Jahrgang 
1928
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zum Stopfen kleine Webarbeiten auf selbstgefertigten Webbrettchen her, danach wurde die Technik an praktischen Gegenständen erprobt. Als zweite Arbeit lernten die Schülerinnen die Hohlsaumtechnik, und als Nebenarbeit Filetstricken und-stopfen. Die Untertertianerinnen flickten im Sommerhalbjahr, im Winter beschäftigten sie sich mit Maschinennähen(Topf- anfasser, Kopfkissen). O. III. fertigte Wäsche an, U. II. Kleider und Blusen.

Auf gute Beschaffenheit und geschmackvolle Auswahl der zu verarbeitenden Stoffe wurde großer Wert gelegt, ebenso auf die Beziehung des Nadelarbeitsunterrichts zu den übrigen Lehrfächern.

h) HAUSWIRTSCHAFT.

Es ist wohl kein Unterrichtsfach geeigneter, die Verbindung zwischen Elternhaus und Schule herzustellen, als der Hauswirtschaftsunterricht. So haben wir auch in diesem Jahre zwei frei- willige Lehrgänge für dieses Fach eingerichtet, an denen 16, bzw. 20 Untertertianerinnen mit viel Freude und Eifer teilnahmen. Alle vierzehn Tage waren sie einen ganzen Nachmittag in unserer Schulküche zusammen, um die Anfänge der Kochkunst zu erlernen. Wie weit dies Bemühen von Erfolg gekrönt war, zeigte eine kleine Abschiedsfeier, bei der die Schülerinnen ihre Lehrerinnen und Lehrer mit selbständig hergestelltem Gebäck und Kaffee bewirteten.

Wir erteilen den Hauswirtschaftsunterricht grundsätzlich in Untertertia, weil diese Klasse auf die Wegscheide zieht, wo die Schülerinnen eigne Wirtschaft führen müssen.

i) LEIBBESOBUNCGEN UND WETTKAMPFE.

Wie im Nadelarbeits- und Hauswirtschaftsunterricht haben wir auch im Turnunterricht ver- sucht, die Anregungen, die uns durch eine Arbeitsgemeinschaft, aber auch durch vVorfüh- rungen verschiedener gymnastischer Systeme(Laban, Dora Nenzler usw.) zuteil geworden sind, zu verwerten. Wir arbeiteten nach dem neuen Lehrplan, der im Herbst letzten Jahres als gemeinsame Arbeit Frankfurter Turnlehrerinnen herausgegeben wurde. Dabei waren wir be- strebt, das orthopädische Prinzip, von dem der Lehrplan mehr oder weniger durchdrungen ist. zu betonen. Schülerinnen mit besonders schlechter Haltung oder Haltungsfehlern wurden dem Schularzt vorgestellt und von ihm besonderen Gruppen für Haltungsturnen überwiesen.

Der pflichtmäßige Schwimmunterricht in den OQuinten litt in diesem Jahre unter den Gesund- heitsverhältnissen der Kinder. Mehrere erkrankten auf längere Zeit. Trotzdem war das Ergeb- nis recht erfreulich. Die Kinder waren mit großer Lust und Liebe dabei, und fast sämtliche wurden Freischwimmerinnen.

Auch diesmal bildeten wir freiwillige Schwimmgruppen. Im Sommer gingen wir Dienstags und Freitags zur Dannhofschen Badeanstalt. Im Winter konnte das Schwimmen nur Mittwochs alle vierzehn Tage stattfinden, da das Städtische Schwimmbad wegen zu starker Überfüllung uns nicht öfter zur Verfügung gestellt werden konnte.

Das freiwillige Schwimmen bietet den Schülerinnen CGelegenheit, die Freiprobe abzulegen, so- weit sie das noch nicht beim Pflichtschwimmen in Quinta getan haben. Die Freischwimmer aber werden im Rettungsschwimmen, Springen. Tauchen und anderen Schwimmarten, wie z. B. Rücken- und Seitenschwimmen, ausgebildet.

Im Sommer 1927 beteiligte sich unsere Schule an den Schulwettkämpfen, die im Stadion stattfanden. Die Wettkämpfe erfuhren im Gegensatz zu den vorhergehenden Jahren eine Ande- rung insofern. als nicht einzelne Schülerinnen verschiedener Klassen und Altersstufen teil- nahmen, sondern sämtliche Schülerinnen eines bestimmten Jahrganges. Unsere IVa. b. c, be- teiligten sich an dem Dreikampf(Gymnastik, Lauf, Weitsprung) und errangen dabei viele Siege.

kK) TANZEN.

Mit den Primanern des benachbarten Lessins-Gymnasiums hielten wir in dessen Räumen unter Leitung von Fräulein Bumbert einen Tanzlehrgang ab, an dem sich Schülerinnen der Ober- und Untersekunda beteiligten.

D KURZSCHRIEFT. Unser wahlfreier Lehrgang für Reichskurzschrift(Einheitskurzschrift) stand unter Leitung von Herrn Studienrat Dr. Witzel(Humboldtschule).

m) SCHREIBEN. Aus überschießenden Stunden konnten wir für die beiden Sexten je eine Stunde verbindliches Schreiben einrichten. während die schlechten Schreiberinnen der anderen Klassen in einer pflichtmäßigen Schreibstunde vereinigt wurden.

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