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V. Teilnahme am wahlfreien Unterricht(Arbeitsgemeinschaften).
Am freiwilligen Nadelarbeitsunterricht nahmen teil aus U. IIa 24 Schülerinnen, aus U. IIb 22 Schülerinnen. Am Lateinunterricht in OI—UII nahmen teil 61 Schülerinnen(4 Lehrgänge)
An Kunstgeschichte in OI— UII„ 70 Schülerinnen(2 Lehrgänge) Am spanischen Unterricht(zu-
sammen mit Schülerinnen der
Herder- und Humboldtschule)„„ 7 Schülerinnen(1 Lehrgang) Am Werkunterricht„, 28 Schülerinnen(2 Lehrgänge) Am Stenographieunterricht in O III— UIII,,— 24 Schülerinnen(1 Lehrgang) Am Haushaltungsunterricht in U III„„ 45 Schülerinnen(2 Lehrgänge)
O. Aus dem Leben der Schule.
Ostern 1926 brachte die endgültige Trennung der ehemaligen Seminarübungsschule, die nunmehr als selbständige Volksschule Holzhausenschule heißt, von der FElisabethenschule. Die ver- waltungsmäßige Auscinandersetzung der Aufsichtsbehörden dauerte freilich bis zum 20. Dez. 1926 (Verfügung der Regierung in Wiesbaden II. b. k. 5960 B). Wir freuen uns, daß dieser neue Sproß des alten Stammes eine gesunde Entwicklung nimmt. Der Kindergarten ist auch im Berichtsjahre bei unserer Anstalt verbleiben(siehe S. 3).
Die Elisabethenschule zählte im Schuljahr 1926/27 siebzehn Klassen; es wirkten an ihr 22 festangestellte und II Hilfslehrkräfte. Die Verschmelzung des ehemaligen Lyzeums am Börsen— platz mit den Oberklassen des Oberlyzeums ist der Anstalt gut bekommen; die Schule nimmt einen erfreulichen Aufstieg. Freilich stellt die Form des Oberlyzceums wohl den schwierig- sten Schultyp der Mädchenvollanstalten dar, denn ein gut Teil der wissenschaftlichen Arbeiten drängt sich, z. Z. wenigstens noch, in die drei obersten Klassen zusammen, die die Schülerinnen aus den verschiedensten Lyzeen Frankfurts und der Nachbarorte zusammenfassen müssen. Die Ge- fahr der Ueberbürdung liegt umso näher, als die Oberlyzeen neue Aufgaben zu erfüllen haben, auf die die oberen Klassen der Lyzeen noch nicht eingestellt sein können. Darum treten wir dem Gedanken der„Arbeitsgemeinschaften“, wie sie die neuen Lehrpläne“*) ins Leben gerufen haben, nur zögernd näher. Anderseits ist nicht zu verkennen. daß sich viele Schü- lerinnen allerorts zur Reifeprüfung drängen, denen die nötige Begabung und der erforderliche Arbeits- wille fehlt, 2. T. weil die Reifeprüfung törichterweise von allen möglichen Berufen gefordert wird; solche Schülerinnen kommen natürlich auf der Oberstufe nicht mit.
Die Aufnahme in die Sexten erfolgt nunmehr nach vierjährigem Grundschulbesuch auf Grund einer Aufnahmeprüfung, die in diesem Schuljahr am 10. März 1927 die Herren Gar-⸗ und Hartmann von der befreundeten Schwarzburg-Reformschule, Herr Hoffmann von der Holz- hausenschule und unsere Damen Frl. Pfeifer, Erl. Knörk und Frau Dr. Schloß unter Leitung des Direktors vornahmen. Nur 4 Schülerinnen ließ die Regierung in Wiesbaden schon nach dreiiäh- riger Grundschulzeit als„Hochbegabte“ zur Prüfung zu, die am 28. März Herr Garz und Frl. Knörk vornahmen.
Herr Fraikin hielt mit jeder Klasse durchschnittlich zweimal französische Sprechübungen ab.
Der Vertreter des Provinzialschulkollegiums, Herr Oberschulrat Dr. Grau, wohnte dem Unterricht am II. und 12. November bei.
Seit mehr als einem Jahrzehnt besteht an der Elisabethenschule Selbstverwaltung der Schülerinnen. ſede Klasse wählt ihre Vertrauensschülerinnen selber. Die Schülerinnen der Ober- klascen übernehmen die Anfsicht im Schulhause. Im Herbst 1926 führten wir das„Präfektensvstem“ der brüderlichen Musterschule auch bei uns ein; jeder Klasse von VI— O III wurden zwei Prima- nerinnen als Klassenfreundinnen zuseteilt. Die UIntersekundanerinnen übernahmen die Führung und Beaufsichtigung der Grundschulklassen der Holzhausenschule. Den Schülerinnen machte die Nenerung viel Freude: sie soll helfen, die unerläßliche Ordnung im Gebäude zu fördern und das Gefühl der Zusammengchörigkeit zwischen Schülerinnenschaft und Lehrerschaft zu beleben-.
Die Schulgemeinde trat zweimal im Jahre zusammen.
*) Richtlinien für die Lehrpläne der höheren Schulen in Preußen, hrsg. von Richert, Berlin(Weidmannsche Buch- handlung) 1925.


