Tagesereignisse boten Aufgaben für schöpferisches Gestalten in den Unterklassen. Dabei wurde mit aufsteigendem Alter die genauere Beobachtung und Darstellung der Natur betont. Aufgaben: Siegfried und der Drache, der Teufel, Dornröschen, Schneewittchen, Adam und Eva im Paradies, Die Weisen aus dem Norgenland(Film Ben Hur), Der moderne Nikolaus, Mutter und Kind(Madonna), Wiegenlied, Die Uhr schlägt, Frühlingsteppich, Fruchtmotive, Der Zir- kus, Der entsprungene Elefant(Tagesereignis), Fastnacht u. a.
Die Mittelklassen wurden besonders für Form- und Farbengestaltung größerer Flächen ge-— wonnen. Blumen- und Tierstudien, die Darstellung des Raumes und des menschlichen Kör- pers gaben reiche Gelegenheit zur Arbeit. Viele Aufgaben der Unterklasse wurden reifer zur Darstellung gebracht.
In den Sommermonaten zeichneten die Oberklassen bei gutem Wetter im Holzhausenpark und in der Altstadt Studien nach einer gotischen Kirche und bemerkenswerten Häusern. Der Raum, der Kopf, das Tier, gotische Schrift und Initialen waren Unterrichtsstoff. Eine Buchausstel- lung im Kunstgewerbe-Museum, die wertvolle Schriften aus dem 12. bis 15. Jahrhundert ent- hielt, wurde besucht und einer Kunstbesprechung unterzogen.
Die Klassen O. II. und U. l. zeichneten und malten im Völkermuseum Trachten und Kunst- gegenstände verschiedener Länder und YVölker. Dabei wurden Vergleiche mit europäischer Kunst angestellt.
Nach dem Besuch verschiedener Kunstausstellungen ließen wir die Schülerinnen einzelne scharf beobachtete Bilder aus dem Gedächtnis zeichnen, um dadurch genaues Beobachten und vertieftes Kunstgefühl zu wecken. Das lebende Modell und die weibliche Kleidung bildeten den Inhalt zahlreicher Uebungen im schöpferischen Gestalten.
Im Linearzeichnen waren gotische und moderne Bauformen die Grundlage für einfache parallel- und zentralperspektivische Aufgaben.
e) WERKUNTERRICHT(Papparbeiten, Buchbinden).
Der Werkunterricht soll den Trieb der Schülerinnen nach praktischer, werklicher Betätigung be- friedigen und neben der Erlernung des sachgemäßen Gebrauchs einfacher Werkzeuge, in enger Anlehnung und Verbindung mit dem Zeichenunterricht, den angefertigten Gebrauchs- und Schmuckgegenständen für Schule und Haus ein künstlerisches Gepräge geben.
t) Nosik.
Der Musikunterricht lehnte sich auf allen Stufen nach Nöglichkeit eng an die Forderungen der amtlichen Richtlinien und berücksichtigte demgemäß neben ausgiebigster Pflege des Volks- liedes und Chorgesanges vor allem die Forderungen einer zeitgemäßen Musikpädagogik. Neben der musikalischen Elementar- und Harmonielehre fanden besondere Beachtung: Entwicklung rhythmischen Empfindens durch körperliche Darstellung rhythmischer Verhältnisse, Gehör- bildung unter Zuhiffenahme der Tonika do Methode, Besprechung elementarer musikalischer Formen, Kunstbetrachtung am musikalischen Kunstwerk, Musikgeschichtliches. Durch öbun-— gen im Musikdiktat, in der Melodieerfindung, im Bilden und Umbilden von Rhythmen wurde die Produktivität der Schülerinnen geweckt und angeregt. Die Instrumentalmusik verschie- dener Zeit- und Stilepochen wurde im Unterrichte dem Verständnis der Schülerinnen näher- gebracht.
Im Chorgesang fand nur wertvolle und namentlich Originalliteratur Verwendung. Die Heran- ziehung begleitender Instrumente fand Beachtung. Die Schule versäumte nicht, sich auch einen Ueberblick über die private musikalische Unterweisung der Schülerinnen zu verschaffen. Leider muß mit Bedauern festgestellt werden, daß die Schülerinnen fast nur Klavierspiel er- lernen, während andere wertvolle Instrumente, wie Geige, Violon-Cello und auch Flötenspiel fast keine Beachtung finden. Schon im Hinblick auf die Pflege des häuslichen Zusammen- spiels wäre zu wünschen, daß begabte Schülerinnen sich auch dem Spiel dieser Instrumente mehr zuwendeten. 5
g) NADELARBEIT.
In den unteren Klassen wurden Kreuzsticharbeiten als Wiederholung angefertigt. Eigene Ent- würfe, selbständige Farbenzusammenstellung, eigene Wahl des Materials gaben gegenseitige Anregungen; das Gleiche erzielten wir bei den Arbeiten im Winter: dem Verarbeiten von Wolle und Seide(Häkeln, Stricken). Die Quinten führten als erste größere Handnäharbeit Kleidchen und Schürzen aus, und anschließend wurde Bast in den verschiedensten Techniken verarbei- tet(Durchziehen, Flechten, Weben, Sticken, Häkeln). Die Quarten stellten als Vorbereitung
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