisung ist seit Ostern bei uns eingeführt und erfreut sich eines dauernd wachsenden Zuspruchs.
Mit der Hilfsbücherei wird trotz aller Mahnungen auch weiter Mißbrauch getrieben. Bedürftigen Schülerinnen konnten wir aus städtischen Mitteln Turnanzüge und-schuhe liefern, den Besuch von Theatern und Konzerten ermöglichen und die Eisenbahnunkosten bei Wanderungen vergüten, während wir in allen anderen Notfällen unsre Unterstützu ngs- Kkasse in Anspruch nahmen.
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