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Die vorgeschriebenen Monatswanderungen konnten wir im allgemeinen durchführen. Auch eine Reihe mehrtägiger Wanderungen wurden unternommen.
Das Landheim in Oberhöchstadt, das wir gemeinsam mit der Holzhausenschule besaßen, geht nunmehr in den alleinigen Besitz der Tochterschule über. In zwei Hauptversammlungen des Landheimvereins Oberlyzeum und Seminarübungsschule, E. V.(am I1. November und 12. Dez.) wurde die Auflösung des Vereins beschlossen und die gesamte dortige Einrichtung der Holzhausen- schule überlassen. Wir sind nun auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen und den zum Kaufe erforderlichen Geldern. So manche Hoffnung hat sich freilich wieder zerschlagen. Inzwischen haben wir im Einverständnis mit dem Elternbeirat aus den früheren„Landheim gelderne bedürftige Schülerinnen bei den Wanderungen unterstützt.
Unsere beiden Untertertien zogen auch in diesem Jahre wieder fröhlich auf die Wegscheide hinaus, und zwar diesmal unter Führung von Frau Studienrätin Dr. Schloß, Frl. Studienassessorin Walther und Frl. Werthmann vom z0. Juli bis 26. August 1926.
Herr San.-R. Dr. J. Rothschild, unser bewährter Schularzt, wachte über den Gesundheits- zustand unserer Schülerinnen. Am 8. und I1. Mai untersuchte er die beiden neuen Sexta und im Laufe des Schuljahres die übrigen Neueingetretenen und die Erholungsbedürftigen. Sein Gutachten bildete die Grundlage von allen Befreiungen vom Turnen, Spielen u. dergl. Herr San.-R. Rothschild untersuchte auch die Untersekunden und die Oberprima auf ihre Berufseignung. Der Gesundheitszustand der Schü- lerinnen war im allgemeinen gut. Leider starb am 14. Dezember die Quintanerin Milli Michel. Ge— impft wurden die pflichtigen Schülerinnen am I1. Mai von dem Impfarzt San. R. Dr. Rumpf.
Wegen allzugroßer Hitze fiel der Unterricht in den letzten Stunden aus am 17. und 19. August und am 1., 2. und 4. September.
Vom 22.— 26. Januar mußten wir die Klasse Va wegen Grippehäufung schließen. Die Schulzahnärztin Frl. Dr. Bauer untersuchte die Schülerinnen am 4. April.
Die Schule hatte sich mit Zustimmung der Elternversammlung an der staatlichen Pflicht-— unfallversicherung beteiligt, die dann auch für eine ganze Reihe von Unfällen aufkam.
An der Städtischen Schulkinderspeisung in der benachbarten Fürstenberger Mittelschule nahmen leider nur sehr wenige Schülerinnen teil; stärker war der Besuch der Speisung beim Schulhausverwalter Herrn IsStel.
Das Schulgeld betrug für Einheimische RM. 15.—, für Auswärtige KM. 18,74 und für Ausländer KM. 30.— monatlich.(8 Schülerinnen erhielten ganze Freistellen, 33 Schülerinnen hat- ren Schulgeldermäßigung, 3 Schilerinnen eine städtische Erziehungsbeihilfe. Wieder gelang es einer Schülerin, die hohe Auszeichnung einer Reichserziehungsbeihilfe(gemäß Artikel 146 der Reichs- verfassung) zu erringen.
Von unserer Hilfsbücherei machten viecle Schülerinnen Gebrauch, leider trotz unserer Mahnung im letzten lahresbericht auch solche, deren Eltern es wirklich nicht nötig hätten, öffent- liche Wohlfahrtseinrichtungen zu benützen.
Um minderbemittelten Schülerinnen den Theaterbesuch zu ermöglichen, stellte uns dic Stadt RM. 95.— zur Verfügung.
Wiederholt suchten Schülerinnen unserer Unterprima die Baracke der hirnverletzten Krie- ger hier auf und erfreuten diese Aermsten durch ihre Lieder.
Zum Weihnachtsfest sammelten unsere Schülerinnen, wie auch in den früheren Jahren, ge- brauchte Spielsachen, Kleider und Schuhe, womit wir bedürftige Familien beschenken konnten. Leiterin der Sammlung war Frl. Hilf, die auch gestiftete Frühstücksbrote an arme Kinder zu ver— teilen pflegt.
Die Berufsberatung lag, wie schon früher, in den Händen des Städts Berufsamtes, das den Eltern und den Schülerinnen jederzeit gerne Auskunft gab. Mit den Geschäften der Berufs- beratung an der Schule selbst ist Frl. Barth beauftragt.
Unsere Schulgruppe des Vereins für das Deurtschtum im Ausland be. tätigte sich auch im Schuljahre 1926/27, dem 6. Jahre ihres Bestehens, sehr lebhaft. Dank der Opferwilligkeit der Eltern konnten über 3oo Schülerinnen aller Klassen durch regelmäßige Beiträge und durch außerordentliche, z. T. namhafte Spenden dem Verein helfen, die deutsche Schule im Ausland vor dem Untergange zu bewahren. Zu Weihnachten erfreuten wir die auslandsdeutschen Kinder im Kinderheim des V. D. A. in Crossen a. O. mit einer Sendung Liebesgaben.— An meh-


